Reallabor „Robotische Künstliche Intelligenz“

  • Projektteam:

    Nierling, Linda (Projektleitung); Maria João Maia, Leonie Seng, Pascal Vetter, Nora Weinberger

  • Förderung:

    Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

  • Starttermin:

    2021

  • Endtermin:

    2023

  • Projektpartner:

    Prof. Tamim Asfour (Koordinator), Institut für Anthropomatik und Robotik (IAR), Hochperformante Humanoide Technologien (IAR-H2T) und Interactive Systems Lab (IAR-ISL); Institut für Volkswirtschaftslehre, Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik (ECON); KIT-Zentrum Information, Systeme, Technologien (KCIST); Dienstleistungseinheit Strategische Entwicklung und Kommunikation (SEK) am KIT; KinderUniversum; Goethe-Gymnasium-Karlsruhe; CyberForum e.V. technika; Städtisches Klinikum Karlsruhe; Zentrum für Kunst und Medien (ZKM); Stadtbibliothek Karlsruhe

  • Forschungsgruppe:

    Digitale Technologien und gesellschaftlicher Wandel; Gesundheit und Technisierung des Lebens

Projektbeschreibung

Mädchen hält eine Verpackung und übergibt sie einer robotischen Hand KIT
KI in Experimenten erfahrbar machen – das ist Ziel des Reallabors „Robotische Künstliche Intelligenz“ am KIT. (Foto: KIT)

Viele Bereiche des (öffentlichen) Lebens könnten durch den Einsatz intelligenter Robotertechnologie effizienter, angenehmer und sicherer gestaltet oder anderweitig verbessert werden. Ein wesentlicher Grund dafür, dass dies nicht schon in größerem Maße geschieht, ist der Mangel an Austausch zwischen der Forschung auf der einen und potenziellen Anwendenden, Profiteuren und auch möglichen Benachteiligten auf der anderen Seite. So steht aufseiten der möglichen Anwendenden oft nicht genug technologisches Wissen zur Verfügung, um die aktuellen Möglichkeiten, Chancen und Risiken dieser Zukunftstechnologien adäquat einschätzen zu können. Unter Umständen führt dies nicht nur zu Fehleinschätzungen der Möglichkeiten, sondern auch zu verstärkten Berührungsängsten oder zu falschen Nutzererwartungen und damit zu mangelnder Akzeptanz. Umgekehrt ist es der technischen Forschung zu robotischer künstlicher Intelligenz (KI) nicht ohne weiteres möglich, die Fülle an möglichen Bedürfnissen und gesellschaftlich nutzbringenden Anwendungen zu überblicken, um sich dementsprechend zielorientiert auszurichten.

Mit dem Projekt „Reallabor Robotische Künstliche Intelligenz“ soll genau dieses Problem adressiert werden, indem die Nachfrageseite zu Wort kommt und gesellschaftliche Bedarfe robotischer KI erfasst werden: Es soll ein möglichst großer Kreis von potenziellen Anwendenden, Profiteuren und Benachteiligten von KI-Technologien aller Altersstufen eng mit Forschenden des KIT in Kontakt treten, gemeinsam mögliche Anwendungsszenarien erarbeiten, die jeweiligen Möglichkeiten, Grenzen und Risiken robotischer KI-Technologien erörtern und Experimente unter realen Bedingungen im Sinne von Machbarkeitsstudien in verschiedenen Szenarien an unterschiedlichen Einrichtungen in Karlsruhe mit diversen Nutzer*innengruppen durchführen. Dazu sieht das Konzept des Projekts vor, unter anderem humanoide Roboter als verkörperte KI in unterschiedlichen Umgebungen, die von Kita über Schule bis zu Museum, Bibliothek und Krankenhaus reichen, für viele Menschen erfahrbar zu machen. Dadurch sollen sowohl eine breite Sensibilisierung für KI-Technologie erreicht als auch experimentell neue Erkenntnisse für die Erforschung und Entwicklung zukünftiger Roboter gewonnen werden. Somit widmet sich das Vorhaben zum einen der gesellschaftlichen Herausforderung der Digitalisierung durch die Erfahrbarmachung von robotischer KI und dem Abbau möglicher Berührungsängste mit diesen Technologien. Zum anderen stellen diese Experimente einen bidirektionalen Austausch und Wissenstransfer auf Augenhöhe zwischen der Forschung und der Anwendung zum Nutzen der Gesellschaft dar und tragen zu einer gesellschaftszentrierten Forschung an Technologien bei, die die Menschen auch wirklich haben wollen.

Die Hauptaufgabe von ITAS im Projekt besteht zum einen in der begleitenden Analyse der Mensch-Roboter-Interaktion, u. a. mit Fokus auf den organisationalen und insbesondere ethisch-sozialen Aspekten des Einsatzes von robotischer KI in den Bereichen Bildung, Kultur und Gesundheit. Zum anderen wird ITAS tiefgreifende und systematische Bedarfsanalysen in den jeweiligen Untersuchungsumgebungen durchführen. Hierzu wird insbesondere über die Beteiligung von relevanten Stakeholdern und Bürger*innen der jeweilige Nutzungs- bzw. Handlungskontext der robotischen KI erforscht. Unter anderem werden die Akzeptanz, Erwartungen und Wünsche, aber auch die Befürchtungen analysiert, um am Ende eine von allen Beteiligten weitgehend akzeptierte Vision eines zukünftigen gemeinsamen Lebens mit robotischer KI (für Karlsruhe) und somit mögliche bedarfsorientierte Einsatzgebiete und Entwicklungspfade für robotische KI ableiten zu können.

Kontakt

Dr. Linda Nierling
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-22509
E-Mail