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Interdisziplinäre Risikoforschung

Interdisziplinäre Risikoforschung
Projektteam:

Büscher, Christian (Projektleitung); Gotthard Bechmann; Carsten Orwat

Förderung:

BMBF im Fall von START; Helmholtz-Gemeinschaft im Fall von "Risk-Habitat Megacity"; Eigenprojekt ITAS

Starttermin:

2006

Endtermin:

2014

Forschungsbereich:

Wissensgesellschaft und Wissenspolitik

Projektbeschreibung

Seit Jahren wird eine interdisziplinäre Risikoforschung eingefordert, die natur- und sozialwissenschaftliche Beobachtungen integrieren soll. Heute kann man feststellen, dass dieses Ansinnen in einer „paradigmatischen“ Starre verfangen ist. Zum einen werden weiterhin natur- und ingenieurswissenschaftlich angeleitete Risikoabschätzungen aufgrund von probabilistischen Risikokalkülen betrieben, um einen möglichst rationalen Umgang mit Risiken und Gefahren zu ermöglichen. Zum anderen bieten sich Wahrnehmungsforschungen (das so genannte „psychometrische Paradigma“) an, um das irrationale Verhalten von Betroffenen und Laien in Hinsicht auf Risiken und Gefahren zu erklären. Aus dieser Komplementarität der Forschungen - die Disziplinen setzen sich gegenseitig „in Kenntnis“ - erwächst stets die Idee, Risikokommunikation als eine Art Aufklärung betreiben zu können. Das Ziel ist dann Akzeptanz.

Diese Entwicklung hat aus den Augen verloren, dass es auch Möglichkeiten einer kognitiven Integration unterschiedlicher Disziplinen geben kann: dass heißt, eine Forschung entlang einer gemeinsamen wissenschaftlichen Problemstellung für die Sozial-, Natur- und Ingenieurswissenschaften. Der Ansatzpunkt ist die Analyse von komplexen Systemen und Prozessen der Selbstorganisation und -verstärkung. Diese vor allem aus der Kybernetik bekannten Argumente werden in der Forschung zu Hochtechnologie (Perrow, La Porte), der Klimaforschung (Lovelock, Schellnhuber) oder der Finanzwirtschaft (Krugman, Willke) herangezogen. Damit wird versucht zu erklären, wie in den Prozessen der Reproduktion von komplexen sozialen, technischen und natürlichen Systemen bereits Bedingungen der Selbstgefährdung angelegt sind. In diesem Sinne wird von „Systemischen Risiken“ oder „Mechanismen der Risikoproduktion“ gesprochen. Unser Ziel ist es, diese Forschung auszuwerten, um eigene theoretische und methodische Mittel für zukünftige Forschungsprojekte zu generieren. Diese Bestrebungen wurden durch die Projekte START und „Risk Habitat Megacity“ in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern (Helmholtz-Gemeinschaft, KIT, ISOE) angegangen und werden in Zukunft theoretisch und konzeptionell weiter getrieben.

Publikationen

Kontakt

Dr. phil. Christian Büscher
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-23181
E-Mail