Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)

ITA-Monitoring – Identifizierung neuer Themen für die Innovations- und Technikanalyse des BMBF

  • Projektteam:

    Decker, Michael (Projektleitung); Christopher Coenen; Torsten Fleischer; Michael Rader; Michael Reuß; Christine Rösch; Jens Schippl; Nora Weinberger (Projektkoordination)

  • Förderung:

    Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Projektträger: VDI/VDE Innovation + Technik GmbH (Berlin)

  • Starttermin:

    2008

  • Endtermin:

    2012

  • Projektpartner:

    Zukünftige Technologien Consulting (ZTC) der VDI Technologiezentrum GmbH (Düsseldorf) (Axel Zweck, Dirk Holtmannspötter, Norbert Malanowski, Waldemar Baron, Matthias Braun, Eva Cebulla, Sabine Korte, Wolfgang Luther

  • Forschungsgruppe:

    Innovationsprozesse und Technikfolgen

Beschreibung des Projekts

Der Ansatz der Innovations- und Technikanalyse (ITA) des BMBF zielt darauf ab, den unterschiedlichen Akteuren im Innovationsprozess Informationen zur Verfügung zu stellen, um Entscheidungen hinsichtlich Forschung, Technologie und Innovation zu unterstützen. Durch Innovations- und Technikanalysen werden mögliche Chancen und Risiken identifiziert, Potenziale und Optionen aufgezeigt und eine Früherkennung von möglichen Hemmnissen und fördernden Faktoren für Innovationen geleistet.

Diese Identifizierung strategischer Themen für die Innovations- und Technikanalyse und die Herausarbeitung ihrer jeweils besonderen Fragestellungen waren die Ziele des Forschungsprojekts ITA-Monitoring. Dafür wurde über die Projektlaufzeit hinweg ein systematischer und kontinuierlicher Suchprozess (Monitoring) eingerichtet, durch den sowohl aus der Technologie- als auch der gesellschaftlichen Bedarfsperspektive relevante ITA-Themen identifiziert werden konnten. Dieser Prozess war durch drei Auswahlschritte gekennzeichnet. Zunächst wurde über eine intensive Literatur- und Desktoprecherche einerseits nach Fundstellen gesucht, in denen über neue und relevante technische Entwicklungen berichtet wurde und andererseits wurde Zitaten nachgespürt, die einen Bedarf nach einer technischen Lösung beschreiben. In der ersten Relevanzentscheidung wurden diese Rohdaten nach unterschiedlichen Bewertungsdimensionen (z.B. technisch-wissenschaftlich, ökologisch) beurteilt, wobei bezüglich mindestens einer dieser Dimensionen eine besondere Relevanz eines Themas erkennbar sein musste. In einem zweiten Schritt wurde dann geprüft, ob die Themen auch gegenüber dem je anderen „Suchpfad“ relevant sind. Das heißt, Themen, die über den Technikentwicklungspfad gefunden wurden, mussten auch für das Befriedigen eines gesellschaftlichen Bedarfs als relevant befunden werden und umgekehrt musste für identifizierte gesellschaftliche Bedarfe auch eine technische Lösung gefunden werden, die diesen möglicherweise befriedigen kann. Die nächste Relevanzentscheidung wurde durch TA-Experten, die Themen aus der Perspektive der ITA beurteilen sollten und weitere Experten, die als so genannte „Advokaten“ fungieren sollten und eine der relevanten Dimensionen vertraten, im Rahmen eines Workshops getroffen. Dieser Suchprozess wurde dreimal – einmal im Jahr – durchgeführt.

Für die so identifizierten Themen wurden sog. Kurzstudien ausgearbeitet, die neben einer transdisziplinären Problembeschreibung auch Empfehlungen für eine problemadäquate methodische Vorgehensweise zur Erarbeitung von Problemlösungen enthalten. Unter anderem waren das Kurzstudien zu „Elektromobilität“, „Intelligente Stromnetze“, „Klebrige Informationen“, „Nichtmedizinische Anwendungen der Neurowissenschaften“, „Frisch auf den Müll“, „Verringerung der Lebensmittelverluste als Ansatz zur Verbesserung der Welternährungssituation“, „Serviceroboter in Pflegearrangements“ und „Soziale Voraussetzungen von Bestrebungen zu technischem Enhancement menschlicher Fähigkeiten“. Diese Kurzstudien sind jedoch keine Innovations- und Technikanalysen im klassischen Sinne, sondern sie stellen methodische Vorarbeiten (Vorprojekte) dar.

