Profit statt Planet? Klimakrise als Markt

Der neue ITAS-Sammelband zeigt: Der Kapitalismus verursacht nicht nur die Klimakrise, er verdient auch an ihr. „Grüne“ Technologien und Net-Zero-Versprechen werden als Lösung präsentiert, stabilisieren aber oft jene Strukturen, die die Krise verschärfen.
Publikation Profit statt Planet

Wie verändert die Klimakrise Wirtschaft und Gesellschaft und wer profitiert davon? Mit diesen und weiteren Fragen rund um Technik, Ökonomie und Klima beschäftigt sich der neue Sammelband „Profit statt Planet? Kapitalismus im Zeitalter der Klimakatastrophe“. Herausgegeben haben ihn die ITAS-Wissenschaftlerinnen Dana Mahr und Franziska Sörgel.

Krisenbewältigung als Geschäftsmodell

Im Zentrum des Sammelbandes steht die These, dass kapitalistische Dynamiken ökologische Zerstörung nicht nur hervorbringen, sondern die Krise zugleich in ökonomische Opportunitäten übersetzen, etwa durch CO₂-Zertifikate, nachhaltige Finanzprodukte oder technologische Lösungsversprechen unter Schlagworten wie „Green Growth“ und „Net Zero“. Der Band untersucht, welche Vorstellungen von Fortschritt, Innovation und Gerechtigkeit damit verbunden sind und welche gesellschaftlichen Alternativen denkbar wären.

Kritischer Blick auf technologische Verheißungen

Die Beiträge des Sammelbandes analysieren die Klimakrise als systemische Krise des 21. Jahrhunderts.

So werfen Christian Büscher und Ulrich Ufer einen kritischen Blick auf die gängige „Grenzen des Wachstums“-Erzählung und argumentieren, dass eine Einhegung der treibenden Faktoren des kapitalistischen Wachstums – wider besseres Wissen und entgegen dem, was notwendig wäre – bislang nicht in Sicht ist.

Bettina Krings, Franziska Sörgel und Nora Weinberger hinterfragen in ihrem Beitrag technologische Heilsversprechen und zeigen, dass technische Innovationen soziale und ökologische Fragen häufig ausblenden.

Literarischer Blick auf einen möglichen „Planet B“

Einen literarisch-spekulativen Zugang wählen Beate Meiswinkel und Dana Mahr mit der Erzählung „Planet B: hoffentlich nachhaltig“. Sie schildern einen vermeintlich nachhaltigen Neuanfang auf dem Planeten Gaia nach dem Kollaps der Erde und zeigen, wie alte Macht- und Ausbeutungsstrukturen fortbestehen.

Der Sammelband eröffnet damit neue Perspektiven auf die Frage, wie Klimaschutz sozial gerecht und ökologisch wirksam gestaltet werden kann. (21.05.2026)

Bibliografische Angaben:

Mahr, Dana; Sörgel, Franziska (Hrsg.)
Profit statt Planet? Kapitalismus im Zeitalter der Klimakatastrophe. Wie die ökologische Krise zum größten Geschäftsmodell der Zukunft wird. oekom, 2026, S. 300.,
ISBN: 978-3-98726-186-2
Verlagsinformationen und Download