Kommunale Wärmewende in der Praxis
Die Wärmewende ist ein zentraler Baustein der Energiewende. Im Unterschied zum Stromsektor reicht es hier jedoch nicht aus, lediglich die Energieträger auszutauschen, während etablierten Infrastrukturen und Endnutzungsgeräte beibehalten werden. Der Grund dafür ist, dass der gesamte Technologiekette der Wärmeversorgung überwiegend auf die fossilen Energieträger Öl und Gas ausgerichtet ist.
Neue Publikation als zentraler Meilenstein des Projekts
In dem Projekt KOMM-WÄRME erforscht das ITAS mit seinen Projektpartnern, wie einzelne „Mosaiksteine“ an der Schnittstelle zwischen Technik und Gesellschaft die kommunale Wärmewende begünstigen können.
Die Ergebnisse wurden im Bericht „Heat transition through ‘right’ decisions. Ein entscheidungstheoretischer und politikinstrumenteller Ansatz am Beispiel der kommunalen Wärmewende“ veröffentlicht. Darin entwickeln die ITAS-Forschenden Dirk Scheer, Laura Müller und Patrick Stuhm ein Entscheidungsmodell für die kommunale Wärmewende und leiten daraus eine Bewertung verschiedener politischer Maßnahmen ab. Das Ziel besteht darin, Kommunen bei der Planung und Umsetzung einer klimafreundlichen Wärmeversorgung zu unterstützen.
Ergebnisse des Berichts
Das Modell zeigt, dass eine erfolgreiche Wärmewende nur gelingen kann, wenn die relevanten Akteure mit ihren Entscheidungen im Mittelpunkt stehen und politische Instrumente für diese Entscheidungen gezielt Orientierung schaffen.
„Die Wärmewende kann nur gelingen, wenn Akteure mit Gestaltungsmacht über Gebäude und Immobilien die richtigen Entscheidungen bei energetischer Modernisierung und Heiztechnik treffen. Diese ‚richtigen' Entscheidungen müssen durch die Politik mit ihren Instrumenten bestmöglich unterstützt werden. Diese Entscheidungsdimension ist bislang bei der Energie- und insbesondere der Wärmewende ein bislang sträflich vernachlässigter Aspekt“, sagt Dirk Scheer, Co-Autor des Berichts.
Im vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderten Projekt arbeitet das ITAS mit der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH (FfE) und der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) zusammen. (03.09.2026)
Weiterführende Informationen:
- Zur Publikation
- Zur Projektseite Kommunale Wärmewende als soziotechnisches System: Verständlich visionieren, fundiert analysieren, erfolgreich kommunizieren und motivieren (KOMM-WÄRME)

