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ALG-AD – Wertschöpfung aus nährstoffreichen Abfällen durch Kombination von Algen- und anaerober Vergärungstechnologie

ALG-AD – Wertschöpfung aus nährstoffreichen Abfällen durch Kombination von Algen- und anaerober Vergärungstechnologie
Projektteam:

Rösch, Christine (Projektleitung); Cristina Onorato; Ombeni Ranzmeyer

Förderung:

Interreg North-West Europe

Starttermin:

2017

Endtermin:

2021

Projektpartner:

Swansea University, SU; Universiteit Gent, UG; Karlsruher Institut für Technologie, KIT; Birmingham City University, BCU; Langage AD, LG; INNOLAB, IL; Chambres d’agriculture de l’Arc Atlantique, AC3A; Université de Bretagne Occidentale, UBO; Centre national de la recherche scientifique, CNRS; Agence nationale de sécurité sanitaire de l’alimentation, de l’environnement et du travail, ANSES

Forschungsbereich:

Nachhaltigkeit und Umwelt

Projektbeschreibung

Logo

Ziel des Projekts ALG-AD ist die Entwicklung einer innovativen Lösung, die Algen- und anaerobe Vergärungstechnologien miteinander kombiniert, um das Aufkommen nährstoffreicher Abfallmengen aus der Landwirtschaft zu reduzieren und sie einer Verwertung zuzuführen.

Nordwesteuropa ist ein dicht besiedeltes landwirtschaftliches Gebiet, das jedes Jahr große Mengen an tierischen und pflanzlichen Lebensmittelabfällen produziert. Zur Reduzierung dieser Abfälle wird die Technologie der anaeroben Vergärung (anaerob digestion – AD) genutzt. Diese wandelt den Abfall in Biogasenergie und nährstoffreiche Gärrückstände um. In NWE gibt es rund 2.000 Biogasanlagen, die jeweils 4.000 bis 70.000 t/Jahr an Gärrückständen produzieren, welche in der Landwirtschaft als Biodünger eingesetzt werden. Für nitratgefährdete Gebiete sind jedoch strenge Grenzwerte festgelegt (Europäische Nitratrichtlinie 91/676/EWG), welche die Ausbringung von Gärrückständen auf landwirtschaftliche Flächen begrenzen, um eine Eutrophierung der Ackerböden und eine Nitratverlagerung ins Grundwasser zu verhindern. Da große Teile Nordwesteuropas als nitratgefährdete Gebiete eingestuft sind (58% in Großbritannien, 100% in der Bretagne und in Flandern) dürfen dort die Gärrückstände nur noch eingeschränkt auf die Felder ausgebracht werden. Angesichts des zunehmenden Aufkommens an Gärrückständen werden deshalb dringend neue Lösungen benötigt.

Vor diesem Hintergrund soll im Projekt ALG-AD eine integrierte Algen-Biogas-Technologie entwickelt werden, um die Gärrückstände als kostenlose Nährstoffquelle für die Algenkultivierung zur Erzeugung von Tier-/Fischfutter zu nutzen und sie so im Kreislauf zu führen. Die Technologie wird an drei Standorten in Nordwesteuropa (Devon [UK], Bretagne [FR] und Flandern [BE]) getestet. Dort werden verschiedene biologisch abbaubare Abfälle bei unterschiedlichen lokalen Rahmenbedingungen und regulatorischem Umfeld verarbeitet.

Das ITAS wird gemeinsam mit der Universität Birmingham ein Orientierungs- und Entscheidungsinstrumentarium entwickeln, das die Abfallwirtschaft, Landwirte und Investoren über die Technologie informieren und bei deren Einführung wissenschaftlich beraten und unterstützen soll. Als Grundlage für das Beratungstool werden am ITAS Lebenszyklusanalysen und technoökonomische Berechnungen durchgeführt und Schlüsselparameter für ein GIS-basiertes Karteninstrument erarbeitet.


Kontakt

Dr. Christine Rösch
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-22704
E-Mail