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Tech Center a-drive: Möglichkeitsbedingungen und Folgen automatisierten Fahrens

Tech Center a-drive: Möglichkeitsbedingungen und Folgen automatisierten Fahrens
Projektteam:

Grunwald, Armin (Projektleitung); Torsten Fleischer (Projektkoordination); Johannes Hirsch (bis 2017); Silvia Woll

Förderung:

MWK Baden-Württemberg

Starttermin:

2016

Endtermin:

2019

Projektpartner:

Universität Ulm (Federführung); FZI Forschungszentrum Informatik; Daimler AG

Forschungsbereich:

Innovationsprozesse und Technikfolgen

Projektbeschreibung

Automatisierung hält in wachsendem Umfang auch im Verkehrsbereich Einzug und zielt dabei auf Funktionen, die bisher eine Domäne von Menschen waren. Aktuell ist hier zuvorderst an die Automatisierung von Fahraufgaben in Straßenfahrzeugen zu denken. Nicht nur, dass diese hochkomplexe Aufgabe im Zuge des technischen Wandels bei den Informations- und Kommunikationstechniken vielen Entwicklern inzwischen beherrschbar scheint, es werden auch zahlreiche gesellschaftliche Leistungsversprechen damit verbunden: Verbesserung der Verkehrssicherheit, Erhöhung der Effizienz des Verkehrssystems, höherer Komfort für die Nutzer, Erweiterung von Mobilitätsoptionen sind die typischerweise formulierten. Als längerfristiges Entwicklungsziel wird angestrebt, (Straßen-)Fahrzeuge nicht nur umfassend zu automatisieren, sondern sie so weit zu entwickeln, dass sie tatsächlich zu autonomen Teilnehmern am Straßenverkehr werden können.

Das Tech Center a-drive, ein Zusammenschluss der Wissenschaftspartner Universität Ulm, FZI Forschungszentrum Informatik und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie dem Industriepartner Daimler AG, bündelt die Kompetenzen auf dem Gebiet des autonomen Fahrens in Baden-Württemberg.

Das vom ITAS im Rahmen des Tech Centers verantwortete Arbeitspaket ergänzt die technische Forschung im Vorhaben um eine komplementäre Perspektive: die der mobilitätsbezogenen Innovationsforschung. Analytischer Ausgangspunkt ist dabei die Beobachtung, dass Personenmobilität in soziotechnischen Systemen vollzogen wird, in denen Techniken, Infrastrukturen und menschliches Verhalten in vielfältiger Weise interagieren. Durch eine Markteinführung automatisierter Fahrzeuge wird dieses Netzwerk modifiziert. Beispielsweise werden neue Mobilitätsoptionen für bisher aus unterschiedlichen Gründen ausgeschlossene Nutzergruppen eröffnet, treten technische Systeme (wie autonome Fahrzeuge) als selbständig handelnde Akteure in das Netzwerk ein und müssen neue Formen der Kooperation zwischen Mensch und Technik – sowohl als Nutzer des Verkehrsmittels als auch als Interaktionspartner im Verkehrsgeschehen – erprobt und ggf. auch rechtlich, ethisch und sozial bewertet werden.

Im Projekt werden insbesondere Erwartungen und Wahrnehmungen von Laien hinsichtlich des automatisierten Fahrens empirisch untersucht. Ausgangsszenario ist das „Vehicle on Demand (VoD)“ - ein Fahrzeug, das auf Anfrage selbständig zum Nutzer kommt und nach Beendigung der Fahrt auch wieder selbständig in eine Parkposition zurückkehrt oder anderen Nutzern zur Verfügung steht. Dieses Szenario setzt die Entwicklungsvision der erweiterten Teilhabe an individueller motorisierter Mobilität für bisher ausgeschlossene Nutzergruppen konsequent um. Es eröffnet viele essentiell neue Mobilitätsdienstleistungskonzepte für ressourceneffizienteren umweltschonenderen Verkehr, zugleich ist seine soziotechnische Realisierung aber auch besonders anspruchsvoll.

Weitere Informationen:

Publikationen

Kontakt

Dipl.-Phys. Torsten Fleischer
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-24571
E-Mail