Grenzen überwinden: Kontext, Kommunikation und die Stärkung der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung

Projektbeschreibung

Diese Doktorarbeit untersucht, wie transdisziplinäre Ansätze in der Nachhaltigkeitswissenschaft kulturelle Grenzen effektiver überwinden, verschiedene Wissensformen integrieren und über lokale Kontexte hinaus Wirkung erzielen können. Anhand von drei miteinander verbundenen Forschungsarbeiten und einer übergreifenden Rahmenstudie bewegt sich das Projekt von der theoretischen Untersuchung hin zu angewandten Strategien für die Skalierung von Nachhaltigkeitslösungen.

Im Kern der Dissertation steht die Frage: Wie kann transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung so gestaltet, kommuniziert und angepasst werden, dass sie verschiedene Wissensformen integriert und ihre Wirkung über kulturelle Kontexte hinweg verstärkt?

Die erste der drei Forschungsarbeiten untersucht die dynamische Beziehung zwischen kontextuellen Faktoren (wie institutionellen Strukturen, kulturellen Normen oder Machtverhältnissen) und den Forschungsformaten, die in der transdisziplinären Zusammenarbeit zur Anwendung kommen. Sie argumentiert, dass Prozesse wie Vertrauensbildung, Navigation durch Hierarchien und Förderung von Inklusion an den Schnittstellen von Kontext und Methode entstehen und sowohl die Ergebnisse als auch das Engagement der Stakeholder prägen.

Der zweite Beitrag befasst sich mit der Herausforderung der Wissensintegration in transdisziplinären Projekten. Die Zusammenführung von wissenschaftlichem, lokalem und indigenem Wissen kann zu innovativen Lösungen führen, bringt aber auch kommunikative und kulturelle Herausforderungen mit sich. Anhand einer umfassenden Literaturstudie zeigt diese Arbeit, wie Kommunikationspraktiken – von Dialogstrategien bis hin zu digitalen Tools – eine entscheidende Rolle dabei spielen, Vielfalt zu einer Quelle der Stärke statt der Fragmentierung zu machen. Die Studie schlägt einen konzeptionellen Rahmen vor, um zu verstehen, wie Kommunikation die kollaborative Wissensproduktion ermöglicht und manchmal auch einschränkt.

Im dritten Teil werden diese Erkenntnisse empirisch angewendet. Es wird untersucht, wie erfolgreiche lokale Nachhaltigkeitsinitiativen verstärkt und auf andere Kontexte übertragen werden können. Durch experimentelle Replikationen in verschiedenen kulturellen Umgebungen werden praktische Strategien für die Skalierung von transdisziplinären Ansätzen entwickelt, ohne die Sensibilität für lokale Realitäten zu verlieren. Dies trägt unmittelbar zur dringend erforderlichen globalen Umstellung von isolierten Lösungen auf systemische, breit anwendbare Praktiken bei.

Insgesamt wird betont, dass transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung kein einheitlicher Ansatz ist, sondern ein flexibler Prozess, der Sensibilität für den Kontext, starke kommunikative Grundlagen und Strategien für eine über den lokalen Kontext hinausgehende Wirkung erfordert. Durch die Verbindung von theoretischer Tiefe mit empirischer Validierung erweitert diese Dissertation unser Verständnis dafür, wie transdisziplinäre Forschung sowohl ihre praktische Wirksamkeit als auch ihre wissenschaftliche Robustheit verbessern kann – und letztlich zur Entwicklung kooperativer und skalierbarer Lösungen für die komplexen Nachhaltigkeitsherausforderungen unserer Zeit beiträgt.

Administrative Daten

Referent: Prof. Dr. Daniel J. Lang
Korreferent: N.N.
Bezugnehmende Projekte: RWL Weiterentwicklung Reallaborforschung
Doktoranden bei ITAS: siehe Promovieren am ITAS

Kontakt

Nina Frölich, M.A.
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
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