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Technology Assessment in der Weltgesellschaft - NTA2 - Zweite Konferenz des „Netzwerks TA“

Technology Assessment in der Weltgesellschaft - NTA2 - Zweite Konferenz des „Netzwerks TA“
Veranstaltungsart:

Konferenz

Tagungsort:

Berlin, Neue Mälzerei des Umweltforums

Datum:

22.11.06. - 24.11.06

Downloads

Programm (PDF)

Abstracts (PDF)

Plakat (PDF)

Bericht zur NTA2-Konferenz (Roman Winkler in ITA-Newsletter, Dezember 2006) (PDF)

Veranstalter

Die Konferenz wird mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) veranstaltet vom Forschungszentrum Karlsruhe, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS, Prof. A. Grunwald) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Politikwissenschaft der Fernuniversität Hagen (Priv.-Doz. Dr. S. Bröchler), dem Institut für Technikfolgen-Abschätzung in Wien (ITA, Univ.-Doz. Dr. M. Nentwich), dem Institut für Wissenschafts- und Technikforschung der Universität Bielefeld (IWT, Prof. A. Bora), dem Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin (ZTG,Dr. H.-L. Dienel), dem Zentrum für Interdisziplinäre Technikforschung der TU Darmstadt (ZIT, Dr. G. Stärk) und dem Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung der Schweiz (TA-SWISS, Dr. S. Bellucci).

 

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News

03.12.2007 Tagungsband zur NTA2 erschienen  
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09.01.2007 Bericht zur NTA2-Konferenz (Roman Winkler in ITA-Newsletter, Dezember 2006)
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18.12.2006 Allererste Eindrücke zur NTA2-Konferenz (Armin Grunwald in TATuP 3 / 2006)  
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06.10.2006 Anmeldung zur zweiten Konferenz des Netzwerks TA, NTA2, ab sofort online möglich

Sie können sich auf der Web-Site zur Konferenz ab sofort auch online anmelden. Dort finden Sie auch das komplette Programm. Die Teilnahme ist kostenlos.

Das Programm zur NTA2, der zweiten Konferenz des Netzwerks TA (22.11.-24.11.2006, Berlin), sieht am Mittwochabend einen öffentlichen Vortrag des ehemaligen Direktors des UN-Umweltprogramms Prof. Dr. Klaus Töpfer vor. Am Donnerstagvormittag werden prominente Vertreter aus Politik und Wirtschaft im Plenum zum Thema der Tagung sprechen. Donnerstagnachmittag und Freitagvormittag widmet sich die Tagung in drei parallelen Sitzungen den Themen „Globale Technik“, „Globale Politik“ und „TA in einer globalen Welt“.

Hinzuweisen ist des Weiteren auf die Jahresversammlung der Mitglieder des Netzwerks TA am Mittwochnachmittag sowie die Postersession mit Nachwuchswissenschaftlern am Donnerstagabend. Außerdem finden Sitzungen der Arbeitsgruppen des Netzwerks TA am Mittwoch statt.

20.06.2006 Wissenschaftlicher Beirat konstituiert, Call for Papers bis 7. Juli 2006 verlängert

Inzwischen hat sich der Wissenschaftliche Beirat der NTA2 konstituiert. Die neun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler garantieren einen intensiven Begutachtungsprozess, in dem jeder Konferenzbeitrag (Vorträge und Poster) von mindestens drei Mitgliedern des Beirats begutachtet wird. Da die Konstituierung des Wissenschaftlichen Beirats relativ spät erfolgte, wurde auch die Einreichungsfrist noch einmal verlängert. Sie endet nun am 7. Juli 2006. Bis dahin müssen zunächst die Abstracts geplanter Vorträge (max 1 Seite) eingereicht werden. Die Benachrichtigung der Referentinnen und Referenten erfolgt dann bis spätestens 31. August 2006. Bitte beachten Sie, dass für Nachwuchswissenschaftler (Doktoranden, Postdocs) Reisestipendien (Reise und Unterkunft) beantragt werden können.

