Nachhaltigkeitsbewertung von Forschung zu Systemen und Technologien – integrativ und transdisziplinär (NaBIT)
- Projektteam:
Baumann, Manuel (Projektleitung); Martina Haase, Laura Mesa Estrada, Christina Benighaus
- Förderung:
Strategiefonds KIT
- Starttermin:
2026
- Endtermin:
2028
- Projektpartner:
Institut für thermische Energietechnik und Sicherheit (ITES), KIT; Institute of Nanotechnology (INT), KIT
- Forschungsgruppe:
Projektbeschreibung
Im Rahmen des NaBIT-Projekts wird ein niederschwelliges Screening-Tool namens „SustainFrame“ entwickelt, um die Nachhaltigkeit von neuen und laufenden Forschungsideen und -projekten am KIT zu bewerten. SustainFrame umfasst die Entwicklung einer softwaregestützten Methodik sowie der zugehörigen Software (Abb. 1).
SustainFrame führt den Nutzer anhand einer Abfolge von Fragen durch den Screening-Prozess, der u. a. die Auswahl von Alternativen und Bewertungskriterien, die Erstellung einer Bewertungsmatrix, die Gewichtung der Kriterien, die Bewertung der Alternativen, die Analyse der Ergebnisse und die Identifizierung von Handlungsfeldern umfasst.
SustainFrame wird unter Einbeziehung exemplarischer Anwendungsfälle am KIT entwickelt. Hierzu gehören POLiS, SmartEast und ein dritter, noch zu definierender Anwendungsfall. Diese werden durch Interviews und drei Workshops in die Entwicklung von SustainFrame integriert (Co-Design, Co-Implementierung, Co-Reflektion).
Mithilfe von SustainFrame sollen Hotspots und Handlungsfelder identifiziert werden, die anschließend mit detaillierteren Methoden der Nachhaltigkeitsanalyse weiter untersucht werden können.
Die Arbeiten des ITAS konzentrieren sich auf die Entwicklung des Screening-Prozesses als Grundlage für die Softwareentwicklung und die Einbindung der Anwendungsfälle in das Co-Design, die Co-Implementierung und Co-Reflektion von SustainFrame. Dabei kommen Methoden der multikriteriellen Entscheidungsanalyse zur Problemstrukturierung, Kriteriengewichtung und -aggregation sowie zur Bewertung von Alternativen und Analyse der Ergebnisse zum Einsatz.
Bei der Problemstrukturierung geht es zunächst insbesondere um die Definition der Bewertungskriterien und Alternativen für die jeweiligen Anwendungsfälle. Dem Ansatz des Value-focused Thinking (VFT) folgend, werden die Nutzer*innen von SustainFrame bei der Definition der Kriterien und der zugehörigen Attribute unterstützt. Hierfür werden vordefinierte, kontextspezifische Kriteriensets verwendet, die die Nutzer*innen im Laufe des Screening-Prozesses anpassen können. Zur Bewertung der Alternativen anhand der entwickelten Kriterien wird eine Bewertungsmatrix erstellt, die sowohl qualitative als auch quantitative Einträge, z. B. auf der Grundlage von Expertenschätzungen oder verfügbaren Daten, erlaubt. Je nach Problemstellung und Datenlage werden in SustainFrame geeignete Gewichtungs- und Aggregationsmethoden zur Bewertung der Alternativen verwendet. Im Falle einer qualitativen oder semi-quantitativen Bewertungsmatrix stehen beispielsweise die Aggregationsmethoden PROMETHEE II und ELECTRE III zur Verfügung, die in Kombination mit der Deck of Cards Gewichtungsmethode zur Aggregation der Kriterien und Ermittlung einer Rangfolge der Alternativen eingesetzt werden können.
Nach einer ersten Analyse des Screening-Prozesses anhand von Interviews werden der Prozess und die zugehörige Software unter Einbindung der genannten Anwendungsfälle in mehreren Workshops getestet, weiterentwickelt und ausgestaltet.
Bei der Entwicklung von SustainFrame werden Synergien mit bestehenden KIT-Softwarelösungen wie KaDi4Mat und HELDA genutzt.
Kontakt
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe
Tel.: 0721 608-23215
E-Mail

