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Epistemische Tugenden in Wissenschaft und Technik

Epistemische Tugenden in Wissenschaft und Technik
Projektteam:

Poznic, Michael (Projektleitung); Rafaela Hillerbrand

Starttermin:

2017

Endtermin:

2018

Forschungsbereich:

Forschungsgruppe Wissenschafts- und Technikphilosophie

Projektbeschreibung

In der Ethik und der Erkenntnistheorie gibt es Tendenzen, die scheinbar aus der Mode gekommenen Begriffe von moralischen und epistemischen Tugenden zu rehabilitieren. Diese Tugenden bilden wichtige Eckpfeiler für Erfolg und Angemessenheit in verschieden Praktiken, dies sowohl in praktischer als auch in theoretischer Perspektive. Infolgedessen sind die Ansätze der „Tugendethik“ und der „Tugendepistemologie“ mittlerweile anerkannte Teil-Disziplinen der Philosophie. Gemäß dieser beiden Ansätze bilden Tugenden die Grundlage von ethisch richtigen Handlungen und auch von Bestrebungen in Erkenntnisprozessen. Besonders so genannte „intellektuelle“ Tugenden, die in der Erkenntnistheorie verhandelt werden, scheinen für Wissenschaft und Technik relevant zu sein. Beispiele sind unter anderem die epistemischen Tugenden der Offenheit, der intellektuellen Integrität, der Besonnenheit, der Transparenz und der Kreativität. Im Allgemeinen können intellektuelle Tugenden nicht nur als Charakterzüge von Personen sondern auch als Merkmale von Gruppen von Personen und deren sozialen Zusammenhängen verstanden werden. Eine allgemeine Frage dieses Projektes lautet, wie die Ideen der Tugendepistemologie auf Wissenschaft und Technik übertragen werden können. Spezielle Fragen sind: Was sind intellektuelle Tugenden von Wissenschaftlern oder epistemische Tugenden von wissenschaftlichen Gemeinschaften? Sind Tugenden in bestimmte Technologien eingebettet und wenn ja, wie? Haben Ingenieure die gleichen oder andere intellektuelle Tugenden als Wissenschaftler? Die Ingenieurwissenschaften werden oft mit praktischen Wissensformen verbunden (Know-how im Gegensatz zu propositionalem Wissen) und es wird behauptet, dass Ingenieure – im Gegensatz zu Wissenschaftlern – primär die Welt verändern wollen, anstatt sie zu verstehen. Können gewisse intellektuelle Tugenden von Ingenieuren diesen Kontrast erklären? Oder ist dieser Kontrast nur ein scheinbarer Kontrast und kann dieser Kontrast durch ein weites Verständnis von Wissen erklärt werden, das für Wissenschaft und Technik gleichermaßen relevant ist. Können besondere Interpretationen der intellektuellen Tugenden solch ein weites Verständnis von Wissen ermöglichen, das nicht nur das propositionale Wissen einfängt sondern auch das Know-how oder andere Formen des praktischen Wissens?

Kontakt

Dr. Michael Poznic
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-26813
E-Mail