06.06.2006 Prominente Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Industrie haben Plenarvorträge für die NTA2 zugesagt  

Die Vorbereitungen zur NTA2 „Technology Assessment in der Weltgesellschaft“ sind angelaufen. Es konnten bereits attraktive Hauptredner gewonnen werden. Den öffentlichen Abendvortrag am Abend des 22.11.2006 wird Professor Dr. Klaus Töpfer halten, der bis Mai 2006 Direktor des UN-Umweltprogramms war. Am folgenden Tag werden Professor Dr. Frieder Meyer-Krahmer, Staatssekretär der Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), Philippe Busquin, Mitglied des Europäischen Parlaments und Chairman des STOA-Panels (Scientific Technology Options Assessment), sowie Prof. Dr. Dietmar Theis, Siemens AG, zum Thema der Tagung sprechen.

06.06.2006 Verlängerung der Einreichungsfrist für Vorträge und Poster bis zum 19.06.2006

Programm

(Stand: 17.11.2006)

Programm (Stand: 17. November 2006)

Mittwoch, 22. November 2006

14:00 Öffentliche Treffen der Arbeitsgruppen
  –  Informations- und Kommunikationstechnik (im Plenarsaal)    
  –  Governance und TA (im Kuppelsaal Nord)
  –  Nutzpflanzen (im Kuppelsaal Süd)
16:00 Jahrestreffen des Netzwerks TA (im Plenarsaal)  
19:00 Öffentlicher Abendvortrag (im Plenarsaal)
Prof. Dr. Klaus Töpfer (bis Mai 2006 Direktor des UN-Umweltprogramms)
Globale Umweltveränderungen – Konsequenzen für Technikentwicklung und Technikfolgenabschätzung

