Poetik der Modelle: Ein partizipativer Ansatz zur Energiewende
- Projektteam:
Lang, Daniel (Projektleitung); Paulina Dobroć
- Förderung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft
- Starttermin:
2025
- Endtermin:
2029
- Projektpartner:
Veit Hagenmeyer (Institut für Automation und Angewandte Informatik, KIT); Robert Matthias Erdbeer (Germanistisches Institut, Universität Münster), Klaus Stierstorfer (Englisches Seminar, Universität Münster)
- Forschungsgruppe:
Reallaborforschung gestalten und Soziotechnische Zukünfte und Policies
Projektbeschreibung
Die Energiewende stellt eines der zentralen und größten sozio-technischen Projekte der Gegenwart dar. Dabei wird die Zukunft der Energiewende in und mit wissenschaftlichen Modellen gestaltet und verhandelt. Eine der Herausforderungen, die dies für die Gesellschaft, Politik und Wissenschaft mit sich bringt, liegt u. a. in der Vereinbarkeit der wissenschaftlichen Erkenntnisse mit ihrer Umsetzung durch politische Entscheidungsträger sowie mit den Bedürfnissen und Möglichkeiten einzelner Communities, in denen die Transformation vollzogen wird. Daher muss nicht nur der Prozess der Übersetzung der Modelle in die gesellschaftlichen Diskurse hinterfragt werden, sondern auch der Prozess der Modellierung selbst reflektiert und auch als partizipativer Kommunikations- und Lernprozess etabliert werden.
Das Projekt „Poetik der Modelle“ befasst sich mit dem Prozess der Modellierung im Kontext der Energiewende als gesamtgesellschaftliches Vorhaben und untersucht, wie Modelle erstellt werden, auf welchen Annahmen und Rahmenbedingungen sie beruhen und wie der Prozess der Modellierung von Anfang an so gestaltet werden kann, dass die Beteiligung verschiedener Stakeholder ein inhärenter Bestandteil des Modellierungsprozesses ist. Zu diesem Zweck werden im Projekt die wissenschaftlichen Modelle der Energiewende in verschiedenen Reallaboren am KIT erprobt, diskutiert und reflektiert. Ziel ist es, nicht nur die Akzeptanz und Übersetzbarkeit der Modelle sicherzustellen, sondern im Prozess der Modellierung auch deren Anwendbarkeit in diversen Communities mitzudenken. Mithilfe der Experimente in Reallaboren sollen Modelle und der Prozess der Modellierung neu gedacht werden. Es wird untersucht, in welcher Form verschiedene Stakeholder am Modellierungsprozess beteiligt werden können und sollten, in welchem Verhältnis wissenschaftliche Modelle zu den Narrativen in der Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft stehen (sollten) und wie Modelle ästhetisch reflektierbar gemacht werden können.
Dieser Herausforderung geht ein interdisziplinäres Team nach, das Expertise und Kompetenzen aus den Bereichen Informatik, Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung bündelt. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, mithilfe der ästhetischen Theorie die Mechanismen der Modellbildung offenzulegen und die in Modellen zur Energiewende enthaltenen Erzählmuster und Rahmenbedingungen für die Entstehung von Narrativen zu identifizieren. Die Modelle sollen anschließend in Reallaboren erprobt und reflektiert werden, um letztlich das Potenzial der Modellierungspraxis für die Gestaltung der Energiewende besser nutzen zu können. Gleichzeitig soll das Projekt dazu beitragen, Reallabore als Teil komplexer Forschungsinfrastrukturen im Kontext der Modellierung zu reflektieren und zu etablieren.
Finanziert wird das Projekt im Rahmen des Reinhardt-Koselleck-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Kontakt
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe
Tel.: 0721 608-22336
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