Publikation zu diesem Projekt:

Decker, M.; Fleischer, T.; Schippl, J.; Weinberger, N.
Zukünftige Themen der Innovations- und Technikanalyse. Methodik und ausgewählte Ergebnisse. Karlsruhe: KIT Scientific Publishing 2012 (KIT Scientific Reports; 7605)
Volltext

Publikationen


2014
Buchaufsätze
Weinberger, N.
Soziale Voraussetzungen von Bestrebungen zu technischem Enhancement menschlicher Fähigkeiten.
2014. Zukünftige Themen der Innovations- und Technikanalyse : Lessons learned und ausgewählte Ergebnisse. Hrsg.: M. Decker, 123–198, KIT Scientific Publishing 
Vorträge
Decker, M.
Verantwortbare Innovationen - Ein neuer Schwerpunkt in der Europäischen Forschung?.
2014. Expertengespräch an der Lomonosov Universität, Moskau, Russland, 19.11.2014 (2014), Moskau, Russland, 19. November 2014 
Decker, M.
Innovation ja - aber bitte verantwortungsbewußt.
2014. Symposium “Innovationsoffenheit in Deutschland: von Partnern lernen" (2014), Berlin, Deutschland, 4. Dezember 2014 
Decker, M.
From technology assessment to responsible research and innovation? Europäische Forschung?.
2014. International Conference “Social philosophy of science: Russian prospects” (2014), Moskau, Russland, 18.–19. November 2014 
Decker, M.
Ethics and robotics: Towards responsible research and innovation.
2014. “Roboethik”: Technikfolgenabschätzung und verantwortungsbewusste Innovation in Japan und Deutschland (2014), Berlin, Deutschland, 4. Dezember 2014 
Decker, M.
Die Entwicklung der Innovations- und Technikanalyse (ITA).
2014. Konstituierende Sitzung des ITA-Beraterkreises, Berlin, 24. Oktober 2014 
Fleischer, T.
Orte verantwortlicher Innovation - Immersion und Distanz im Zuge entwicklungsbegleitender Forschung in TA und RRI.
2014. 6. Konferenz des Netzwerks Technikfolgenabschätzung (NTA) und 14. Technikfolgenabschätzung (TA) Jahreskonferenz des Instituts für Technikfolgen- Abschätzung, Wien, A, 2.-4. Juni 2014 
2013
Vorträge
Fleischer, T.; Edelmann, M.; Schippl, J.; Schneider, C.; Rader, M.; Zimmermann, B.
Neue Produktionskonzepte: Der ’Personal Fabricator’.
2013. ITA-Forum ’Innovations- und Technikanalyse im Dialog’, Berlin, 26.-27. September 2013 
Poster
Ferrari, A.; Frank, D.; Heil, R.; König, H.; Weinberger, N.
Nutzen und Risiken des Tissue Engineering.
2013. ITA-Forum ’Innovations- und Technikanalyse im Dialog’, Berlin, 26.-27. September 2013 
2012
Buchaufsätze
Hennen, L.; Coenen, C.
Nichtmedizinische Anwendungen der Neurowissenschaften.
2012. Zukünftige Themen der Innovations- und Technikanalyse. Hrsg.: M. Decker, 171–221, KIT Scientific Publishing 
Pathmaperuma, D.; Schippl, J.
Intelligente Stromnetze.
2012. Zukünftige Themen der Innovations- und Technikanalyse. Hrsg.: M. Decker, 85–120, KIT Scientific Publishing 
Weinberger, N.; Weber, A.; Reisch, S.
"Klebrige Informationen".
2012. Zukünftige Themen der Innovations- und Technikanalyse. Hrsg.: M. Decker, 121–169, KIT Scientific Publishing 
Forschungsberichte/Preprints
Krings, B.-J.; Böhle, K.; Decker, M.; Nierling, L.; Schneider, C.
ITA-Monitoring “Serviceroboter in Pflegearrangements” - Kurzstudie.
2012. Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 
Weinberger, S.; Sahrai, E.; Reisch, N.
Soziale Voraussetzungen von Bestrebungen zu technischem Enhancement menschlicher Fähigkeiten.
2012. Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 
2011
Forschungsberichte/Preprints
Kaiser, O.; Meyer, S.; Schippl, J.
Elektromobilität - ITA-Kurzstudie.
2011. ITA-Kurzstudie Düsseldorf : Zukünftige Technologien Consulting der VDI Technologiezentrum GmbH, 2011 (Zukünftige Technologien ; 93) 
Kaiser, O. S.; Meyer, S.; Schippl, J.
ITA-Monitoring “Elektromobilität”: Kurzstudie.
2011. VDI Technologiezentrum 
2010
Vorträge
Decker, M.
How to identify new themes for TA?.
2010. TA-Workshop ’Keeping Pace with TA’, Bruxelles, B, February 26, 2010 

Kontakt

Prof. Dr. Michael Decker
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-23007
E-Mail