Exzellenzcluster POLiS II (Post Lithium Storage)

Projektbeschreibung

Das Exzellenzcluster POLiS (Post Lithium Storage) hat sich erneut im Wettbewerb durchgesetzt und erhält ab 2026 für weitere sieben Jahre Fördermittel als POLiS II.

Im Rahmen des Clusters werden neue Batteriematerialien und Technologiekonzepte für eine effiziente und nachhaltige Speicherung elektrischer Energie entwickelt. Der Schwerpunkt liegt auf identifizierten nachhaltigen Alternativen, die ohne Lithium und andere kritische Materialien auskommen: Batterien auf der Basis von Natrium-, Magnesium-, Kalzium-, Aluminium- und Chlorid-Ionen. Diese sogenannten Post-Lithium-Batterien haben das Potenzial, mehr Energie zu speichern, sicherer zu sein und eine kostengünstigere, langfristige Option für Massenanwendungen wie stationäre und mobile elektrochemische Speicherung zu bieten.

ITAS ist für den Forschungsbereich C: Nachhaltigkeit verantwortlich. In den frühen Phasen der Entwicklung neuer Materialien kommen vereinfachte Methoden und Indikatoren zum Einsatz, um ein adäquates Bewertungsverfahren zu ermöglichen, z. B. zur Unterstützung des Screenings verschiedener Materialoptionen. Solche Ansätze wirken sich auch auf den Konstruktionsprozess aus, indem sie Nachhaltigkeitsaspekte bereits in der Konzeptionsphase einbeziehen, oder können sogar spezielle Optimierungsstrategien (z. B. „Design for Recycling“) unterstützen, die dem Konzept „Safe and Sustainable by Design“ folgen. Die Umsetzung des erweiterten Konzepts von RRI und CTA in die Praxis erfordert ein besseres Verständnis und eine bessere Antizipation potenzieller Auswirkungen, Risiken und Optionen der betrachteten Technologie, aber auch der Wechselbeziehungen mit verschiedenen Interessengruppen und der Gesellschaft. Letzteres setzt ein gutes Verständnis der Visionen und Erwartungen unterschiedlicher Interessengruppen voraus. Dies soll durch die Schaffung von „Räumen“ für Interaktion und Diskussion gefördert werden. Darüber hinaus bedarf es geeigneter Ex-ante-Bewertungsstrategien, die die Identifizierung und Priorisierung zentraler Technologieeigenschaften ermöglichen und eine breitere Grundlage für die Entscheidungsfindung, Interaktion mit Stakeholder, Frühwarnung, sowie letztlich die Auswahl und Unterstützung von Technologien bieten. Für die Technikfolgenabschätzung wirft dies das sogenannte „Collingridge-Dilemma“ auf: auch als Steuerungs- oder Kontrolldilemma bezeichnet, beschreibt eine methodische Zwickmühle in der Technikfolgenabschätzung: Solange eine neue Technologie noch relativ leicht verändert oder beeinflusst werden kann, ist die verfügbare Datenlage meist begrenzt und ihre langfristigen gesellschaftlichen Folgen lassen sich nur schwer abschätzen. Sind die Folgen schließlich besser erkennbar, ist die Technologie häufig bereits weit entwickelt und gesellschaftlich etabliert, sodass eine nachträgliche Steuerung oder Veränderung nur noch eingeschränkt möglich ist. Vor diesem Hintergrund müssen Methoden zur Nachhaltigkeitsbewertung (z.B. LCA, P-LCA, S-LCA, LCC, MCDA) für den prospektiven Ansatz weiterentwickelt, angepasst und möglicherweise vereinfacht werden, um eine nachhaltigkeitsorientierte Konzeption in allen Entwicklungsphasen neuer Batterietechnologien zu unterstützen.

Projekt-Website: https://www.postlithiumstorage.org

Kontakt

Dr.-Ing. Marcel Weil
Karlsruher Institut für Technology (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-26718
E-Mail