Untersuchung der Unterschiede zwischen öffentlicher und fachlicher Wahrnehmung städtischer Grünräume
- Projektteam:
Son, Jaewon (Projektleitung)
- Förderung:
Baden-Württemberg Stiftung
- Starttermin:
2026
- Endtermin:
2027
- Forschungsgruppe:
Projektbeschreibung
Städtische Grünräume sind für die Entwicklung nachhaltiger, gesunder und klimaresilienter Städte von entscheidender Bedeutung. Sie bieten Möglichkeiten zur Erholung, fördern die Biodiversität, tragen zur Anpassung an den Klimawandel bei und steigern so das allgemeine Wohlbefinden. Gleichzeitig richten sich Entscheidungen über ihre Planung und Bewirtschaftung häufig nach fachlichen und bürokratischen Vorgaben. Diese decken sich jedoch nicht immer mit der Art und Weise, wie die Menschen vor Ort diese Räume in ihrem Alltag wahrnehmen und schätzen.
Das Projekt untersucht Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der öffentlichen Wahrnehmung und der fachlichen Einschätzung städtischer Grünräume. Aufbauend auf vergleichenden empirischen Studien in Deutschland und der Republik Korea soll ein besseres Verständnis dafür entwickelt werden, wie die Bevölkerung sowie Akteure aus Planung und Governance die Vorteile und Funktionen von Stadtnatur bewerten. Besonderes Augenmerk gilt dabei den vielfältigen Werten der Natur sowie Fragen der Partizipation, Legitimität und Gerechtigkeit in der Umweltgovernance.
Die Untersuchung basiert auf Daten eines Promotionsprojekts, die mittels Fragebogenerhebungen in Karlsruhe (Deutschland) und Suwon (Republik Korea) sowie aus qualitativen Interviews mit Akteuren aus Grünraumplanung und -governance in mehreren deutschen und koreanischen Städten gewonnen wurden. Durch die Kombination quantitativer und qualitativer Methoden untersucht das Projekt, wie verschiedene gesellschaftliche Gruppen städtisches Grün erleben und wie diese Wahrnehmungen mit planerischen Prioritäten und Governance-Ansätzen zusammenhängen.
Ein zentrales Ziel des Projekts besteht darin, mögliche Diskrepanzen zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und fachlichen Perspektiven zu identifizieren und so deren Bedeutung für Nachhaltigkeitstransformationen in unseren Städten zu beleuchten. Ein besseres Verständnis dieser Unterschiede kann dazu beitragen, inklusivere, partizipativere und gesellschaftlich tragfähigere Ansätze für die Governance städtischer Grünräume zu entwickeln.
Für Baden-Württemberg ist das Projekt von besonderer Bedeutung, da zahlreiche Kommunen im Rahmen ihrer Klimaanpassungs- und Nachhaltigkeitsstrategien verstärkt in grüne Infrastruktur investieren. Durch die Verknüpfung von Bürgerperspektiven mit Planungs- und Governance-Ansätzen bringt die Forschung die aktuelle Diskussion darüber voran, wie städtisches Grün ökologisch wirksam, gesellschaftlich akzeptiert und an lokale Bedürfnisse angepasst bewirtschaftet werden kann.
Das Projekt schafft zugleich auch die Grundlage für zukünftige vergleichende Forschungsarbeiten zur Rolle gesellschaftlicher Werte bei der nachhaltigen Stadtentwicklung und Umweltgovernance. Es trägt damit sowohl zur wissenschaftlichen Debatte als auch zur Entwicklung politikrelevanten Wissens für die städtische Nachhaltigkeitstransformation bei. Darüber hinaus ist es Teil einer Forschungsagenda, die die Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen Werten, ökologischer Nachhaltigkeit und technologischem Wandel in Transformationsprozessen untersucht.
Kontakt
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe
Tel.: 0721 608-22665
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