Donnerstag, 23. November 2006

Plenum: Die Nachfrageseite der TA in globalen Zusammenhängen
Sitzungsleitung: Prof. Dr. Armin Grunwald (ITAS, Forschungszentrum Karlsruhe)
09:30 Begrüßung
Prof. Dr. Armin Grunwald (ITAS, Forschungszentrum Karlsruhe)
10:15 Ulla Burchardt, MdB
(Vorsitzende des Ausschusses für Forschung, Bildung und TA des Deutschen Bundestages)
11:00 Pause
11:30 Prof. Dr. Dietmar Theis
(Siemens AG): „Pictures of the Future“ in einem internationalen Unternehmen
12:15 Prof. Dr. Alfons Bora
(IWT, Universität Bielefeld): Thematische Einführung in die Konferenz
12:30 Mittagspause
Beginn der Parallel-Sektionen
  Sektion 1
Globale Technik
Sektion 2
Globale Politik
Sektion 3
TA in der Globalen Welt
Sitzungssaal: Seminarraum 1
Technik: Marco Lindner
Sitzungsleitung: Prof. Dr. Alfons Bora (IWT, Universität Bielefeld)
Sitzungssaal: Seminarraum 2
Technik: Benjamin Albrecht
Sitzungsleitung: Priv.-Doz. Dr. Stephan Bröchler (Institut für Politikwissenschaft, FernUniversität Hagen)
Sitzungssaal: Plenarsaal
Technik: Christoph Henseler
Sitzungsleitung: Bettina-Johanna Krings (ITAS, Forschungszentrum Karlsruhe)
13:30 Key note: Prof. Dr. Wolfgang van den Daele (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung):
Kann Technology Assessment global sein?
Key note: Prof. Dr. Volker Schneider (Universität Konstanz): Entwicklungspfade von Governance in einer zunehmend komplexen Weltgesellschaft Key note: Robby Berloznik (viWTA, Flemish Institute for Science and Technology Assessment): International Cooperation in Technology Assessment
14:10 Jörg Potthast
Weltnetzwerkgesellschaft oder Weltorganisationsgesellschaft? Globale Technik und zwei Muster des Umgangs mit Pannen  
Univ.-Doz. Dr. Michael Latzer
Multilevel-Governance in glokalen Mediamatik-Sektoren  
Gotthard Bechmann
TA als Ethik im Globalisierungsprozess? – Anmerkungen zum Normativen in der Weltgesellschaft  
14:50 Dr. Alexander Bogner / Wolfgang Menz
Ethisierung und globale Technik – der Fall des koreanischen Stammzell-Stars Hwang  
Christiane Quendt / Torsten Fleischer / Dr. Michael Rader
Converging Technologies als Gegenstand internationaler forschungspolitischer Debatten – Beoachtungen, Analysen, Probleme  
Robert Bichler / Celina Raffl
New Virtual Social Communities – A Case Study  
15:30 Pause
16:00 Dr. Wolfgang Liebert
TA globalisierter Technikentwicklung am Fall nuklearer Energietechnologien  
Dr. Petra Schaper-Rinkel
Governance der Nanotechnologie: TA als Zentrum einer globalen Diskursordnung  
Dr. Stephan Albrecht
Globale TA, politisch und methodisch: Oxymoron oder zukunftsweisende Innovation?  
16:40 Oliver Parodi
Ethische und kulturwissenschaftliche Bemühungen um „globale Technik“  
Dr. Bettina Rudloff / Dr. Johannes Simons
Herausforderungen für Technikfolgenabschätzung im Kontext von multi-level Governance: Das Beispiel Lebensmittelpolitik  
Dr. Arnold Sauter
Transgenes Saatgut – Eine globale Frage für TA  
17:20 Eckhard Störmer / Jochen Markard / Dr. Bernhard Truffer
Implementierung internationaler Technologien in regional spezifizierten Kontexten – Bewertung von Innovationen für den Einsatz im Abwassersektor  
Brigitte Biermann
Der analytische Beitrag technologiebezogener Innovationsnetzwerke zur Untersuchung neuer Governanceformen im Feld Nachhaltigkeit  
Dr. Andreas Lösch
„Globalized Nano-Visions“: Neuer TA-Bedarf in der öffentlichen Wissenschaftskommunikation  
18:00 Pause
18:15 Nachwuchspostersession
Auftakt im Plenarsaal (anschließend Diskussion an den Postern im Kuppelsaal Nord)
Sitzungsleitung: Priv.-Doz. Dr. Gabriele Abels (IWT, Universität Bielefeld)
  Edith Besson
New Modes of Knowledge Production, Culture and Territorial Development: The Articulation of Research, Urban and Cultural Policies in France and the United Kingdom
  Marc Dusseldorp
Zielkonflikte der Nachhaltigkeit
  Margret Engelhard
Pharming – eine weltweit aufkommende Anwendung der Gentechnik
  Richard Finckh
Experten in der TA – Technikfolgenabschätzung als Professionalisierung der Wissenschaft?
  Gregor Giersch
Elektronisches Geld? Technologieanwendung und Verbreitung vor dem Hintergrund institutioneller Interessen
  Alexander Görsdorf
Interaktionseffekte – Risiken und Leistungen von Face-to-Face-Interaktion in der partizipativen Technikbewertung
  Andreas Gräfe
Informationsmärkte als partizipative Methode der Technikfolgenabschätzung
  Robert Hauser
Technische Kulturen oder kultivierte Technik: Das Internet in Deutschland und Russland
  Anne Katrin Lensch
Kommunikation über Functional Food: Schwierigkeiten und Lösungen
  Kirstin Lenzen
Augmented Reality-Technology: Vorschlag einer prozessorientierten Beschreibung
  Jacquelyne Luce
Bypassing Assessment: The dis/appearance of technological convergence in the everyday life
  Linda Nierling
Anerkennungsstrukturen von Erwerbsarbeit und Folgen für den erweiterten Arbeitsbegriff – Konzeption einer qualitativen Studie
  Oliver Parodi
Massivwasserbau und naturnaher Wasserbau. Weltbilder – Nachhaltigkeit – Ethik
  Henrik Pontzen
Diskursethik und Spieltheorie
  Karina Rasche
Intensität der Partizipation – eine Charakterisierung von Partizipationsprozessen anhand von sechs Dimensionen
  Constanze Scherz
Wissenschaftliche Politikberatung im Wandel. Probleme, Herausforderungen und Lösungswege vor dem Hintergrund des Expertendilemmas
  Janina Schirmer
Europäische Nanotechnologie-Politik als Beispiel für Policy-Learning?
  Stefan Silvestrini
Technikfolgenabschätzung in der Entwicklungszusammenarbeit
  Philipp Späth
Kollektive Szenarienprozesse als Mittel der Forschungsförderung – Zur Prüfung und Festigung von Erwartungen an „nachhaltige“ Technologien
  Sylvia Thrams
Neue Technologien der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung – Bedarf für eine Regelung nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben
  Regina Webhofer
Demoscene: Playground of Computer Nerds
  Markus Will
Das Projekt ITA.MS an der Hochschule Zittau / Görlitz (FH)
  Michaela Wölk
PerCoMed: Pervasive Computing in der vernetzten medizinischen Versorgung
20:00 Abendessen und weiterer Austausch

