Home | english  | Sitemap | Impressum | Datenschutz | KIT

Wege zur umweltverträglichen Verwertung organischer Abfälle

Wege zur umweltverträglichen Verwertung organischer Abfälle
Projektteam:

Wintzer, Detlev (Projektleitung), Ludwig Leible, Christine Rösch, Rainer Bräutigam, Beate Fürniß, Gerhard Sardemann

Förderung:

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Starttermin:

1993

Endtermin:

1996

Forschungsbereich:

Nachhaltigkeit und Umwelt; Energie - Ressourcen, Technologien, Systeme

Projektbeschreibung

Die Frage nach einer umweltverträglichen Verwertung von organischen Reststoffen und Abfällen hängt eng mit dem Thema "Nachwachsende Rohstoffe" zusammen. In beiden Fällen geht es um Stoffe pflanzlichen Ursprungs, in beiden Fällen kommen energetische und nichtenergetische Arten der Verwendung in Betracht, bei denen ähnliche technische, ökonomische und ökologische Gesichtspunkte bei der Bewertung von Alternativen eine Rolle spielen.

Diese mit finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt erstellte Studie wurde 1995 abgeschlossen und 1996 als Buch publiziert.

In der Studie wurden 11 Arten von organischen Abfällen und insgesamt 16 Verfahren zur thermischen und biologischen Behandlung näher untersucht. Aus technischen Gründen kommen nicht alle Behandlungsverfahren für alle Abfallarten in Frage. Maßgebend für die technische Eignung der Behandlungsverfahren sind in erster Linie der Gehalt der Abfälle an Wasser, Stickstoff und biologisch leicht abbaubaren organischen Inhaltsstoffen sowie die physikalische Konsistenz der Abfälle bzw. Reststoffe. Für die Umweltverträglichkeit des Umgangs mit den verschiedenen Arten organischer Abfälle ist außerdem deren Gehalt an holzartigen Inhaltsstoffen, an Pflanzennährstoffen, an Schwermetallen, langlebigen organischen Schadstoffen, Geruchsstoffen und Keimen wichtig. In der Studie sind hierzu zahlreiche quantitative Angaben zu den Konzentrationen dieser Inhaltsstoffe für die verschiedenen Abfallarten zusammengestellt. Aufgrund dieser sehr unterschiedlichen Zusammensetzung war es sinnvoll, zunächst herauszuarbeiten, für welche Art von Umweltnutzen oder Umweltschäden (und damit auch für welche Inhaltsstoffe) die verschiedenen Behandlungsverfahren vorteilhaft oder nachteilig sind.

Resultierend aus den Analysen dieser Studie gibt es häufiger konkrete Gegebenheiten, in denen die Umweltvorteile der thermischen Behandlungsverfahren gegenüber den Verfahren der Vergärung und Kompostierung überwiegen.

Durch den zunehmenden Wettbewerb der Verfahren untereinander sind die Kosten der thermischen Behandlung in den letzten Jahren gesunken. Gleichzeitig stiegen die Kosten moderner biologischer Behandlungstechnologien, aufgrund wachsender Ansprüche an den Umweltschutz. Dennoch sind die thermischen Behandlungsverfahren in der Regel teurer als die biologischen.

Die aktuelle Situation (Bezugsjahr 1995) gibt Anlass zur Überprüfung, ob die in vielen Bundesländern bestehende strategische Präferenz für die biologischen Verfahren bei abfallpolitischen Entscheidungen korrekturbedürftig ist. Natürlich muss man dabei sehen, dass die ökologische Bewertung der biologischen Verfahren vom Ort der Ausbringung der produzierten Komposte abhängig ist, wobei es hierbei auch rechtliche Unterschiede gibt. Bei der Kompostausbringung auf landwirtschaftlich genutzte Flächen sind die Restriktionen größer als beispielsweise bei der Rekultivierung devastierter Flächen. Das Ausbringen großer Kompostmengen ist jedoch aus längerfristiger ökologischer Sicht nicht für alle Kompostarten unbedenklich.

Ausgewählte Publikation

Titelbild

Wintzer, D.; Leible, L.; Rösch, Ch.; Bräutigam, K.R.; Fürniß, B.; Sardemann, G.
Wege zur umweltverträglichen Verwertung organischer Abfälle. Berlin: Erich Schmidt 1996
(Schriftenreihe "Abfallwirtschaft in Forschung und Praxis")
Titelbild/jpg

Publikationen

Kontakt

Dr. Ludwig Leible
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-24869
E-Mail