Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)

Karlsruher Reallabor Nachhaltiger Klimaschutz (KARLA)

Projektbeschreibung

KARLA

Reallabore sind in besonderer Weise in der Lage, die globale Herausforderung „Klimaschutz“ durch geeignete Maßnahmen vor Ort zu adressieren. Das Karlsruher Reallabor Nachhaltiger Klimaschutz (KARLA) zielt – als eines von fünf Klima-Reallaboren in Baden-Württemberg – in einem Dreiklang darauf ab, gemeinsam mit über 30 Praxispartnern

  1. die in Karlsruhe geplanten Klimaschutzmaßnahmen auf Nachhaltigkeitsaspekte hin zu beforschen, zu bewerten und zu begleiten (Handlungsfeld 1),
  2. im Reallabor konkrete, mehrjährige „Transformationsexperimente“ zur Umsetzung ausgewählter Klimaschutzmaßnahmen durchzuführen (Handlungsfeld 2) und
  3. Klimaschutz zu institutionalisieren, indem ein „Klimapakt“ zwischen den ansässigen Hochschulen und der Stadt Karlsruhe aufgebaut und etabliert wird (Handlungsfeld 3).

So sollen unerwünschte Nebenfolgen von Klimaschutzmaßnahmen im Vorfeld ausgeräumt und damit Klimaschutz robuster gemacht werden (1), Klimaschutzmaßnahmen schneller umgesetzt werden und in die Gesellschaft diffundieren (2) und Klimaschutz langfristig gesichert und synergetisch ausgebaut werden (3).

Als Ausgangspunkt und zentrale Referenz des Reallabors dient der „Handlungskatalog“ des „Karlsruher Klimaschutzkonzept 2030“, das im April 2020 vom Gemeinderat verabschiedet wurde. Hierdurch erhält das Reallabor sowohl gesellschaftliche und praktische Relevanz als auch eine breite Legitimität. Dies unterstreicht auch das Commitment von über dreißig (gänzlich unterschiedlichen) Organisationen zur Mitwirkung im Reallabor.

Wie in Reallaboren üblich, verfolgt KARLA zugleich Forschungs-, Transformations- und Bildungsziele und verknüpft diese Zieldimensionen in den geplanten Maßnahmen. Übergreifende Forschungsziele sind z. B. die Identifikation von Treibern, Hürden und organisationalen Faktoren von Transformationsprozessen im Bereich Klimaschutz oder die Entwicklung des Tools „IKoNE-Klima“ zur Nachhaltigkeitsbewertung von Klimaschutzmaßnahmen.

In KARLA stehen die Transformationsexperimente (TE) im Mittelpunkt der Arbeiten. Der Schwerpunkt liegt dabei in der gesellschaftlichen Einbettung von Klimaschutzmaßnahmen. Die TE dienen erstens der Konkretisierung und Pilotierung von Klimaschutzmaßnahmen und -prozessen, die nach erfolgtem Experiment von den beteiligten (und ggf. neuen) Akteuren weiter ausgerollt und/oder modifiziert werden sollen. Sie erlauben zweitens die transdisziplinäre Erarbeitung von System-, Handlungs- und teils auch Orientierungswissen im entsprechenden Themenfeld und geben drittens den beteiligten Akteuren Anlass und Möglichkeit, bedarfsgerecht Rollen für künftige Klimaschutz-Kooperationen zu entwickeln und gegenseitige Erwartungen auszuhandeln. Folgende TE sollen in den kommenden Jahren durchgeführt werden:

Die Auswahl und Konzeption der TE erfolgte bereits im Zuge der Vollantragstellung im Co-Design mit den entsprechenden Akteuren unter Einbezug der Karlsruher Bürgerschaft.

Den geografischen Rahmen des Reallabors bildet der Karlsruher Stadtraum unter besonderem Einbezug der Standorte des KIT. KARLA ist ein Projekt des KIT und wird unter Beteiligung des „Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel“ durchgeführt. Es baut unmittelbar auf dem seit 2012 laufenden Reallabor „Quartier Zukunft“ und dem „Reallabor 131“ (2015-2019) sowie deren klimaschutzbezogenen Folgeprojekten auf und nutzt die hierüber vorhandenen transdisziplinären Infrastrukturen und Netzwerke.

Kontakt

Dr. Oliver Parodi
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-26816
E-Mail