iRECS – Verbesserung forschungsethischer Expertise und Kompetenzen zur Gewährleistung von Zuverlässigkeit und Vertrauen in die Wissenschaft

  • Projektteam:

    Maia, Maria João (Projektleitung); Christopher Coenen, Miltos Ladikas

  • Förderung:

    Europäische Kommission (Horizon Europe)

  • Starttermin:

    2022

  • Endtermin:

    2025

  • Projektpartner:

    Universität Bonn, University of Central Lancashire (UCLan), UMC Amsterdam (UMC) als Vertreter der Embassy of Good Science, University of Split School of Medicine (MEFST), European Network of Research Ethics Committees (EUREC) als Vertreter von ENERI, Vilnius University (VU), Maastricht University (UM), National Technical University of Athens (NTUA), French Alternative Energies and Atomic Energy Commission (CEA), De Montfort University (DMU), European University Association (EUA), Fudan University / Ethics Committee Shanghai Clinical Research Centre (FDU), Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST), European Association of Research Managers and Administrators (EARMA), Obafemi Awolowo University (OAU), Radboud University, Nijmegen (RU), Trilateral Research Limited (TRI IE)

  • Forschungsgruppe:

    Gesundheit und Technisierung des Lebens

Projektbeschreibung

Die Forschungsethik steht auf globaler Ebene vor immer größeren Herausforderungen: Neue und aufkommende Technologien sind eine Herausforderung für Ethikgutachter, die in den entsprechenden Bereichen möglicherweise nicht ausreichend qualifiziert sind; aufgrund der zunehmenden Internationalisierung der Forschung wird befürchtet, dass es zu einem Ethik-Dumping kommt; es mangelt an einer Standardisierung in Europa und weltweit. Ein zentrales Ziel der nationalen und der EU-Forschungspolitik ist es, die Einhaltung höchster Standards der Forschungsethik zu gewährleisten. Angesichts der Auswirkungen der Forschung auf die Gesellschaft im Hinblick auf das Potenzial zur Entwicklung innovativer Problemlösungen, aber auch auf das damit verbundene Risiko, Schaden anzurichten, ist ein strenges ethisches Forschungsverhalten unerlässlich, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in die wissenschaftliche Arbeit zu gewährleisten.

iRECS wird diese Fragestellungen in vier Schritten angehen:

  1. Untersuchung und Erfassung der bestehenden Bedürfnisse europäischer und globaler Forschungsethik-Gemeinschaften durch neue und aufkommende Technologien.
  2. Erstellung und Einführung von Schulungsmaterialien für die Zielgruppen der europäischen und internationalen Forschungsethik-Communities.
  3. Umsetzung und dauerhafte Etablierung von Schulungsprogrammen.
  4. Erarbeitung von Vorschlägen zur Anpassung des forschungsethischen Vorgehens in Europa.

Mit einer einzigartigen Kombination aus Fachwissen, globalen Partnern und Einbeziehung europäischer Forschungsethik-Netzwerke als Partner oder Mitglieder des Stakeholder Advisory Board soll iRECS ein neues Bewusstsein für Forschungsethik sowie nachhaltige, vielseitige, mehrsprachige und interaktive Schulungsprogramme für verschiedene Nutzer entwickeln. Das Projekt erweitert somit das European Network of Research Ethics and Research Integrity (ENERI) und die „Embassy of Good Science“-Initiative zu einer horizontalen Gemeinschaft von Forschungsethikern, politischen Entscheidungsträgern und anderen wichtigen Interessengruppen.

ITAS wird in iRECS die Aktivitäten zur Einbindung der Interessengruppen leiten. Die kontinuierliche Einbeziehung von Interessengruppen wird besonders wertvoll sein, um die Verbindung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu stärken, die für ethische Forschung und angemessene Governance-Strukturen entscheidend ist. Auf der Grundlage dieser Aktivitäten werden Empfehlungen für die Einbindung und Beteiligung von Interessengruppen an forschungsethischen Prüfverfahren veröffentlicht werden.

Neben weiteren Aufgaben, wie Mitarbeit bei der Entwicklung von Schulungsmaterialien für Experten der Forschungsethik, (Nachwuchs-)Forscher und Studenten, wird ITAS auch federführender Partner bei der Entwicklung von Empfehlungen zur Bewältigung ethischer Herausforderungen in der Technologieforschung außerhalb der EU sein. Hierfür wird das Institut die ethischen Herausforderungen in der globalen Technologieforschung ermitteln. Der Schwerpunkt wird dabei auf Unterschiede in den Wertesystemen und Entscheidungsprozessen gelegt, mit dem Ziel ein Ethik-Dumping zu vermeiden. Als Grundlage dienen die Ergebnisse der Projekte TRUST und GEST sowie Erkenntnisse aus der globalen Technikfolgenabschätzung und von Nicht-EU-Partnern.

Kontakt

Dr. Maria João Maia
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-22249
E-Mail