ITAS untersucht automatisierte Fahrzeuge im Alltag
Haben Sie im Alltag die Verkehrsmittel zur Verfügung, die Sie benötigen? Fänden Sie es attraktiv, autonome Shuttles zu nutzen, die den öffentlichen Nahverkehr künftig ergänzen könnten? Oder überwiegen bei Ihnen Bedenken – etwa wegen fehlender Kontrolle oder der Frage, wie Ihre Daten genutzt werden? Um Antworten bittet das ITAS derzeit rund 18.000 Bewohnerinnen und Bewohner des Furttals im Schweizer Kanton Zürich.
Automatisierte Mobilität als Ergänzung zum bestehenden Verkehrssystem
Die breit angelegte Bevölkerungsumfrage ist Teil der Begleitforschung zum Projekt „iamo – intelligente automatisierte Mobilität“, in dem das Swiss Transit Lab im Auftrag der Schweizer Bundesbahn SBB und zweier Kantone derzeit ein automatisiertes Mobilitätsangebot unter realen Bedingungen erprobt. „Anders als in klassischen Pilotprojekten sind die Fahrzeuge im öffentlichen Straßenraum einer ganzen Region unterwegs“, erklärt Tim Fraske, der die Forschungsarbeit am ITAS leitet. Das so entstehende Reallabor ermögliche es, automatisierte Mobilität im Alltag und im Zusammenspiel mit bestehenden Verkehrsangeboten zu erfahren . Der Betrieb beginnt zunächst mit Pkw, bevor das Angebot im Projektverlauf um größere Shuttles ergänzt wird.
An der auf mehrere Jahre angelegten Begleitforschung ist neben dem ITAS auch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) beteiligt. Die Partner richten den Blick bewusst nicht primär auf die Technik, sondern auf ihre gesellschaftliche Einbettung und auf Voraussetzungen für einen erfolgreichen Regelbetrieb: Wie wird das Angebot wahrgenommen? Wer nutzt es – und wer nicht? Welche Bedeutung haben Sicherheit, Vertrauen und die Gestaltung des Services für die tatsächliche Nutzung und für Veränderungen im Mobilitätsverhalten?
Langzeitblick auf Veränderungen im Mobilitätsverhalten
Die Forschenden kombinieren dazu mehrere breit angelegte Bevölkerungsumfragen mit der Befragung von Expertinnen und Stakeholdern, etwa aus Verkehrsunternehmen, kommunalen Verwaltungen, Betreiberorganisationen sowie der Zivilgesellschaft. „Auf diese Weise können wir über einen größeren Zeitraum hinweg analysieren, wie sich das Mobilitätsverhalten, aber auch bestehende Zugangsbarrieren und Nutzungsvoraussetzungen automatisierter Mobilitätsangebote verändern“, so Tim Fraske. Die Ergebnisse dieses „Langzeitblicks“ sollen während der Projektzeit kontinuierlich zur Weiterentwicklung des Servicegenutzt werden. Gleichzeitig versprechen sich die Forschenden wichtige Referenzen für ähnliche Reallabore zu Mobilitätsinnovationen, insbesondere in Deutschland. (26.03.2026)
Weiterführende Informationen:
- Projektseite Begleitforschung im Projekt „iamo – intelligente automatisierte Mobilität“ in der Schweiz im ITAS-Webauftritt
- iamo-Webseite
- Bericht im Tagesanzeiger: Bevölkerung darf sich zu den Robotaxis im Furttal äussern

