Home | english  | Sitemap | Impressum | Datenschutz | KIT

Abfallwirtschaft und nachhaltige Entwicklung

Abfallwirtschaft und nachhaltige Entwicklung
Projektteam:

Sardemann, Gerhard (Projektleitung); Matthias Achternbosch; Klaus-Rainer Bräutigam; Nicola Hartlieb; Jürgen Kopfmüller; Christel Kupsch; Volkhard Schulz

Starttermin:

2005

Endtermin:

2007

Forschungsbereich:

Nachhaltigkeit und Umwelt

Beschreibung des Projekts

Die gegenwärtigen Abfallströme stellen sowohl aufgrund ihres Aufkommens als auch ihrer stofflichen Risiken ein erhebliches Problem dar. Die derzeitigen Kenntnisse über das Aufkommen und die Zusammensetzung von Abfällen und die mit Abfallentsorgungsmaßnahmen verbundenen umweltbelastenden, ökonomischen und sozialen Effekte reichen nicht aus, um die Abfallwirtschaft unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu bewerten und Empfehlungen für eine nachhaltigere Abfallwirtschaft zu erarbeiten.

Ziel des Vorhabens ist es, die Abfallströme in Deutschland zunächst insgesamt in ihrer Entstehung in Produktions- und Konsumprozessen sowie in ihrer Zusammensetzung zu betrachten, abfallwirtschaftlichen Optionen zu analysieren und dann die Abfallströme und abfallwirtschaftlichen Optionen einer Nachhaltigkeitsbewertung zu unterziehen.

Basierend auf dem im Rahmen des HGF-Strategiefondprojekts "Global zukunftsfähige Entwicklung - Perspektiven für Deutschland" entwickelten "integrativen Konzept nachhaltiger Entwicklung" sollen Handlungsleitlinien für eine am Nachhaltigkeitsleitbild orientierte Abfallwirtschaft erarbeitet und durch geeignete Indikatoren konkretisiert werden.

Ausgangspunkt für die Analysen ist die an Bedürfnisfeldern orientierte Einteilung der gesamtgesellschaftlichen Konsummuster in so genannte Aktivitätsfelder (wie z.B. Mobilität und Verkehr, Wohnen und Bauen) mit ihren spezifischen Abfallaufkommen und -zusammensetzungen. Abfallwirtschaft ist hierbei als Querschnittsfeld über alle Aktivitätsfelder zu betrachten.

Für ausgewählte Aktivitätsfelder werden relevante (nach Menge und Risikopotenzial) Abfälle bestimmt und Konsummuster identifiziert, die zur Entstehung dieser Abfälle geführt haben. Abfälle können bei der Gewinnung der Rohstoffe, bei der Produktion sowie bei der Nutzung und Entsorgung der Produkte entstehen. Methodisches Instrumentarium zur Bestimmung der Abfälle nach Art und Menge sind u.a. Stoffstromanalysen über diesen gesamten Lebenszyklus. Geprüft werden soll auch, in wie weit das bereits im HGF-Strategiefondprojekt verwendete Instrumentarium der Input-Output-Analyse erweitert werden kann, um Wirtschaftszweige bzw. Aktivitätsfelder mit entsprechenden Abfallarten und Mengen zu verknüpfen.

Aktivitätsfeld Typischer Abfall
Mobilität und Verkehr Altautos, Altöl
Wohnen und Bauen Bauschutt, Altmöbel
Ernährung und Landwirtschaft organische Abfälle aus Haushalt, Ernährungsindustrie und Landwirtschaft, Verpackungsmüll
Freizeit und Tourismus "Wohlstandsmüll", Sportgeräte
Information und Kommunikation Elektroschrott, Batterien
Bekleidung und Textilien Altkleider, Schuhe
Gesundheit Krankenhaus- und Praxisabfälle

Bei der Bewertung der Stoffströme und abfallwirtschaftlichen Optionen sollen sowohl ökologische als auch wirtschaftliche (Kosten), soziale (Arbeitsplätze, Gesundheit) und institutionell-politische Gesichtspunkte (rechtliche Rahmenbedingungen) berücksichtigt werden. Im Weiteren sollen Auswirkungen von Handlungsempfehlungen für eine zukünftige Abfallwirtschaft auf die Volkswirtschaft mit Hilfe von Szenarienrechnungen analysiert und unter Nachhaltigkeitsaspekten bewertet werden. Insbesondere bei der Diskussion der Handlungsempfehlungen sollen wesentliche Akteure wie Industrie, Handel, private/kommunale Entsorgungsträger, Behörden und Verbraucher miteinbezogen werden.

Publikationen

Kontakt

Dipl.-Met. Gerhard Sardemann
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-22734
E-Mail