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Projekt will „grüne Lunge“ von Städten stärken

Die Erhaltung städtischer Bäume und Wälder ist angesichts des Klimawandels und steigender Umweltverschmutzung essenziell für unser Wohlbefinden. Ein neues Projekt unter Leitung des ITAS entwickelt Strategien, um urbane Bäume resilienter zu machen.
Schlossgarten Karlsruhe - Projekt Grüne Lunge
Klimawandel in Verbindung mit Luftverschmutzung kann die Anfälligkeit von Stadtbäumen, wie hier im Karlsruher Schlossgarten, für Dürren, Hitzewellen und neue Krankheiten erhöhen. (Bild: maxmann / pixabay.com)

Städtische Wälder sind die Bäume entlang von Straßen, in Parks, Gärten, Friedhöfen und Industrie- oder Wohngebieten sowie die Waldgebiete innerhalb der Verwaltungsgrenzen einer Stadt. Solche Grünflächen sind klassische Beispiele für sozioökologische Systeme. Als „grüne Lunge“ einer Stadt erbringen sie vielfältige Ökosystemleistungen. Beispielsweise reinigen sie die Luft und kühlen das Stadtklima wirkungsvoll ab.

Rasche Verstädterung, wachsende Umweltverschmutzung sowie mechanische und chemische Schäden gefährden jedoch die Existenz und Vitalität städtischer Wälder. Außerdem sind Bäume, die in der gebauten Umgebung einer Stadt wachsen, möglicherweise anfälliger für die Folgen des Klimawandels wie Hitzewellen, Dürren und Krankheitsausbrüche als in einem natürlichen Umfeld. Es ist zu erwarten, dass ökophysiologische Prozesse wie Photosynthese und Transpiration durch die besonderen mikroklimatischen Bedingungen eingeschränkt werden.

Erhöhung der Resilienz der „grünen Lunge“

Wie genau beeinflussen unterschiedliche städtische Umgebungen diese Prozesse? Und was können Behörden tun, um die Ökosystemleistungen urbaner Wälder in wachsenden Städten zu erhalten oder sogar zu verbessern? Im Projekt „GrüneLunge“ suchen Forschende nach Antworten. Mit inter- und transdisziplinären Ansätzen entwickeln sie Strategien zur Steigerung der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Resilienz von städtischen Bäumen und Wäldern.

Das ITAS-Team um Somidh Saha leitet ein Projektkonsortium, das mit einem Gesamtvolumen von über 1,4 Millionen Euro durch das Programm „Zukunftsstadt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Partner sind das Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in Freiburg sowie die Städte Karlsruhe und Rheinstetten.

Zu den Aufgaben von ITAS und FVA gehört es, Baumwachstum und Ökosystemleistungen von Stadtbäumen und -wäldern unter dem Einfluss von Luftverschmutzung und Dürre zu analysieren. Der DWD befasst sich mit dem Potenzial von Stadtwäldern zur Verringerung der Hitzebelastung in urbanen Räumen – von der Ebene der Arten und Einzelbäume bis hin zu ganzen Landschaften.

Die Forschung wird von verschiedenen transdisziplinären Aktivitäten begleitet: Das Projekt zielt darauf ab, einen Dialog und Wissenstransfer zwischen Bürgerinnen, Förstern, Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgerinnen aus Karlsruhe und Rheinstetten anzustoßen. Im Quartier Zukunft – Labor Stadt des ITAS wollen sie gemeinsam an kurz- und langfristigen Strategien arbeiten, um die Widerstandsfähigkeit der städtischen Wälder zu erhöhen.

Verbesserte Bewirtschaftung von Stadtwäldern

„Stadtbäume müssen in Zukunft eine hohe Resilienz gegenüber dem Klimawandel aufweisen und gleichzeitig das städtische Bioklima kühlen“, fasst Somidh Saha zusammen. „Am Ende des Projekts wissen wir hoffentlich, welche Baumarten dafür am besten geeignet sind.“

Das in „GrüneLunge“ erarbeitete Wissen soll dazu beitragen, die derzeitige Praxis der Bewirtschaftung von Stadtwäldern zu verbessern und zu reformieren. Mit der Umsetzung dieser Strategien in Karlsruhe und Rheinstetten könnte das Projekt zu einem Vorreiter für Klimaschutzmaßnahmen in der Bewirtschaftung städtischer Bäume und Wälder werden. (21.03.2019)

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