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Soziotechnische Herausforderungen bei der Entsorgung radioaktiver Abfälle

Bei der Entscheidung für eine Option zur Entsorgung hochradioaktiver Abfälle sind soziale Prozesse und technologische Anforderungen untrennbar miteinander verbunden. Diese wechselseitigen Abhängigkeiten untersucht das ITAS im Projekt SOTEC-radio.
Logo SOTEC-radio

Wie soll die Standortsuche, der Bau und Betrieb eines Endlagers insbesondere für hochradioaktive Abfälle ausgestaltet werden? Wie wird die langfristige Zwischenlagerung organisiert, die bis zum Bau eines solchen Endlagers erforderlich ist? Gemeinsam mit dem Öko-Institut und dem Forschungszentrum für Umweltpolitik (FFU) der FU Berlin erforscht das ITAS im Projekt „Konzepte und Maßnahmen zum Umgang mit sozio-technischen Herausforderungen bei der Entsorgung radioaktiver Abfälle (SOTEC-radio)“, wie sich die wechselseitigen Abhängigkeiten von sozialen und technischen Aspekten wissenschaftlich fassen lassen und wie sie die Entsorgungspolitik beeinflussen. Auf dieser Basis wollen die Forschenden anwendungsorientierte Handlungsempfehlungen für die Politik zum Umgang mit soziotechnischen Herausforderungen entwickeln.

Die Projektpartner arbeiten zunächst gemeinsam den Forschungsstand zu „soziotechnischen Problemen“ auf und prüfen, wie sich bestehende Ansätze auf das „Problem Endlagerung“ übertragen lassen. Das ITAS befasst sich weiter mit der Frage, wie über die sehr langen Zeiträume, über die ein Zwischenlager betrieben sowie ein Tiefenlager gebaut, gefüllt und geschlossen wird, Entscheidungsfähigkeit erhalten bleiben kann. Diese so genannte „Long-term Governance“ umfasst sowohl die Frage des technischen Kompetenzerhalts als auch die Frage wie sich die zuständigen Institutionen an wandelnde Rahmenbedingungen anpassen können, damit auch in mehreren Jahrhunderten bei Entscheidungen noch das Gemeinwohl im Vordergrund steht. Dabei werden die Rollen und das Zusammenwirken von Behörden, politischen Entscheidungsträgern, der Industrie und der interessierten Öffentlichkeit untersucht.

Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und ist im April dieses Jahres gestartet. Die Projektleitung der ITAS-Arbeiten liegt bei Sophie Kuppler, die Koordination des Gesamtprojektes beim Öko-Institut Darmstadt. (10.10.2017)

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