Wissenschaftliche Beratung zum Reallabor-Mapping der Plattform Bauen & Wohnen (acatech)

Projektbeschreibung

Die Forschungsgruppe „Reallaborforschung gestalten“ unterstützte die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) mit wissenschaftlicher Expertise bei der Konzeption und inhaltlichen Ausgestaltung des Teilprojekts Reallabor-Mapping der Plattform Bauen & Wohnen. Ziel des Teilprojekts war der Aufbau einer digitalen, interaktiven Übersicht, die Reallabore sowie ausgewählte Best-Practice-Projekte im Themenfeld bezahlbares, nachhaltiges Bauen und Wohnen im Bestand systematisch erfasst und kartografisch sichtbar macht.

Ein zentraler Beitrag des ITAS bestand in der wissenschaftlichen Fundierung des Reallabor-Begriffs für den Sektor Bauen und Wohnen. Auf Basis einschlägiger Forschungsliteratur wurden Kriterien entwickelt, um Reallabore klar von anderen innovativen Praxisprojekten abzugrenzen (Best Practices). Zu diesen Kriterien gehören unter anderem der experimentelle Charakter, die Ko-Produktion von Wissen, transdisziplinäre Zusammenarbeit sowie Lern- und Transferpotenziale. Ergänzend wurden Kriterien für Best-Practice-Projekte formuliert, die zwar keinen vollständigen Reallabor-Charakter aufweisen, jedoch als innovative Leuchtturmprojekte relevante Impulse für den Transformationsbereich Bauen und Wohnen liefern.

Das Reallabor-Mapping ist inhaltlich eng an die Plattform Bauen & Wohnen angebunden, die den Themenkomplex Bauen und Wohnen in mehreren Arbeits- und Themenfeldern ganzheitlich betrachtet – von baulich-technischen Fragen über soziale und ökologische Aspekte bis hin zu Governance- und Transformationsprozessen. Innerhalb dieses Gesamtprojekts fungiert das Reallabor-Mapping als methodisches Add-on, das einen bislang im Bausektor noch wenig etablierten, aber vielversprechenden Ansatz sichtbar macht: das experimentelle Erproben von Innovationen unter realweltlichen Bedingungen.

Seit dem Go-Live im Juni 2025 wird das Mapping kontinuierlich erweitert und umfasst aktuell 31 Projekte. Es dient als Orientierungs-, Wissens- und Kommunikationsinstrument für Akteurinnen und Akteure aus Architektur, Stadt- und Quartiersentwicklung, Wohnungswirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft und unterstützt die gezielte Suche nach übertragbaren Lösungsansätzen für zukunftsfähiges und bezahlbares Bauen und Wohnen im Bestand.

Kontakt

Prof. Dr. Daniel J. Lang
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-22336
E-Mail