Institute for Technology Assessment and  Systems Analysis (ITAS)

STOA Studie "Agricultural technologies for developing countries" veröffentlicht [02.11.2009]

Landwirtschaft für Entwicklung ist wieder zurück auf der internationalen Agenda. Rund die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in ländlichen Gebieten, und Landwirtschaft steht im Zentrum ihrer Existenz. Die große Mehrheit der Landwirte in Entwicklungsländer sind Kleinbauern, und die meisten Armen leben in ländlichen Gebieten. Steigende landwirtschaftliche Produktion und starkes ökonomisches Wachstum in der Landwirtschaft - mit Kleinbauern im Zentrum der Aufmerksamkeit – werden dringend benötigt, um die Reduktion von Armut zu erreichen.

Vor diesem Hintergrund hat ITAS – im Rahmen der European Technology Assessment Group (ETAG) – für STOA die Potentiale von landwirtschaftlichen Technologien für Entwicklungsländer untersucht. Dabei wurde der mögliche Beitrag von ausgewählten, wichtigen landwirtschaftlichen Produktionssystemen (sowie ihren Technologien und Managementpraktiken) zu einer höheren Nahrungsmittelproduktion und Ernährungssicherheit analysiert. Folgende landwirtschaftlichen Produktionssysteme wurden in Fallstudien untersucht (durch externe Experten):

  • Rainwater Harvesting (Sammlung von Regenwasser)
  • Conservation Agriculture (Konservierende Landbewirtschaftung)
  • System of Rice Intensification (Systematische Intensivierung im Reisanbau)
  • Organic Farming (Ökologischer Landbau)
  • Agroforestry systems (Agroforstsysteme)
  • Transgenic plants (Gentechnisch veränderte Pflanzen)

STOA hat nun den Endbericht von ITAS und die Fallstudien veröffentlicht. Der Endbericht stellt heraus, dass insbesondere "low-input intensification" den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Kleinbauern entspricht. Dem entsprechen Conservation Agriculture, System of Rice Intensification, Agroforestry systems und Organic Farming, die als komplexe landwirtschaftliche Systeme zur Intensivierung durch höhere agro-ökologische und biologische Produktivität beschrieben werden können. Sie benötigen nicht notwendigerweise steigende externe Inputs (wie Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel) und streben stattdessen eine Optimierung der Inputnutzung an. Ein verbessertes Management von Boden und Wasser sind zentrale Elemente. Im Bericht werden aufbauend auf der Analyse Handlungsoptionen für die europäische Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit identifiziert und diskutiert.

Bibliographische Angaben:
Rolf Meyer
Agricultural technologies for developing countries.
Brussels: European Parliament 2009 (IP/A/STOA/FWC/2005-28/SC42)

Weiterführende Links:

  • Persönliche Homepage: Rolf Meyer
  • STOA-Website href="http://www.europarl.europa.eu/stoa/default_en.htm">hier