Institute for Technology Assessment and  Systems Analysis (ITAS)

Im Rahmen des Projektes "World Wide Views on Global Warming" organisierte ITAS als deutscher Partner erfolgreich eine Bürgerkonferenz zu den Themen Klimapolitik und Klimawandel. [20.10.09]

Am Samstag, 26. September 2009, fand in Karlsruhe im Rahmen des Projekts "World Wide Views on Global Warming" eine von weltweit 44 Bürgerkonferenzen zu Klimawandel und Klimapolitik statt. Für die deutsche Konferenz waren knapp 100 zufällig ausgewählte Teilnehmende aus Baden-Württemberg auf Einladung von ITAS bei der Stiftung Energie und Klimaschutz Baden-Württemberg zu Gast.

Wie alle anderen weltweit ungefähr 4400 Bürgerinnen und Bürger haben die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Tag Diskussionen zu Themen rund um Klimawandel und Klimapolitik geführt, angefangen bei der Dringlichkeit einer Klimavereinbarung über die verbindlichen Ziele bis hin zu der Frage, wie Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel finanziert werden könnten. Eine Abstimmung über diese Fragen stand am Ende einer jeden Diskussionsrunde.

Eine in zahlreichen Ländern von einer großen Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vertretene Ansicht bezieht sich auf die Dringlichkeit eines weltweiten Klimaabkommens: 90 Prozent halten es für unaufschiebbar, dass sich die politischen Entscheidungsträger auf der Weltklimakonferenz im Dezember auf ein verbindliches Klimaabkommen einigen. So einig sind sich die Weltbürgerinnen und -bürger dann aber bei der Bewertung konkreter Maßnahmen schon nicht mehr. So sprechen sich zwar immer noch große Teile z.B. für eine Erhöhung der Preise für fossile Brennstoffe als ein mögliches Steuerungs- und Finanzierungsmittel im Rahmen einer nachhaltigen Klimapolitik aus, hier gibt es aber auch länderabhängig unterschiedliche große Anteile der Teilnehmenden, die dies ablehnen. Die beiden wichtigsten Empfehlungen, die im Rahmen der deutschen Bürgerkonferenz formuliert wurden, fordern einerseits ein sofortigen Handeln hin zu einem weltweit gültigen Klimaabkommen und betonen hier vor allem die Bedeutung verbindlicher Reduktionsziele. Andererseits sprechen sie ganz klar auch die breite Bevölkerung an, die bewusster mit Energie umgehen und konkrete Maßnahmen für Energieeinsparungen umsetzen sollte.

In den folgenden Wochen bis zum Beginn der Weltklimakonferenz Anfang Dezember in Kopenhagen geht es vor allem darum, die Botschaften des weltweit ersten Bürgerbeteiligungsverfahrens, WWViews, ausführlich zu analysieren und für die politischen Entscheidungsträger aufzubereiten. So sollen die Ergebnisse dieser Auswertung am 19. November 2009 der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und den Delegierten der Weltklimakonferenz zur Kenntnis gebracht werden.

Weiterführende Links:

  • Detaillierte Informationen sowohl zum Projekt, zur Durchführung und auch zu den Ergebnissen aller Bürgerkonferenzen finden sich auf den vom Danish Board of Technology gepflegten WWView-Webauftritt. hier
  • Eine deutsche Beschreibung des Projekts, eine Kurzzusammenfassung der Ergebnisse der deutschen Bürgerkonferenz und weiteres Informationsmaterial finden Sie auch auf der Projektseite bei ITAS hier
  • Kontakt zum Projektteam: Martin Knapp (Projektkoordination), Christiane Hauser (Konferenzleitung)