Wege integrativer Klimagerechtigkeit (WinK)
- Projektteam:
Laborgne, Pia (Projektleitung); Richard Beecroft
- Förderung:
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK), Baden-Württemberg im Rahmen des Innovationscampus Nachhaltigkeit (ICN)
- Starttermin:
2026
- Endtermin:
2027
- Projektpartner:
Universität Freiburg, Öko-Institut e.V., Stadt Freiburg, Stadt Karlsruhe, Forum Weingarten, Bürgerverein Oststadt e.V.
- Forschungsgruppe:
Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel
Projektbeschreibung
Das Projekt adressiert die wachsenden sozialen Herausforderungen der Klimakrise in urbanen Räumen und ist Teil des seit 2024 bestehenden „Innovationscampus Nachhaltigkeit“ (finanziert durch das Land Baden-Württemberg). Sozial benachteiligte und vulnerable Bevölkerungsgruppen sind von zunehmenden Hitzebelastungen besonders betroffen. Dabei können bestehende Ungleichheiten durch Klimaanpassungsmaßnahmen unbeabsichtigt verstärkt werden, wenn eine intersektionale Perspektiven fehlt, die verschiedene soziale Ungleichheitskategorien in den Blick nimmt (z.B. Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Klasse). Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt darauf ab, Hitzeanpassungsmaßnahmen auf Quartiersebene gemeinsam mit marginalisierten Gruppen zu evaluieren, testen und weiterzuentwickeln. Dadurch sollen soziale Ungleichheiten reduziert und Beiträge zu nachhaltigen, resilienten Städten im Sinne der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) 5, 10, 11 und 13 geleistet werden.
Im Zentrum stehen zwei voneinander lernende Reallabore in den Stadtteilen Weingarten (Freiburg) und Oststadt (Karlsruhe). In enger Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren und den betroffenen Bevölkerungsgruppen werden bestehende Maßnahmen analysiert, Bedarfe erhoben und neue Ansätze co-kreativ entwickelt. Ziel ist es, sozial gerechte und intersektional informierte Lösungen zur Klimaanpassung zu erarbeiten, zu erproben und kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Das Projekt verfolgt vier untergeordnete Ziele zur Wirkungsmessung:
- Stärkung marginalisierter Gruppen durch aktive Beteiligung an Reallaboren und Realexperimenten.
- Entwicklung konkreter, intersektionaler Klimaanpassungsmaßnahmen auf lokaler Ebene.
- Wissenstransfer zu Fragen intersektionaler Klimagerechtigkeit in Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.
- Kritische Erweiterung der wissenschaftlichen Debatte durch Publikationen und Präsentationen der Projektergebnisse innerhalb der Scientific Community.
Nach einer umfassenden Akteurs- und Bedarfsanalyse werden bestehende Hitzeanpassungsmaßnahmen co-evaluiert und Best Practices identifiziert. In einem Co-Design-Prozess werden Maßnahmen konzipiert, um negative soziale Folgen zu reduzieren oder zu vermeiden. Diese Ansätze werden in Realexperimenten erprobt, aus intersektionaler Perspektive dokumentiert, analysiert und fortlaufend angepasst. Eine vergleichende Auswertung der Reallabore bildet die Grundlage für konkrete Handlungsempfehlungen. Die Ergebnisse werden in wissenschaftlichen Publikationen, Policy Briefs und einer Broschüre aufbereitet und in einem Abschlussworkshop mit potenziellen Transferpartner*innen diskutiert.
Langfristig ist vorgesehen, die Reallabore über das Projektende hinaus zu verstetigen. Während das „Quartier Zukunft“ in Karlsruhe bereits als langfristig angelegtes Reallabor etabliert ist, soll die Fortführung in Weingarten durch die Zusammenarbeit mit dem Forum Weingarten sowie durch die Anbindung an Aktivitäten der Stadt Freiburg sichergestellt werden.
Kontakt
Karlsruher Institut für Technology (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe
Tel.: 0721 608-24869
E-Mail
