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Systemische Risiken in Energieinfrastrukturen

Systemische Risiken in Energieinfrastrukturen
Projektteam:

Büscher, Christian (Projektleitung); Carsten Orwat; Andreas Lösch; Patrick Sumpf; Christoph Schneider

Förderung:Helmholtz-Gemeinschaft
Starttermin:

2011

Endtermin:

2016

Projektpartner:

ZIRN - Interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt Risiko und Nachhaltige Technikentwicklung, Stuttgart

Forschungsbereich:

Wissensgesellschaft und Wissenspolitik

Projektbeschreibung

In den zukünftigen Energieinfrastrukturen sollen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) eine wesentlich größere Rolle spielen als bisher, insbesondere um die weitere Einbindung erneuerbarer Energien, die Dezentralisierung und Virtualisierung des Energieangebots zu realisieren und zusätzliche Dienste zur Steigerung der Energieeffizienz anzubieten. Die IKT-Infrastrukturen konvergieren zunehmend mit den Energieinfrastrukturen („Smart Grid“) und den Verkehrsinfrastrukturen („E-Mobility“). Derartige Wechselbeziehungen und Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Infrastrukturen, ebenso Governancestrukturen mit einer Vielzahl von Akteuren und auf mehreren Ebenen, können zu komplexeren, unsicheren und uneindeutigeren Konstellationen führen, die systemische Risiken hervorrufen können.

Das Forschungsprojekt hat die Ziele, systemische Risiken im Energiebereich zu identifizieren und Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Governancestrukturen zur Handhabung von systemischen Risiken zu erarbeiten. Dazu werden die Wechselbeziehungen und die sich gegenseitig beeinflussenden Entwicklungen und Transformationen von Technologien, politischen und regulativen Strukturen sowie der institutionellen und organisatorischen Arrangements aus der Perspektive der Risikoforschung analysiert.

Forschungsfragen sind dabei beispielsweise, ob oder inwieweit regulative Anreize und Beschränkungen für den Umgang mit technikinduzierten Risiken gesetzt oder geändert werden sollten, damit das Risikomanagement von Entwicklern, Betreibern und Nutzern mit den gesellschaftlichen Anforderungen übereinstimmen. Inwieweit ergeben sich neue Probleme der Zuordnung von Verantwortlichkeiten und der Haftung bei einer Vielzahl von involvierten Akteuren oder werden Defizite bei der Bereitstellung von öffentlichen Gütern (z.B. öffentliche Testlabore oder Datenbanken) erzeugt? Inwieweit können sich technische, strukturelle und institutionelle Starrheiten ergeben, so dass pfadabhängigen Entwicklungen gefolgt wird, die sich später als ungünstig erweisen? Governanceprobleme können auch von politischen Zielkonflikten stammen, wie z.B. zwischen den Zielen Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz. Wie können trade-offs zwischen den Zielen zu riskanten Entscheidungen und zu ungeeigneten Sicherheitsreserven führen? Derartige Fragen verdeutlichen auch, dass unterschiedliche soziale Erwartungen an Sicherheit und anderen Zielen des Energiebereichs bestehen, für die deliberativen Verfahren zur Lösung diskutiert werden. Des Weiteren ist zu untersuchen, inwiefern sich Strukturen und Mechanismen der Regulierung, Aufsicht und Steuerung entsprechend den technischen Entwicklungen (ko-) entwickeln, um zusätzliche Risiken zu vermeiden. Ein besonderer Forschungsschwerpunkt wird daher die Strukturen und Verfahren der Risiko-Governance und der Governance von Energieinfrastrukturen im Hinblick auf laufende und anvisierte technologische Entwicklungen sein.

Das Projekt ist Teil der Helmholtz-Allianz „ENERGY-TRANS - Zukünftige Infrastrukturen der Energieversorgung. Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit“.

Publikationen

Kontakt

Dr. phil. Christian Büscher
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-23181
E-Mail