Forschungsagenda für Biocities – ReBio

Projektbeschreibung

Angesichts des exponentiellen Bevölkerungswachstums und der rasanten Urbanisierung stellen uns die Städte vor einige der größten Herausforderungen. Bis 2050 werden mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung in städtischen Gebieten leben. Die Städte sind für zwei Drittel des weltweiten Energieverbrauchs verantwortlich und stoßen mehr als 70 % der Treibhausgase aus. Darüber hinaus sind sie mit dem Klimawandel, der Verdichtung und Naturgefahren wie Überschwemmungen konfrontiert. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, die derzeitigen Stadtstrukturen neu zu denken, um nachhaltigere, widerstandsfähigere und biobasierte Städte zu schaffen: Biocities.

Zur Unterstützung unsere Städte bei der Transformation zu Biocities will das European Forest Institute (EFI) eine Biocities-Einrichtung schaffen, um wissenschaftliche Erkenntnisse besser mit Politik und Praxis zu verbinden. Um die Grundlage hierfür zu schaffen, hat das EFI 2020 einen Aufruf zur Entwicklung einer Forschungsagenda gestartet. Unser Projekt ReBio – Recipes for Biocities – zielt darauf ab, Synergien, Wissenslücken sowie Zielkonflikte innerhalb und zwischen den verschiedenen Bereichen der Stadtentwicklung zu identifizieren, um eine innovative Forschungsagenda zu entwickeln, die auf die aktuellen Bedürfnisse von Städten eingeht und Lösungen für bestehende Herausforderungen vorschlägt.

Die Forschungsagenda wird derzeit auf der Grundlage unterschiedlicher Methoden und unter Beteiligung von Experten aus verschiedenen Bereichen (Architektur, Raumplanung, zirkuläre Bioökonomie, Biodiversität usw.) entwickelt. In einem ersten Schritt wurden mithilfe von Zukunftsszenarien und der Q-Methode die ersten Forschungslücken identifiziert. Im zweiten Schritt unseres Forschungsansatzes führen wir eine Reihe von Webinaren zu verschiedenen Themen (Biodiversität, zirkuläre Bioökonomie, Klimawandel und biologische Resistenz, Governance und soziales Umfeld) mit Praktikern und Wissenschaftlern durch. Das Ziel ist, spezifische Synergien, Zielkonflikte und Wissenslücken für jedes ausgewählte Thema zu identifizieren. In den folgenden Schritten wird der erste Entwurf der Forschungsagenda validiert, indem die Ergebnisse mit Experten diskutiert werden, die nicht am Entwicklungsprozess der Forschungsagenda beteiligt waren, sowie durch Diskussionen mit Experten, die bereits eine Forschungsagenda auf Stadtebene in einem europäischen Kontext entwickelt haben.

Kontakt

Dr. rer. nat. Somidh Saha
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-24644
E-Mail