Freitag, 24. November 2006

Beginn der Parallel-Sektionen
  Sektion 1
Globale Technik
Sektion 2
Globale Politik
Sektion 3
TA in der Globalen Welt
Sitzungssaal: Seminarraum 1
Technik: Marco Lindner
Sitzungsleitung: Univ.-Doz. Dr. Michael Nentwich (ITA, Österreichische Akademie der Wissenschaften)
Sitzungssaal: Seminarraum 2
Technik: Benjamin Albrecht
Sitzungsleitung: Dr.-Ing. Bjørn Ludwig (Technowledgement Consulting)
Sitzungssaal: Plenarsaal
Technik: Christoph Henseler
Sitzungsleitung: Walter Grossenbacher-Mansuy (TA-SWISS, Bern)
09:00 Prof. Dr. Hans-Joachim Petsche
Zukunft des Internets: Vision, Utopie und Sorge  
Prof. Dr. Georg Simonis
Gestaltungsbedarf, Gestaltbarkeit und gestaltende Akteure transnationaler (globaler) virtueller Universitäten  
Kerstin Schäfer / Dr. Holger Braun-Thürmann
Some localizing footnotes to a global vision: A socio-technical study on the avenues and impediments to a „hydrogen economy“
09:40 Dr. Georg Aichholzer
E-Government als globales Projekt: divergente Entwicklungsmuster und Wirkungsbefunde  
Dr. Thomas Petermann / Constanze Scherz
Biometrie an den Grenzen – Zur politischen Genese einer globalen Kontrolltechnologie  
Marc Mölders / Dr. Gabriele Abels
Meeting of Minds – kritische Beobachtungen zu Form und Funktion der ersten europäischen Bürgerkonferenz  
10:20 Pause
10:50 Dr. Arnd Weber
Mobile Datendienste in Japan und Deutschland: Kultur und Wettbewerb als Einflussfaktoren  
Dr. Walter Peissl
Privacy – ein grenzüberschreitendes Phänomen und seine Behandlung im Kontext internationaler Technikfolgenabschätzung  
Dr. Hans-Liudger Dienel
Die EU-Kommission als Motor von Bürgerrechten und Bürgerbeteiligung? Strategien für mehr Bürgerrechte und Bürgerbeteiligung auf der Europäischen Ebene am Beispiel von Verbraucherschutz und Verbraucherbeteiligung  
11:30 Prof. Dr. Karsten Weber
Closing the Digital Divide – lokal, nicht global  
Claudia Kaiser
Responsible technology governance: Participatory indicator set development for sustainability of emerging technologies
Melanie Jaeger / Ulrike Beisel
Powerless Networks? The Implementation of Decentralised Technologies in Madagascar  
12:10 Pause
12:30 Abschlussplenum
14:00 Ende der Veranstaltung

 

Wissenschaftlicher Beirat

Berloznik, Robby
Vlaams Instituut voor Wetenschappelijk en Technologisch Aspectenonderzoek (viWTA), Brussels

Bora, Alfons, Prof. Dr.
Institut für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT), Universität Bielefeld

Bröchler, Stephan, Priv.-Doz. Dr.
Institut für Politikwissenschaft, FernUniversität Hagen

Clausen, Christian, Prof. Dr.
Technical University of Denmark

Decker, Michael, Priv.-Doz. Dr.
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), Forschungszentrum Karlsruhe

Geis, Anna, Dr.
Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung Frankfurt / am Main

Grunwald, Armin, Prof. Dr.
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), Forschungszentrum Karlsruhe

Maasen, Sabine, Prof. Dr.
Programm für Wissenschaftsforschung, Universität Basel

Nentwich, Michael, Univ.-Doz. Dr.
Institut für Technikfolgen-Abschätzung, Wien

First Announcement and Call for Papers

Hintergrund

Technikfolgenabschätzung (TA) und Innovations- und Technikanalyse sind in national oder regional geprägten Umfeldern entwickelt worden. Die Befassung mit Chancen und Risiken neuer Technologien, die Analyse und Bewältigung von Technikkonflikten sowie die Untersuchung von Bedingungen gelingender Innovation und möglichen Hemmnissen haben sich auf den klassischen Ebenen der Technik-, Forschungs- und Innovationspolitik abgespielt. Konsequenterweise waren die Adressaten der TA dann auch nationale Parlamente, Regierungen und Behörden sowie entsprechende Institutionen auf regionaler oder lokaler Ebene.

