Helmholtz-Plattform zum Design robuster Energiesysteme und Rohstoffversorgung (RESUR), Phase II (RESUR II)
- Projektteam:
Poganietz, Witold-Roger (Ko-Projektleitung); Martina Haase (Ko-Projektleitung), Julian Beyer, Angela Ciotola, Carolina Godoy, Christine Rösch
- Förderung:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE)
- Starttermin:
2026
- Endtermin:
2027
- Projektpartner:
Forschungszentrum Jülich (FZJ)
- Forschungsgruppe:
Projektbeschreibung
Das Vorhaben RESUR II entwickelt die in Phase I (2022-2025) als Reaktion auf die geopolitische Zeitenwende etablierte Plattform zum Design robuster Energiesysteme konsequent weiter. Das Projekt verfolgt eine Doppelstrategie: Zum einen wird die Plattform operativ bereitgehalten, um im Krisenfall durch Ad-hoc-Analysen sofort handlungsfähig zu sein. Zum anderen erfolgt eine methodische Erweiterung zur Untersuchung komplexer Systemzusammenhänge. Ein Alleinstellungsmerkmal ist dabei, dass regulatorisch entflochtene Sektoren (Strom, Gas, Wärme) und Ebenen (Erzeugung bis Verbrauch) modellseitig wieder zusammengeführt werden, um Kaskadeneffekte und sektorübergreifende Abhängigkeiten sichtbar zu machen.
Analog zu Phase I ist RESUR II in sechs Arbeitspakete (AP) mit den in Abbildung 1 dargestellten Schwerpunkten gegliedert:
- AP1: Strom- und Gas-Übertragungsnetze in Europa und Deutschland
- AP2: Multiphysikalische Modelle für sektorengekoppelte kommunale Energiesystemanalyse
- AP3: Makroökonomie und Märkte
- AP4: Sozio-technische Analyse und Bewertung der Auswirkungen disruptiver Ereignisse
- AP5: Disruptive Ereignisse und Robustheit des Energiesystems
- AP6: Technische Plattform
ITAS leitet gemeinsam mit dem FZJ das AP4 „Sozio-technische Analyse und Bewertung der Auswirkungen disruptiver Ereignisse“.
Die Arbeiten von ITAS in AP4 konzentrieren sich auf
- Kontextszenarien für die Szenarien-Analyse in AP5 und Analyse der gesellschaftlichen Implikationen der untersuchten disruptiven Ereignisse sowie
- Einordnung und Bewertung der in AP5 entwickelten alternativen Konfigurationen zukünftiger Energiesysteme hinsichtlich ihrer Resilienz und Nachhaltigkeit.
Extreme Ereignisse mit disruptiver Wirkung auf das Energiesystem beeinflussen gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten und setzen damit den sozio-ökonomischen Rahmen für technische Lösungsansätze. Dieser Rahmen wird anhand von Kontextszenarien unter Verwendung des sozio-technischen Modells dargestellt, das in RESUR II weiterentwickelt werden soll und auf der Logik des Cross-Impact-Balance-Ansatzes (CIB) basiert. Das Modell bildet die Interdependenz von Technik, Ökonomie, Umwelt und Gesellschaft explizit ab und identifiziert damit notwendige Zusammenhänge für disruptive Ereignisse. Tatsächlich erlaubt das Modell eine vertiefte Analyse der gesellschaftlichen Auswirkungen der untersuchten disruptiven Ereignisse.
Für die multikriterielle Bewertung alternativer Energiesystemkonfigurationen wird zunächst eine Metrik für Resilienz und Nachhaltigkeit entwickelt (mit technischen, ökonomischen, ökologischen, sozialen und organisatorischen Kriterien). Für die multikriterielle Entscheidungsanalyse (MCDA) wird die Software HELDA (Helmholtz MCDA Tool) eingesetzt. Sowohl die Auswahl als auch die Gewichtung der Kriterien erfolgen unter Einbeziehung gesellschaftlicher Stakeholder.
Durch die Anwendung von MCDA-Methoden können neben quantitativen auch qualitative Kriterien für die Bewertung von Energiesystempfaden und -konfigurationen berücksichtigt werden. Darüber hinaus kann der Einfluss der zum Teil subjektiven Eingangsdaten (z. B. Gewichtung von Kriterien) auf das Ergebnis sichtbar gemacht werden.
Die von ITAS durchgeführten Analysen können politischen und gesellschaftlichen Akteuren wertvolle Informationen für ihre Entscheidungen sowie für die Rahmung möglicher politischer Maßnahmen liefern.
Kontakt
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe
Tel.: 0721 608-28180
E-Mail
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