Begleitforschung im Projekt „iamo – intelligente automatisierte Mobilität“ in der Schweiz

Projektbeschreibung

Elektroauto am Bushaltestellen-Abstellbereich, autonomes Fahrzeug mit blauem Logo.
Quelle: Swiss Transit Lab
Modernes Fahrzeug-Innenraum mit digitalem Armaturenbrett, Lenkrad und Touchscreen-Navisystem.
Quelle: Swiss Transit Lab

Im Projekt „iamo – intelligente automatisierte Mobilität“ wird im Furttal (Schweiz) ein automatisiertes Mobilitätsangebot unter realen Bedingungen erprobt. Anders als in klassischen Pilotprojekten sind die Fahrzeuge dabei im öffentlichen Straßenraum einer ganzen Region unterwegs. So entsteht ein Reallabor, in dem automatisierte Mobilität als Teil eines bestehenden Mobilitätssystems erfahrbar wird.

Ziel des Projekts ist es, besser zu verstehen, wie automatisierte Mobilitätsangebote gestaltet und in bestehende Verkehrssysteme integriert werden können. Die wissenschaftliche Begleitforschung richtet den Blick dabei bewusst nicht primär auf die Technik, sondern auf ihre gesellschaftliche Einbettung: Wie wird das Angebot wahrgenommen? Wer nutzt es – und wer nicht? Welche Bedeutung haben Sicherheit, Vertrauen und die Gestaltung des Services für die tatsächliche Nutzung und für Veränderungen im Mobilitätsverhalten? Im Fokus stehen damit die gesellschaftlichen, organisatorischen und institutionellen Voraussetzungen für einen künftigen Regelbetrieb automatisierter Fahrzeuge. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, die Perspektiven von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sichtbar zu machen und auch diejenigen einzubeziehen, die das Angebot bislang nicht nutzen.

Kern der Begleitforschung ist eine mehrjährige Panelstudie, die das Projekt in der Region kontinuierlich begleitet und die Perspektiven der Bevölkerung systematisch erfasst. Die Forschung ist multimethodisch aufgebaut: Breit angelegte Bevölkerungsumfragen werden durch Formate wie Experteninterviews und Fokusgruppen mit relevanten Stakeholdern ergänzt. Auf diese Weise lassen sich sowohl Veränderungen im Mobilitätsverhalten als auch bestehende Zugangsbarrieren und Nutzungsvoraussetzungen automatisierter Mobilitätsangebote über die Zeit hinweg analysieren. Durch die wiederholte Befragung derselben Personen ergibt sich zudem ein differenziertes Bild von Lernprozessen, Gewöhnungseffekten und sich wandelnden Erwartungen gegenüber automatisierter Mobilität. Die Begleitforschung verbindet so die sozialwissenschaftliche Analyse mit einer kontinuierlichen Rückkopplung in das Projekt, indem Zwischenergebnisse für die Weiterentwicklung des Angebots nutzbar gemacht werden. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, die Rolle von Reallaboren als langfristige Forschungsinfrastrukturen für die Untersuchung soziotechnischer Transformationen besser zu verstehen.

Dieser Langzeitblick ist zentral für die Reallaborforschung. Er zeigt, wie sich Mobilitätsinnovationen jenseits kurzfristiger Pilotlogiken entwickeln und skalieren lassen – und liefert damit wichtige Referenzen für ähnliche Vorhaben, insbesondere in Deutschland.

Die wissenschaftliche Begleitforschung wird vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Kooperation mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) durchgeführt. Sie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Projektträger Swiss Transit Lab sowie weiteren Projektpartnern wie der SBB und den Kantonen Zürich und Aargau.

Weitere Informationen: www.iamo.swiss

Kontakt

Dr. Tim Fraske
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-23403
E-Mail