Dieses Modell, das Technikfolgenforschung und Innovationsanalyse mit der handlungsorientierten Beratung von Institutionen im nationalstaatlichen Rahmen verband, ist in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entstanden und hat sich in den achtziger und neunziger Jahren stabilisiert und in eine Vielzahl verschiedener Forschungs- und Beratungsrichtungen auf den verschiedenen Ebenen differenziert.

Im Zuge der technischen, ökonomischen und zusehends auch politischen Globalisierung, insbesondere nach dem Ende des Kalten Kriegs, haben sich jedoch die Randbedingungen für diese Verortung der TA dramatisch verändert - so jedenfalls die Meinung in den folgenden, häufig zu hörenden Thesen:

  • Technikentstehung findet in weltweiten Netzwerken statt. Beispiele wie Open Source Software, das Human Genome Project oder die Nano(bio)technologie belegen das.
  •  

  • Technikverwendung und -diffusion verlaufen zunehmend global; die Einflüsse regionaler „Kulturen“ auf den Umgang mit Technik werden kleiner. Energieversorgungsnetze sind längst über die politischen Grenzen der Nationalstaaten hinaus gewachsen, für Gentests gibt es einen globalen Markt über das WorldWideWeb.
  •  

  • Technikfolgen bedürfen der Betrachtung im globalen Kontext. Die Themen Klimawandel, genetische Ressourcen, Energie, Auswirkungen globaler Verkehrs- und Finanzströme auf die soziale Organisation der Güterproduktion lassen nur diese Perspektive zu.
  •  

  • In der Regulierung verlagern sich wichtige Entscheidungen auf höher aggregierte Ebenen, z. B. von der nationalen auf die europäische Ebene.
  •  

  • Forschung und Technikentwicklung finden heute zu einem großen Teil in den global agierenden Konzernen statt, die sich damit weitgehend der nationalstaatlichen Kontrolle entziehen. Welche Chance hat Regulierung z. B. angesichts der Mobilität von Kapital auf den internationalen Finanzmärkten?
  •  

  • Zivilgesellschaftliche Akteure und NGOs haben wachsenden Einfluss gewonnen und müssen in entsprechenden Meinungsbildungsprozessen stärker berücksichtigt werden.

Ziele und Fragestellungen der Konferenz

Wenn diese Thesen (ganz oder teilweise) zutreffen, muss dies Auswirkungen auf die Art und Weise haben, wie TA in der so veränderten und sich weiter verändernden Weltgesellschaft ihre Aufgaben in Forschung und Beratung erfüllen kann. Vor diesem Hintergrund werden folgende Fragen behandelt:

Sektion 1: „Globale“ Technik

Inwieweit hat sich die Technik in Genese und Verwendung verändert. Was macht eine "globale" Technik aus? Wie erweitert sich der Kreis der Akteure in der Technikentwicklung und -produktion? Wie wird man der unterschiedlichen gesellschaftlichen Adaption in verschiedenen kulturellen Kontexten gerecht? Welche Kriterien für "gute" Technik und angemessene Prozesse der Technikgestaltung lassen sich vor dem Hintergrund der Verschiedenheit der Standards und nationalen Rahmenbedingungen noch formulieren?

Sektion 2: „Globale“ Politik

Welche Konsequenzen hat dies für die Frage nach den Adressaten der TA? Wer soll in einer zunehmend global organisierten Welt beraten werden? Welche Entscheidungsprozesse muss die TA in den Blick nehmen, um wirkungsvoll arbeiten zu können? Wer ist auf der globalen Ebene in der Lage Technik zu gestalten und welche Governance-modelle sind mit diesem Anspruch verbunden? Oder ist es nicht doch so, dass die "klassischen" Adressaten der TA wie nationale Parlamente und Regierungen weiterhin wichtig bleiben und vielleicht nur "anderer" Beratung bedürfen?

