Home | english  | Sitemap | Impressum | Datenschutz | KIT

Neuerscheinung: Ende einer Illusion [30.07.2012]

Cover

Nachhaltigkeit ist auf der politischen Bühne als Thema häufig nur noch ein Lippenbekenntnis. Die Sorge um Ökologie und Umwelt wird zunehmend ins Private verschoben. Nachhaltig konsumieren, so lautet die Botschaft, erzeuge den notwendigen Druck, um Industrie und Handel zu zwingen, umweltfreundliche Produkte herzustellen und anzubieten. Dem widerspricht Armin Grunwald. Seiner Auffassung nach kommt es auf „mehr zivilgesellschaftliches Engagement“ an, da Nachhaltigkeit letztlich verbindlich werden müsse, was mit privatem Konsum nicht erreichbar ist.

Individuelle Verantwortung und die Pflicht der Bürger, sich als Agenten des Wandels politisch und gesellschaftlich zu engagieren, sind unverzichtbare Bedingungen, ohne die eine glaubwürdige Nachhaltigkeitswende nicht zu haben sein wird. Wie der Weg in eine bessere Zukunft gelingen kann, skizziert Armin Grunwald in acht Kapiteln.

Zu Beginn des Buches argumentiert er, dass die aktuelle gesellschaftliche Debatte zum ökologischen Konsum in die falsche Richtung läuft. Durch Moralisierung, den Druck der „political correctness“ und paternalistische Überlegungen würden die Konsumenten mit Verantwortung überladen, der sie niemals gerecht werden könnten. „Öffentliche Angelegenheiten unter Transparenz- und Legitimationsverpflichtung werden mit dem privaten Bereich vermischt, der gerade von diesen Verpflichtungen befreit ist“. Der vorgeschlagene Lösungsweg zielt auf die Verantwortung der Politik: „Um einen durchgreifenden und stabilen Kurswechsel zu erreichen, müssen die Rahmenbedingungen für das Handeln der Menschen verändert werden. Dazu gehören die Besteuerung von Waren und Dienstleistungen, Gesetze und Verordnungen sowie Anreizsysteme, die unsere Entscheidung beeinflussen.“ Die Mitverantwortung der Bürger liege dann in der aktiven Teilnahme am demokratischen System, um es in die Richtung nachhaltiger Entwicklung zu drängen.

Bibliographische Angaben:
Grunwald, A.
Ende einer Illusion. Warum ökologisch korrekter Konsum uns nicht retten wird. München: Oekom, 2012, ISBN 978-3-86581-309-1, 128 S.
mehr zum Buch