Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)

Crowdwork – finding new strategies to organise in Europe

Projektbeschreibung

Logo Crowd Work

Das europäische Projekt „Crowdwork – finding new strategies to organise in Europe“ ist auf die Untersuchung neuer digitaler Arbeitsformen gerichtet. Im Zentrum dieser Forschung steht die zurzeit viel diskutierte Beschäftigungsform Crowdwork. Ziel des Projektes ist, eine bessere (Selbst-)Organisation und Unterstützung der Crowdworker*Innen im europäischen Kontext zu erreichen. Gewerkschaften und andere relevante Stakeholder werden in die Projektaktivitäten eingebunden.

Bei Crowdwork geht es um eine neue Form von digitaler Arbeit, bei der die Arbeiter*Innen on-Demand von Online-Plattformen für eine begrenzte Zeit an einen Auftraggeber vermittelt werden. Prominente Beispiele für diese Plattformen sind Lieferando (vormals Deliveroo und Foodora), Amazon Mechanical Turk, testbird oder die Grafikdesignplattform Jovoto.

Digitale Plattformarbeit steht im Spannungsfeld eines einerseits positiven Flexibilisierungsnarratives und andererseits der Kritik eines wachsenden „digitalen Prekariats“. Diese verweist unter anderem auf den Vorwurf der Scheinselbstständigkeit, auf die Kontrolle der Crowdworker*Innen durch Algorithmen und auf eine „Delokalisierung“ von Arbeit, da die digitalen Plattformen eine neue Form der globalen Arbeitsteilung ermöglichen.

Diese Entwicklungen stellen gerade Gewerkschaften vor die Herausforderung, wie man Crowdworker*Innen organisieren und vertreten kann. Zudem sind gerade im Kontext von Crowdwork innovative Formen von selbst-organisierten Protestkampagnen entstanden, die zu einer Mobilisierung v.a. im Bereich von Essenslieferdiensten geführt haben.

Im Projektkonsortium sind Forschungsinstitute aus Portugal, Spanien, Ungarn und Deutschland vertreten. Ein wesentliches Ziel des Projektes ist es, nicht nur die Situation in den einzelnen Ländern durch qualitative Fallstudien aufzuarbeiten, sondern durch einen komparativen Ansatz die europäische Landschaft von Crowdwork vertieft zu beschreiben. Der Anspruch ist, auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse, zur Verbesserung der Bedingungen von Crowdwork beizutragen, beteiligte Akteure länderübergreifend zu vernetzen und Politikempfehlungen auf europäischer Ebene zu erarbeiten. Wesentliche Forschungsfragen sind:

  • Was sind die Hauptformen von Crowdwork in den jeweiligen Ländern?
  • Welche Initiativen seitens der Gewerkschaften und welche Formen selbstorganisierten Handelns gibt es? Wie unterscheiden sich diese voneinander?
  • Durch welche Strategien können diese verbessert, erweitert und für den europäischen Kontext weiterentwickelt werden?

Das ITAS übernimmt dabei die Aufgabe, den deutschen Kontext von Crowdwork zu analysieren und in die komparative Forschung einzubringen. Hierbei werden neben einer explorativen Überblicksfallstudie auch vertiefte Analysen von Crowdwork - basierend auf qualitativen Methoden der empirischen Sozialforschung - erstellt. In diesen Prozess werden die wesentlichen Akteure in diesem Feld, d.h. Gewerkschaften, Initiativen, einbezogen.

Projekt-Website: https://crowd-work.eu/

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Publikationen


2020
Proceedingsbeiträge
Nierling, L.; Schreiber, A.; Fischer, M.
Prospektive Weiterbildung für Industrie 4.0: Analyse- und Gestaltungsperspektiven.
2020. Digitale Welt – Herausforderungen für die berufliche Bildung und die Professionalität der Lehrenden : Ergebnisse des 5. und 6. Chinesisch-Deutschen Workshops zur Berufsbildungsforschung. Hrsg.: W. Jiping, 157–186, Eusl, Detmold 
Vorträge
Nierling, L.
Das Themenfeld Arbeit in der Technikfolgenabschätzung.
2020. 1. Digitalisierung, Umbruch und sozialer Zusammenhalt - Konferenz des Netzwerks Arbeits- und Arbeitnehmer*innenforschung Baden-Württemberg statt (2020), online, 16. Oktober 2020 
2019
Buchaufsätze
Nierling, L.; Krings, B.-J.
Digitalisierung und erweiterte Arbeit.
2019. Tätigsein in der Postwachstumsgesellschaft. Hrsg.: I. Seidl, 175–190, Metropolis, Marburg 
Vorträge
Nierling, L.
Das Verhältnis von technischem Wandel und Arbeitswelt.
2019. Sitzung des IG Metall Netzwerks Industrie 4.0 (2019), Frankfurt am Main, Deutschland, 26. November 2019 
Nierling, L.
Freiwilligenarbeit als Arbeit. Potentiale und Grenzen im Lichte der Anerkennungstheorie von Axel Honneth.
2019. Workshop ’Kritische Perspektiven auf Freiwilligenarbeit’ (2019), Frankfurt am Main, Deutschland, 27.–28. Mai 2019 
Nierling, L.; Krings, B.-J.
The landscape of crowdwork in Germany.
2019. 2nd Crowdwork 21 Project Meeting (2019), Barcelona, Spanien, 14.–15. November 2019 
Nierling, L.; Krings, B.-J.
Digitalisierung und erweiterte Arbeit.
2019. Konferenz “Great Transformation: Die Zukunft moderner Gesellschaften” (2019), Jena, Deutschland, 23.–27. September 2019 

Kontakt

Dr. Linda Nierling
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-22509
E-Mail