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Towards an automated (anti-)utopia? Eine sozialphilosophische Reflexion der gegenwärtigen Automatisierungsdiskurse in kritischer Absicht

Towards an automated (anti-)utopia? Eine sozialphilosophische Reflexion der gegenwärtigen Automatisierungsdiskurse in kritischer Absicht
Projektteam:

Frey, Philipp (Dissertation)

Förderung:

Rosa Luxemburg Stiftung

Starttermin:

2016

Endtermin:

2019

Forschungsbereich:

Wissensgesellschaft und Wissenspolitik

Projektbeschreibung

In den vergangen Jahren wurde eine der zentralen Debatten über die sozialen Folgen technologischer Entwicklung neu entfacht: Die Frage, ob technologische Innovation zu einer reduzieren Arbeitskraftnachfrage führt und was ein entsprechender Nachfrageeinbruch gesellschaftlich bedeuten könne wird sowohl in den Medien wie auch von den Sozialpartnern und dem Gesetzgeber hitzig diskutiert. Vor diesem Hintergrund sind die drei Kernfragen meines Forschungsprojektes:

  • Welche möglichen soziotechnischen Zukünfte dominieren die zeitgenössischen Diskurse über die Automatisierung?
  • Welche (marginalisierten) Alternativen zur hegemonialen Einschätzung zukünftiger Entwicklung gibt es?
  • Wie könnten diese Alternativen auf theoretischer Ebene weiterentwickelt werden?

In einem ersten Schritt werde ich die gegenwärtige Debatte zur technologischen Arbeitslosigkeit in den USA und Deutschland komparativ mittels Dokumentenanalysen erfassen. Als Quellen dienen mir dabei Publikationen der Sozialpartner, der Regierung und ausgewählte Massenmedien. Ich werde aus ihnen Idealtypen soziotechnischer Zukünfte in dieser Debatte rekonstruieren und diese kritisch hinsichtlich ihres normativen, kulturellen, politischen und ökonomischen Gehalts reflektieren. Auf empirischer Ebene interessieren mich darüber hinaus insbesondere die Fragen, inwieweit eine gesellschaftliche Prägung dieser Zukünfte (etwa durch die sozioökonomische Position einer Akteursgruppe) erkennbar wird und ob die soziotechnischen Zukünfte ihrerseits eine Wirkung auf die weitere gesellschaftliche Entwicklung entfalten, etwa indem sie eine Engführung der gesellschaftlichen Debatte befördern. Den theoretischen Referenzrahmen dieser kritischen Reflexion stellen einerseits die aktuellen Debatten zu einer hermeneutischen Erweiterung der Technikfolgenabschätzung (TA) und dem Vision Assessment und andererseits die frühe Kritische Theorie dar.

Angesichts eines starken Fokus auf ökonomischen Motiven innerhalb der soziotechnischen Zukünfte sowohl der Sozialpartner als auch der politischen Entscheidungsträger, in denen technologischer Fortschritt primär als eine Chance für Wirtschaftswachstum und eine Steigerung der Konkurrenzfähigkeit verstanden wird, möchte ich auch alternative, emanzipatorische Zukunftsentwürfe rekonstruieren und zu ihrer Weiterentwicklung beitragen. Dieses Vorhaben ruft eine Reihe weiterer Fragen hervor: Auf welcher normativen Grundlage kann ein solches Unterfangen fußen (was kann beispielsweise im Kontext der Automatisierungsdebatte unter Emanzipation verstanden werden) und wie wäre es methodisch gestützt durchzuführen? Inwiefern kann nur von einer wissenschaftlichen Rekonstruktion existierender soziotechnischer Zukünfte gesprochen werden und ab welchem Punkt begibt man sich in die Rolle des aktiven Gestalters? Auch hier sollen in meinen Überlegungen die jüngsten Debatten innerhalb der TA zum Visioneering mit kritischer Sozialphilosophie zusammengeführt werden.

Mein Forschungsprojekt zielt darauf ab, die zeitgenössische Automatisierungsdebatte zu erhellen, indem die soziotechnischen Zukünfte die sie bestimmen systematisiert und kritische reflektiert werden. Auch beabsichtige ich, Impulse für die weitere Befassung mit soziotechnischen Zukünften innerhalb der TA zu liefern. Nicht zuletzt soll meine Dissertation auch dazu dienen, alternative soziotechnische Zukunftsvorstellungen zu rekonstruieren und mittels Kritik weiterzuentwickeln, um so zu einer größeren demokratischen Vielfalt innerhalb einer der hitzigsten Technikgestaltungsdebatten unserer Zeit beizutragen.

Administrative Daten

Referent: Prof. Dr. Armin Grunwald
Ko-Referent: N.N.
Bezugnehmende Projekte: Arbeit und Technik“ und „Leitbilder und Visionen als sozio-epistemische Praktiken
Doktoranden bei ITAS: siehe Promovieren am ITAS

Kontakt

Philipp Frey, M.A.
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-28978
E-Mail