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Innovationsstrategien für neue Techniken und Dienste zur Erreichung einer "nachhaltigen Entwicklung" im Verkehr. Auswertung internationaler Erfahrungen und Interpretation für deutsche Umsetzungsbedingungen

Innovationsstrategien für neue Techniken und Dienste zur Erreichung einer "nachhaltigen Entwicklung" im Verkehr. Auswertung internationaler Erfahrungen und Interpretation für deutsche Umsetzungsbedingungen
Projektteam:

Halbritter, Günter (Projektleitung); Torsten Fleischer; Christel Kupsch

Förderung:

BMBF

Starttermin:

2002

Endtermin:

2005

Projektpartner:

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

Forschungsbereich:

Innovationsprozesse und Technikfolgen

Beschreibung des Projekts

Die vom BMBF geförderte Studie wird seit dem 1. Juli 2002 im ITAS in enger Kooperation mit demDeutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) als Konsortialpartner bearbeitet. Im Rahmen dieses Projekts wird eine vergleichende Analyse internationaler Erfahrungen mit dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechniken (IuK-Techniken) und der darauf aufbauenden Dienste im Ballungsraumverkehr durchgeführt. Das Ziel besteht darin, dieBedingungen für erfolgreiche Innovationsstrategienim Bereich neuer Techniken und Dienste im Ballungsraumverkehr zu identifizieren und ihre Wirksamkeit und ihre Folgen im Hinblick auf eine "nachhaltige Entwicklung" zu untersuchen. Unter Innovationen wird die erfolgreiche Einführung technischer oder organisatorischer Neuentwicklungen in die gesellschaftliche Praxis verstanden.

„Nachhaltige Entwicklung“ steht hier für das Ziel, die Entwicklung des Verkehrs mit ökologischen Anforderungen in Einklang zu bringen, ohne die Mobilität der Verkehrsteilnehmer einzuschränken. Innovative Techniken, speziell auch die Informations- und Kommunikationstechniken (IuK-Techniken) sowie die auf diesen Techniken aufbauenden neuen Dienste, können im Verkehrsbereich grundsätzlich zur Entwicklung einer „nachhaltigen Entwicklung“ beitragen. Dies bezieht sich nicht nur auf Effizienzsteigerungen, wie z. B. eine Steigerung der Kapazität von Straßen durch neue Verkehrsleitsysteme. Auch die häufig gewünschte Integration verschiedener Verkehrssysteme, wie die intelligente Vernetzung von öffentlichem Verkehr und Individualverkehr, kann durch den Einsatz von IuK-Techniken wesentlich gefördert werden. Schließlich gestatten IuK-Techniken auch, neue Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten bereitzustellen, die neue Mobilitätsdienste auf der Basis von Mitfahrgemeinschaften sowie eine Steuerung des Verkehrs mit spezifischen preisbezogenen Maßnahmen ermöglichen. IuK-Techniken können auf diese Weise Verhaltensänderungen im Hinblick auf eine „nachhaltige Entwicklung“ auf erheblich flexiblere und effektivere Weise bewirken, als dies mit klassischen Instrumenten möglich ist.

Die Themenstellung des Vorhabens knüpft an die Erfahrungen von Fallstudienauswertungen der Vorgängerstudie „Verkehr in Ballungsräumen - mögliche Beiträge von Telematik-techniken und -diensten für einen effizienteren und umweltverträglicheren Verkehr“ (Halbritter, G., u.a., 2002) sowie an Arbeiten des DIW zur preispolitischen Beeinflussung des Verkehrs (Kuhfeld, Schlör, Voigt 1996) an. Diese zeigen, dass verschiedene Länder sehr unterschiedliche Strategien bei der Entwicklung und Einführung der neuen Techniken und Dienste verfolgen. So wird in den USA die Verkehrstelematik im Rahmen formaler Verfahren und gesetzlicher Rahmenbedingungen entwickelt und implementiert, wogegen sich in Europa, insbesondere in Deutschland, staatliche Initiativen überwiegend auf die Forschungsförderung beschränken. Für erfolgreiche Innovationen im Verkehrsbereich sind dabei nicht nur die primären Bedingungen (technischer Stand und Know-how) der Technikentwicklung und -produktion von Bedeutung sondern insbesondere auch die übergeordneten gesellschaftlichen und staatlichen Rahmenbedingungen (Abb. 1).

Strukturschema zur Technikgestaltung

Abbildung 1: Strukturschema zur Technikgestaltung

Die Ergebnisse dieser Vorgängerstudie zeigen weiterhin, dass eine Technikentwicklung entsprechend den Kriterien einer „nachhaltigen Entwicklung“ nicht automatisch eintreten wird, sondern eine anspruchsvolle Gestaltungsaufgabe darstellt; staatlichen Institutionen kommt hierbei eine wichtige Funktion zu. Dies bedeutet, dass nicht nur die unterschiedlichen rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen in den betrachteten Ländern zu analysieren sind, sondern dass auch den Einschätzungen der allgemeinen Öffentlichkeit und bestimmter Facheliten zum Innovationspotenzial technischer Entwicklungen Beachtung geschenkt werden muss. Dabei spielen auch das kulturelle Selbstverständnis und die praktizierten Lebensstile der verschiedenen Gesellschaftsgruppen eine bedeutende Rolle. Neben ausgewählten europäischen Ländern sollen u.a. insbesondere die USA berücksichtigt werden.

Die Arbeit gliedert sich in drei Schritte:

  1. Monitoring verkehrspolitischer Aktivitäten in Ländern mit einschlägigen erfolgreichen verkehrspolitischen Konzepten zwecks Identifizierung relevanter Initiativen und Projekte im Bereich innovativer Techniken und Dienste im Ballungsraumverkehr, sowie des Standes der Einführung dieser Techniken und Dienste,
  2. Vertiefte Analyse der identifizierten Länderbeispiele mit Untersuchung der Realisierungsbedingungen und der verkehrlichen Wirksamkeit der innovativen Techniken und Dienste in den betrachteten Ländern sowie der Folgen in Bezug auf die Anforderungen einer „nachhaltigen Entwicklung“ im Verkehr. Hierbei sind auch die Hemmnisse zu identifizieren für die Fälle, dass die vorgesehenen Ziele nicht erreicht wurden.
  3. Analyse der Umsetzungsmöglichkeiten der gewonnenen Erfahrungen für repräsentative deutsche Bedingungen und Entwicklung strategischer Optionen zur Förderung von Innovationsprozessen.

Die Ergebnisse sollen zur Verbesserung der Entscheidungsgrundlagen für die Forschungs-, Verkehrs-, und Umweltpolitik beitragen und für Verbände und innovationsorientierte Industrieunternehmen neue Entwicklungsmöglichkeiten und Tendenzen aufzeigen.

Halbritter, G. u.a., 2002: Verkehr in Ballungsräumen: Mögliche Beiträge von Telematiktechniken und -diensten für einen effizienteren und umweltverträglicheren Verkehr. Beiträge zur Umweltgestaltung A 149, Erich-Schmidt Verlag, Berlin.
Weitere Informationen

Kuhfeld, H., Schlör, H. und Voigt, U., 1996: Ökonomische Folgenanalyse im Rahmen des TAB-Projektes „Optionen zur Entlastung des Verkehrsnetzes und zur Verlagerung von Straßenverkehr auf umweltfreundlichere Verkehrsträger“. Gutachten im Auftrag des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag, Berlin.

Publikationen

Kontakt

Prof. Dr. Günter Halbritter
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe