Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)

NanoSafety

Projektbeschreibung

Das Projekt NanoSafety befasste sich mit möglichen Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheits- (engl. environmental, health and safety; EHS) Risiken von gezielt hergestellten, partikulären Nanomaterialien (engl. manufactured particulate nanomaterials; MPN). Aufgrund großer wissenschaftlicher Unsicherheiten bezüglich tatsächlicher Gesundheits- und Umwelteffekte sowie methodologischer Hürden bei der Etablierung von Risikoabschätzungsprozeduren (u.a. Toxikologie, Expositions- und Gefährdungsabschätzung sowie Charakterisierungs- und Messmethoden) steht das Risikomanagement von MPN vor enormen Herausforderungen. Dieses ist jedoch eine Grundvoraussetzung für Risiko-Governance nach dem Vorsorgeprinzip, die von diversen Stakeholdern und Teilen der Öffentlichkeit gefordert wird.

Die Anforderung von Risiko-Governance unter solch schwierigen Voraussetzungen führt zu der fundamentalen Frage, wie die Politik angesichts wissenschaftlicher Unsicherheit konkret handeln kann. Zu deren Beantwortung hat sich das Projekt auf zwei wichtige Aspekte konzentriert: Risikomanagementstrategien für MPN, die innerhalb der EU entweder vorgeschlagen wurden oder sich in Umsetzung befinden, sowie Probleme bei und Anforderungen an die Risikokommunikation von EHS-Risiken von MPN.

Dazu wurde im Projekt zum einen der Stand des Wissens zur Gefährdungsabschätzung von MPN erhoben sowie offene Forschungsprobleme der Risikoabschätzung von MPN benannt. Des Weiteren wurden aktuelle Vorhaben der Regulierung von EHS-Risiken von MPN auf europäischer Ebene sowie damit verbundene Herausforderungen, insbesondere hinsichtlich der definitorischen Voraussetzungen und der instrumentellen Umsetzung, diskutiert. Letzteres schließt auch die Diskussion der Möglichkeiten und Grenzen sogenannter „weicher Regulierung“ ein. Zum dritten wurde der Frage nachgegangen, welche Erwartungen an die Risikokommunikation von MPN innerhalb der Bevölkerung vorzufinden sind. Dies wurde mit Hilfe eines diskursiven Verfahrens erhoben.

Die Ergebnisse wurden in mehreren Projektberichten an das STOA-Panel des Europäischen Parlamentes übermittelt. Am 21.11.2011 fand der Abschlußworkshop im Europäischen Parlament in Brüssel statt.

Der Abschlußbericht wurde 2012 durch STOA veröffentlicht:

Fleischer, T.; Jahnel, J.; Seitz, S.B.
NanoSafety - risk governance of manufactured nanoparticles. Final report. Brüssel: European Parliament, STOA 2012, Contract No. IP/A/STOA/FWC/2008-096/LOT5/C1/SC3

Publikationen


2013
Poster
Seitz, S. B.; Jahnel, J.; Fleischer, T.
NanoSafety - Risk governance of manufactured nanoparticles. Challenges of substance regulation under scientific uncertainty.
2013. Abschlusskonferenz des nanoGEM-Projekts, Berlin, 12.-13. Juni 2013 
Seitz, S. B.; Jahnel, J.; Fleischer, T.
NanoSafety - Risk governance of manufactured nanoparticles. Challenges of substance regulation under scientific uncertainty.
2013. Technology Assessment and Policy Areas of Great Transitions, Praha, CZ, March 13-15, 2013 
2012
Forschungsberichte/Preprints
Fleischer, T.; Jahnel, J.; Seitz, S. B.
NanoSafety - risk governance of manufactured nanoparticles. Final report.
2012. European Commission, Brüssel 
Vorträge
Jahnel, J.
Nanomaterialien - Politikberatung im Europäischen Parlament.
2012. Treffen der ARGE Nano in der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz, Karlsruhe, 29.Juni 2012 
Poster
Jahnel, J.; Fleischer, T.; Seitz, S.
Challenges and questions in nanomedicine legislation.
2012. Nanomedicine: Visions, Risks, Potential, Berlin, April 19-20, 2012 
Seitz, S. B.; Jahnel, J.; Fleischer, T.
Nanosafety - risk governance of manufactured nanoparticles -- challenges of substance regulation under scientific uncertainty.
2012. International Conference on Safe Production and Use of Nanomaterials (Nanosafe 2012), Grenoble, F, November 13-15, 2012 
2011
Zeitschriftenaufsätze
Seitz, S. B.; Jahnel, J.
Ketchup gegen Schweißgeruch? Bürgerperspektiven zum Einsatz synthetischer Nanopartikel.
2011. Technikfolgenabschätzung - Theorie und Praxis, 20 (2), 80–83 
Vorträge
Fleischer, T.
Risk governance and communication. A perspective from the NanoSafety project team.
2011. Joint Workshop ’Risk Governance of Manufactured Nanoparticles’, EP STOA Panel - European Commission, Bruxelles, B, November 21, 2011 
Fleischer, T.
NanoSafety. Risk management for manufactured particulate nanomaterials under uncertainty.
2011. BioVision : 7th World Life Sciences Forum, Lyon, F, March 27-29, 2011 
Jahnel, J.
Risk assessment - scientific challenges. A perspective from the NanoSafety project team.
2011. Joint Workshop ’Risk Governance of Manufactured Nanoparticles’, EP STOA Panel - European Commission, Bruxelles, B, November 21, 2011 
Sonstiges
Fleischer, T.; Jahnel, J.; Schimmelpfeng, J.; Seitz, S.; Fiedeler, U.; Haslinger, J.
NanoSafety - Risk governance of manufactured nanoparticles. Report on results of focus groups incl.draft conclusion paper.
2011. Deliverables No.3&4 of the STOA Project ’NanoSafety’ (May 2011) 
2010

Kontakt

Dipl.-Phys. Torsten Fleischer
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-24571
E-Mail