Herausforderungen für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle durch die Nutzung des tiefen Untergrunds. Sozio-technische, rechtliche und planungswissenschaftliche Perspektiven (HErAN)
- Projektteam:
Kuppler, Sophie (Projektleitung); Ulrich Smeddinck
- Förderung:
Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
- Starttermin:
2026
- Endtermin:
2027
- Projektpartner:
Öko-Institut, risicare GmbH
- Forschungsgruppe:
Projektbeschreibung
Das Projekt „Herausforderungen für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle durch die Nutzung des tiefen Untergrunds. Soziotechnische, rechtliche und planungswissenschaftliche Perspektiven“ (HErAN) setzt das Vorhaben „Endlagerung hochradioaktiver Abfälle“ in den Kontext aktueller wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen.
Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Klimakrise wie auch der aktuellen Kriege, Konflikte und wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen gewinnen sowohl aktuelle Nutzungen des Untergrunds (wie z. B. Grundwasserentnahme, Bergbau, Kohlenwasserstoffexploration und -entnahme) als auch mögliche zukünftige Nutzungen (z. B. Rohstoffgewinnung, tiefe Geothermie, CCS) an Bedeutung. Auch für die Sicherung der nationalen Unabhängigkeit in der Rohstoff- und Energieversorgung spielt der tiefe Untergrund eine immer größere Rolle. Gleichzeitig hat die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in Deutschland rechtlich Vorrang. Die Wichtigkeit und Dringlichkeit, wechselseitige Auswirkungen verschiedener Aktivitäten im Untergrund besser zu verstehen, Zielkonflikte zu lösen und bei der Nutzung des Raums unter Tage Prioritäten zu setzen, nimmt also zu. Eine nachhaltige Nutzung des Untergrunds, zu der auch die Gewährleistung von Sicherheit (insbesondere in Bezug auf ein Endlager) und der Umweltschutz gehören, wird immer wichtiger. Aufgrund dieser Entwicklungen verändern sich die Planungsanforderungen für Projekte unter Tage. Auch stellt sich die Frage, wie sich diese Entwicklungen auf das Standortauswahlverfahren und ein zukünftiges Endlager für hochradioaktive Abfälle auswirken werden.
Ziel dieses Projekts ist es, Wechselwirkungen und potenzielle Konflikte, die sich aus der zunehmenden räumlichen Nutzung des tiefen Untergrunds für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle ergeben können, vorausschauend anzugehen und bestehende Planungsanforderungen und mögliche -bedarfe zu analysieren. Damit wird ein Beitrag zu einer langfristig sicheren und resilienten Entsorgung hochradioaktiver Abfälle geleistet. In HErAN werden Herausforderungen und Ungewissheiten aus naturwissenschaftlich-technischer und rechtswissenschaftlich-ethischer Perspektive ermittelt, Planungsbedarfe identifiziert sowie Ansätze einer Long-term Governance für den tiefen Untergrund konkretisiert. Darauf aufbauend werden gemeinsam mit Wissenschaftler*innen und Praxisakteur*innen Forschungsthemen identifiziert, die zukünftig genauer in den Blick genommen werden sollten. Es handelt sich also um ein exploratives Pilotprojekt mit dem Ziel, das Forschungsthema breit zu analysieren, Handlungsbedarf zu verdeutlichen, erste Lösungsansätze zu umreißen und verbleibende Forschungslücken zu benennen.
ITAS leitet den Forschungsverbund und konzentriert sich dabei auch auf rechtlich-ethische Aspekte sowie Fragen der Long-term Governance mit besonderem Fokus auf Institutionen.
Kontakt
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
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Tel.: 0721 608-28007
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