Sektion 3: TA in der „globalen Welt“

Welche Auswirkungen haben die Entwicklungen hin zu einer Weltgesellschaft für die klassischen Methodenfelder der TA. Wenn die Weltgesellschaft neue Adressaten mit sich bringt oder neue Pfade der Technikentwicklung generiert, dann können damit Verschiebungen in der „TA-Toolbox“ verbunden sein. Gibt es neue (globale) Kooperationsverhältnisse und Arbeitsformen, mit denen TA in einer globalisierten Welt operieren kann? Wie lassen sich partizipative Verfahren auf einer europäischen oder globalen Ebene umsetzen, vor allem vor dem Hintergrund, dass zivilgesellschaftliche Akteure und NGO`s einen wachsenden Einfluss gewonnen haben und im Meinungsbildungsprozess stärker zu berücksichtigen sind. Führt die globale Perspektive zu einer Stärkung der Experten-TA, weil sich hier leichter „grenzüberschreitend gültige“ Aussagen machen lassen oder bewirkt die Diversität der beteiligten Wissenschaftskulturen das Gegenteil?

Auf der Konferenz sollen diese Fragen zum einen auf der konzeptionellen Ebene und zum anderen anhand von konkreten Fallstudien behandelt werden. Die Fallstudien sollen sowohl „best“ oder „good practices“ darstellen als auch Beispiele liefern, wie durch die Entwicklungen hin zu einer Weltgesellschaft vertraute Kontexte der TA unter Veränderungsdruck geraten.

Folgende Technikbereiche bieten sich in erster Linie für eine Betrachtung im globalen Kontext an:

  • Informations- und Kommunikationstechnologie
  • Bio- und Gentechnologie
  • Nanotechnologie und die "Converging Technologies"
  • Energietechnologien

Aus denjenigen Bereichen, die bereits auf eine hinreichende geschichtliche Erfahrung zurückblicken können, erhoffen wir uns insbesondere Vorträge, die die Veränderungen hin zu einer Weltgesellschaft und die neuen Anforderungen an TA empirisch aufzeigen können.

Adressaten

Als Referenten und Teilnehmer sind Wissenschaftler und Praktiker aus folgenden Bereichen angesprochen:

  • Technikfolgenabschätzung und angrenzende Felder wie Innovationsforschung, Praktische Ethik oder Innovations- und Technikanalyse;
  • für das Thema der Konferenz einschlägige wissenschaftliche Disziplinen (Natur- und Technikwissenschaften einerseits, Sozial- und Kulturwissenschaften andererseits);
  • Politik und Wirtschaft;
  • Zivilgesellschaft (z. B. (global agierende) Nichtregierungsorganisationen).

Call for Papers

Die Konferenz besteht aus eingeladenen Vorträgen, eingereichten Vorträgen und einer Postersektion. Die Konferenzsprachen sind deutsch und englisch.

Abstracts (max. 500 Worte) mit Angabe der Adressdaten des/der Referenten sowie der vorgesehenen Sektion (Fachsektionen 1 bis 3 nach oben genannter Aufstellung oder (Nachwuchs-)Postersession) können elektronisch geschickt werden.

Letzter Termin zur Einreichung von Vorschlägen ist der 9. Juni 2006.
Die Einreichungsfrist wurde bis zum 7. Juli 2006 verlängert.

Mitteilung über die Annahme bis Ende Juli.

TA-Nachwuchsförderung

Die Konferenz hat sich zum Ziel gesetzt, den wissenschaftlichen Nachwuchs besonders zu fördern und führt deshalb eine Postersession mit jungen Wissenschaftlern (Diplomanden, Doktoranden) durch, die auf dem Gebiet der Technikfolgenabschätzung oder zum Thema der Konferenz arbeiten.

Doktorandinnen und Doktoranden sowie Jungwissenschaftlern (bis zu 5 Jahre nach der Promotion) werden Konferenzstipendien gewährt (Reise- und Übernachtungskosten). Für die Beantragung eines solchen Stipendiums senden Sie bitte gemeinsam mit dem Abstract (s. Call for papers) ein kurzes Motivationsschreiben so wie einen Lebenslauf ein.

Das „Netzwerk TA“

Das Netzwerk TA ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern und Experten im Themenfeld „Technikfolgenabschätzung“. Das Netzwerk dient dem Ziel, Informationen auszutauschen, gemeinsame Forschungs- und Beratungsaufgaben zu identifizieren, methodische Entwicklungen zu initiieren und zu begleiten sowie den Stellenwert der TA in Wissenschaft und Gesellschaft auszubauen. Gleichzeitig dient das Netzwerk als Plattform für gemeinsame Kooperationen und Aktionen. Die Adresse des „Netzwerk TA“ im Web lautet http://www.netzwerk-ta.net