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Selbständige Mobilität blinder und sehbehinderter Menschen im urbanen Raum durch audio-taktile Navigation (TERRAIN)

Selbständige Mobilität blinder und sehbehinderter Menschen im urbanen Raum durch audio-taktile Navigation (TERRAIN)
Projektteam:

Weinberger, Nora (Projektleitung); Markus Winkelmann; N.N.

Förderung:

BMBF

Starttermin:

2016

Endtermin:

2019

Projektpartner:

iXpoint Informationssysteme GmbH (Konsortialführer); KIT, Institut für Anthropomatik und Robotik; KIT, Studienzentrum für Sehgeschädigte; F. H. Papenmeier GmbH & Co. KG

Forschungsbereich:

Innovationsprozesse und Technikfolgen

Projektbeschreibung

Durch den teilweisen oder vollständigen Verlust des Sehvermögens haben Blinde und Sehbehinderte zwei Herausforderungen zu bewältigen: zum einen das freie Bewegen durch Raum und Verkehr (Navigation), und zum anderen das Wissen um die räumlichen Sachverhalte und die begehbaren Wege. Gründe hierfür sind Probleme bei der Wahrnehmung von Hindernissen und Orientierungspunkten, die für das Erstellen von geistigen Karten und zur Einordnung des eigenen Standortes entscheidend sind. Das kann zu einer Verminderung des Bewegungsradius sowie zu einer eingeschränkten Mobilität und im Schluss zu einer sozialen Isolation führen. So gehen drei von zehn Blinden oder Sehbehinderten nie ohne (sehende) Begleitung nach draußen, bei älteren Menschen ist der Anteil sogar noch höher, hier verlassen zwei von drei Personen nicht mehr ihr Zuhause.

Vor diesem Hintergrund möchte das Vorhaben TERRAIN blinden und sehbehinderten Menschen einen Zugang zu ihren individuellen Sozialräumen im Quartier und eine „gesicherte Teilhabe“ am sozialen Leben ermöglichen, also einen individuellen Lebensstil und gesundheitsfördernde Mobilität. Hierfür werden sogenannte Mensch-Maschine-Schnittstellen entwickelt, die persönlich und individuell auf die jeweilige Person angepasst werden. Wichtig hierbei sind neben der Adaptionsfähigkeit an die aktuelle Symptomatik der gesundheitlichen Veränderungen und dem Bedienkomfort natürlich auch, dass diese keinen stigmatisierenden Effekt für die Betroffenen haben. Über akustische und haptische Signale kann das System dem Benutzer eine erleichterte und selbstständigere Mobilität im Alltag präsentieren und unterstützt dabei die Autonomie der Person. Das System ist weniger als Ersatz für den Langstock gedacht, sondern viel mehr als zusätzliche Unterstützung für den Benutzer. Dabei sollen modernste Verfahren der Bildverarbeitung genutzt werden, um den Anwendern in Echtzeit für eine sichere und selbständige Fortbewegung im Stadtbereich wichtige Informationen über ihre aktuelle Umgebung anzuzeigen.

Die Hauptaufgabe von ITAS im Projekt besteht vor allem in der entwicklungsbegleitenden Technikfolgenabschätzung des Gesamtprozesses – mit Fokus auf den technischen, rechtlichen, ökonomischen und insbesondere ethisch-sozialen Aspekten der verwendeten Technologien. Darüber hinaus wird über die Beteiligung von Bürgern ebenso der Nutzungs- bzw. Handlungskontext der Technik erforscht, u. a. die Akzeptanz der Kameranutzung im öffentlichen Raum und weitere Erwartungen an das TERRAIN-System, aber auch die Befürchtungen analysiert. Des Weiteren begleitet ITAS die Nutzerstudien und evaluiert die dort erforschten Erkenntnisse zusammen mit einem den gesamten Prozess begleitenden Expertenbeirat. Das bedeutet, dass ITAS hier nicht nur als Schnittstelle zwischen Mensch und Technik, sondern auch als Schnittstelle zwischen Betroffenen, Bürgern, Experten und den anderen Partnern des Projektes fungiert.

Projekt-Website: http://www.terrain-projekt.de

Presseinformation des KIT: http://www.kit.edu/kit/pi_2016_107_navigationssystem-fuer-sehgeschaedigte.php

Kontakt

Dipl.-Ing. Nora Weinberger
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-23972
E-Mail