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Risk-Habitat-Megacity - sostenibilidad en riesgo

Risk-Habitat-Megacity - sostenibilidad en riesgo
Projektteam:

Lehn, Helmut (Projektleitung), Klaus-Rainer Bräutigam, Christian Büscher, Juliane Jörissen, Jürgen Kopfmüller (Projektleitung), Volker Stelzer

Starttermin:

2005

Endtermin:

2010

Forschungsbereich:

Nachhaltigkeit und Umwelt

Beschreibung des Projekts

Hintergrund

Urbanisierung ist eines der zentralen Phänomene globaler Entwicklung, verbunden mit zum Teil einschneidenden Veränderungen. Seit dem Jahr 2008 leben mehr als 50% der Weltbevölkerung in Städten. Neu in Megastadtregionen und großen Metropolen sind nicht nur die Dimensionen quantitativen Wachstums, die hohe Konzentration von Menschen, Infrastrukturen, Kapital und Wirtschaftskraft, sondern auch die Gleichzeitigkeit, Komplexität und wechselseitige Überlagerung verschiedenster Prozesse. Damit werden diese Städte zunehmend zu einem Lebensraum, der Risiken aber auch Chancen aufweist. Aufgrund ihrer Geschwindigkeit, ihres Ausmaßes und ihrer weltweiten Auswirkungen stellt Urbanisierung eine treibende Kraft des globalen Wandels dar. Ihre besondere Dynamik macht Megastädte und ihre Bewohner sowohl zu Verursachern als auch zu Betroffenen der damit verbundenen Phänomene.

Mega-Urbanisierung benötigt nicht nur neue Konzepte sondern auch neue Technologien. Dabei stehen diese Stadtregionen besonderen Herausforderungen im Bereich der Umwelttechnologie, des öffentlichen und des individuellen Verkehrs, der Telekommunikation, der Wasser- und Energieversorgung sowie der Abfall- und Abwasserentsorgung gegenüber. Die Erarbeitung von Strategien für eine nachhaltigere Entwicklung in Megastädten und Ballungsräumen auf Basis eines soliden theoretischen Fundaments war wesentliches Ziel der deutsch-chilenischen Programminitiative der Helmholtz Gemeinschaft, die von 2005 bis 2010 arbeitete.

Räumlicher Fokus und Konzept

Die Forschungsinitiative legte ihren Schwerpunkt auf die "reifen" Megastädte in Lateinamerika, in denen die Urbanisierungsprozesse - im Unterschied zur Situation in Asien - schon weit voran geschritten sind. Die Fallstudie widmete sich Santiago de Chile. Trotz fortgeschrittener Entwicklung leidet diese Metropolregion an vielen für Megastädte typischen Problemen (z.B. hohe Luftverschmutzung, soziale Ungleichheit, Energie- und Wasserknappheit). Durch die intensive Kooperation mit den Projektpartnern vor Ort (u. a. mit der Regionalregierung) konnte der im Rahmen der Initiative entwickelte integrative Forschungsansatz im Hinblick auf seine Kohärenz und Anwendbarkeit in der Untersuchungsregion optimiert werden. Bedeutsam für die Auswahl von Santiago de Chile als Fallstudie war auch die exzellente Forschungsinfrastruktur in der Stadt sowie die Tatsache, dass die "Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Lateinamerika und die Karibik" (UN-CEPAL/ECLAC) in Santiago de Chile ihren Sitz hat. Die von Anfang an intensive Zusammenarbeit mit der "Abteilung für Nachhaltige Entwicklung und menschliche Siedlungen" dieser UN-Organisation stellte sicher, dass die für Santiago erzielten Ergebnisse hinsichtlich ihrer Relevanz und Übertragbarkeit einer ständigen Evaluierung unterlagen.

In dieser Forschungsinitiative wurde ein integrativer Forschungsansatz entwickelt und umgesetzt: Hierzu wurden zunächst auf Basis des maßgeblich am ITAS entwickelten Integrativen Konzepts nachhaltiger Entwicklung der Helmholtz Gemeinschaft für die 7 Anwendungsfelder anhand von geeigneten Indikatoren Zielorientierungen für eine nachhaltige(re) Metropolregion entwickelt. Vor diesem Hintergrund wurden die drängendsten aktuellen Nachhaltigkeitsdefizite identifiziert und im Rahmen von Szenariobetrachtungen bis zum Jahr 2030 analysiert. Auf dieser Basis wurden Vorschläge für geeignete Strategien zu einer Verbesserung der Situation erarbeitet und in die derzeit laufenden Debatten und Aktivitäten zur Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie für die Metropolregion und entsprechender Planungsinstrumentarien eingebracht. Diese Arbeiten wurden gemeinsam mit Wissenschaftlern und Stakeholdern in Santiago durchgeführt. In die Initiative waren mehr als 20 Doktorandinnen und Doktoranden sowie zahlreiche Diplom- und Masterstudenten eingebunden. Insbesondere aus diesem Grund wurde der Initiative im Jahr 2009 der Status eines UN-Dekade-Projekts "Bildung für nachhaltige Entwicklung" verliehen. Das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse des KIT war für die Themen "Nachhaltige Entwicklung", "Risiko", "Abfallmanagement", "Energiesysteme" sowie "Wasser - Ressourcen und Dienstleistungen" sowie für die Entwicklung und Anwendung der Szenariomethode verantwortlich.

Beteiligte Organisationen

Partner in Lateinamerika:

Partner in der Helmholtz-Gemeinschaft:

Ergebnisse

Die wesentlichen Ergebnisse der Helmholtz Programminitiative wurden in komprimierter Form in der Broschüre "How sustainable is Santiago de Chile?" veröffentlicht:

Kopfmüller, J.; Lehn, H.; Nuissl, H.; Krellenberg, K.; Heinrichs, D.
Sustainable development of megacities: An integrative research approach for the case of Santiago Metropolitan Region. Die Erde 140(2009)4, S. 417-448

Krellenberg, K.; Kopfmüller, J.; Barton, J.
How sustainable is Santiago? Current performance - future trends - potential measures. Synthesis Report of the Risk Habitat Research Initiative. Leipzig: Helmholtz-Centre for Environmental Research - UFZ (2010)4, 26 S. (Report)
Volltext engl. / pdf Volltext span. / pdf

Publikationen

Kontakt

Dr. Helmut Lehn
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe