Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)

Visionen und Ethik

Wie prägen Erwartungen an Zukunft und ethische Erwägungen Wissenschaft, Technik und Politik?
Icon Visionen und Ethik

Visionen prägen die Kommunikation über Wissenschaft und Technik in den Medien, spielen aber auch in den Diskursen von Wissenschaft und Politik eine nicht zu unterschätzende Rolle. Weitreichende Versprechungen werden gemacht, ob es nun um Heilungsmethoden für große Krankheiten geht, um die Lösung der Umweltprobleme oder um die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals). Aber auch Horrorszenarien wie der Untergang der Menschheit in einer Klimakatastrophe oder durch Machtübernahme der Algorithmen werden von der Gesellschaft heiß diskutiert. Diese Erzählungen über mögliche erhoffte oder befürchtete Zukünfte und ihre ethischen Dimensionen haben Folgen für unser Denken, für politische Entscheidungen und für den Gang der Wissenschaften, denen es sich bewusst zu machen gilt.

Am ITAS erforschen wir die Rolle der Technikvisionen, ergründen ihre Voraussetzungen und Hintergründe und unterziehen sie einer ethischen Reflexion. Beispiele sind der 3D-Druck, die Bedeutung von Simulationen und Modellen, die Möglichkeit globaler und interkultureller Verständigung über technische und sozio-technische Visionen und die von ihnen aufgeworfenen ethischen Fragen.

Vision Assessment

Welche Bedeutung haben Technikvisionen für Wissenschaft, Technologieentwicklung und gesellschaftliche Transformationen? Dieser Frage gehen Forschende mit der am Institut entwickelten Methode des Vision Assessment nach und erforschen die Wirksamkeit von soziotechnischen Visionen. Nach Studien zu Themen wie In-Vitro-Fleisch und Mikroalgen, stehen aktuell Visionen der Digitalisierung (z. B. zukünftige Arbeitswelten, Openness, 3D-Druck) im Fokus. Im Projekt zu Zukünften des 3D-Drucks werden Visionen gemeinsam mit Forschenden und der Öffentlichkeit entwickelt.

Globale Ethik in Wissenschaft, Technologie und Innovation

Die wachsende Bedeutung der globalen Gesellschaft sollte nicht über ihre Diversität hinwegtäuschen. Deshalb fordert die Globale Ethik, unterschiedliche öffentliche Wahrnehmungen sowie gesellschaftlichen Normen in der globalen Debatte über Wissenschaft, Technologie und Innovation anzuerkennen. Zu diesem Zweck untersuchen Forschende mit einem am ITAS entwickelten methodologischen Ansatz (GEST), wie Wertesysteme in der Gesellschaft öffentliche und akademische Ethikdebatten beeinflussen. Die Ergebnisse werden zur Grundlage für die Politikberatung.

Expertinnen und Experten

Globale Ethik in Wissenschaft, Technologie und Innovation: Dr. Miltos Ladikas

Technikethik: Prof. Dr. Dr. Rafaela Hillerbrand

Vision Assessment: PD Dr. Andreas Lösch

Weiterer Kontakt

Jonas Moosmüller
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 721 608-26796
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