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Bürgerdialog Zukunftstechnologien

Bürgerdialog Zukunftstechnologien
Projektteam:

Decker, Michael (Projektleitung); Torsten Fleischer; Julia Hahn; Nora Weinberger; Stefanie Seitz; Claudia Brändle

Förderung:

BMBF

Starttermin:

2011

Endtermin:

2013

Projektpartner:ZIRN, IFOK GmbH
Forschungsbereich:

Innovationsprozesse und Technikfolgen

Projektbeschreibung

Ziel des Projekts „Bürgerdialog Zukunftsthemen“ war es, einen breit angelegten, kontinuierlichen Diskurs mit der Gesellschaft über zukünftige zentrale Herausforderungen zu ermöglichen. Die Bürgerdialoge sollten daher dazu beitragen, die wissenschaftlichen und technologischen Antworten auf diese Herausforderungen so zu gestalten, dass sie Bedürfnisse, Bedenken und Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigen. Hierzu wurden zu verschiedenen Technikfeldern themenbezogene Dialogprozesse durchgeführt, in deren Rahmen sich Bürgerinnen und Bürger zunächst über neue Forschungsvorhaben und Schlüsseltechnologien informieren, und darauf aufbauend ihre Meinungen dazu formulieren und in einem öffentlichen Dialogprozess gegenüber Politik, Wirtschaft und Wissenschaft vertreten konnten. Themen der drei Dialogrunden waren Energietechnologien für die Zukunft, Hightech Medizin sowie demografischer Wandel.

Darüber hinaus evaluieret das Projekt a posteriori den Dialogprozess und seine Erkenntnisse, erforschte die (unterschiedlichen) Partizipationserwartungen aller beteiligten Akteure und diskutierte zudem, in welcher Form diese Erkenntnisse auch für Technikfolgenabschätzungsprozesse nutzbar gemacht werden könnten. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Frage gelegt, welche Legitimation die Ergebnisse des Verfahrens erlangen können. Da die Größe und der finanzielle Umfang eine Teilnehmerzahl (ca. 600 bis 800 Bürgerinnen und Bürger je Dialogthema) in einer Dimension erlaubte, wie sie in Deutschland meist für repräsentative Umfragen gewählt wird und damit die bei partizipativen Verfahren sonst üblichen Größenordnungen übertroffen wurde, können die Bürgerdialoge aufgrund quantitativer Erwägungen Repräsentativität reklamieren.

Mit der Umsetzung des Dialogprozesses wurde vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Ende 2010 ein Projektkonsortium, bestehend aus dem ITAS, dem Institut für Organisationskommunikation (IFOK) und dem Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung (ZIRIUS), betraut. In enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber wurde hierzu ein dreiphasiges Verfahrensmodell entwickelt, das verschiedene diskursive/partizipative Dialog-Elemente enthielt: In der ersten Phase der einzelnen Bürgerdialoge unter dem gemeinsamen Dach des „Bürgerdialogs Zukunftsthemen“ wurden mittels Fokusgruppen zunächst die inhaltlichen Grundlagen für den eigentlichen Dialogprozess geschaffen. Daran anschließend haben im Rahmen von sechs bis acht regionalen Bürgerkonferenzen (mit jeweils ca. 100 Teilnehmern) als Kernelemente des Dialogs Bürgerinnen und Bürger gemeinsam vor Ort und mit Unterstützung von Expertinnen und Experten über das jeweilige Dialog-Thema diskutiert und erste Handlungsansätze für den politischen und gesellschaftlichen Umgang mit Zukunftstechnologien formuliert. Diese Phase wurde durch eine Online-Plattform / Konsultation begleitet, so dass über die eingeladenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer hinaus jeder Bundesdeutsche die Möglichkeit hatte, zeit- und ortsunabhängig am Bürgerdialog teilzunehmen. In der dritten Phase konnten dann Bürgerinnen und Bürger auf Basis der Erkenntnisse aus den Bürgerkonferenzen und des Online-Dialogs auf dem abschließenden nationalen Bürgergipfel einen Bürger-Report erarbeiten. Alle drei Phasen der Bürgerpartizipation wurden inhaltlich von einem Beraterkreis begleitet, der sich, als Fachgremium des Bürgerdialogs, aus Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Umweltschutz und Gesellschaft zusammensetzte. Dieses generische Prozessmodell wurde bei der detaillierten Umsetzung dem jeweiligen Dialogthema angepasst, in einem Fall beispielsweise um das optionale, offene Format der Bürgerwerkstätten ergänzt. Die Arbeitsschwerpunkte des ITAS in diesem Projekt lagen in der wissenschaftlichen Begleitung der jeweiligen Dialogthemen, bei der Prozessevaluierung mit qualitativen Verfahren sowie bei der Unterstützung von Konzeption und Umsetzung der einzelnen Dialogmodule.

Ausführliche Informationen, alle öffentlichen Dokumente sowie die Ergebnisse der einzelnen Dialog-Runden finden sich auf der Dialog-Homepage des Büros Bürgerdialog: www.buergerdialog-bmbf.de

Publikationen

Kontakt

Prof. Dr. Michael Decker
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-23007
E-Mail