Ethische Aspekte bei Künstlicher Intelligenz: Der Einfluss des Moralischen Status auf die Ethik der KI und das Einbetten einer KI-Ethik

Projektbeschreibung

Die kumulative Dissertation beschäftigt sich mit der Frage, wie eine Ethik der künstlichen Intelligenz (KI) eingebettet werden kann. KI-Technologien eröffnen der Gesellschaft neue Möglichkeiten, das Leben sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext zu erleichtern. Diese Veränderungen bergen aber nicht nur Chancen, sondern bringen auch Risiken, Unsicherheiten und Unwissenheit mit sich. Auf Grundlage eines objektiven Bewertungsrahmens kann die KI-Ethik dazu beitragen, Wertvolles zu schützen und Schaden abzuwenden.

Was bedeutet es, wenn wir nach einer KI-Ethik fragen? Die Ethik der KI zielt im Wesentlichen darauf ab, ethische Werte und Prinzipien in KI-Systeme zu implementieren oder zumindest einen Ansatz für eine solche Implementierung zu liefern aussehen könnte. Es geht dabei um ethische Werte und Prinzipien wie Privatsphäre, Nichtdiskriminierung, Verantwortung, Vertrauen, Sicherheit, Gemeinwohl, Nachhaltigkeit usw. Hier stellen sich komplexe Fragen: Welche konkreten Werte und Prinzipien sollen eingebettet werden? Wie können diese Werte und Prinzipien in KI-Systeme eingebettet werden? Auf welche Weise sollte ihre Übertragung in die Systeme erfolgen, damit sie für die Nutzerinnen und Nutzer, die verschiedenen Interessengruppen oder das Rechtssystem nachvollziehbar sind? Wie können wir prüfen, ob die relevanten Werte und Prinzipien tatsächlich umgesetzt werden? Wie kann dies gewährleistet werden?

In der aktuellen Forschung werden diese Fragen nicht ausreichend diskutiert. Erstens wird in vielen KI-Ethikrichtlinien nicht erklärt, was unter moralischem Handeln zu verstehen ist. Wenn nicht für alle Beteiligten klar ersichtlich ist, wer in Bezug auf KI der moralische Akteur ist, ist der Zusammenhang zwischen Werten, Prinzipien und KI-Systemen nicht nachvollziehbar. Ziel des ersten Arbeitspakets ist es, die Frage nach dem moralischen Handeln in KI-Systemen aus philosophischer Sicht zu beantworten.

Das zweite Arbeitspaket befasst sich mit dem Verständnis und der Bestimmung von Werten und Prinzipien in der KI-Ethik. Der alleinige Fokus auf ethische Anforderungen reicht nicht aus, um die praktische Umsetzung der KI-Ethik zu gewährleisten. Hierfür bedarf es auch gesetzlicher Regelungen für KI. Um hier eine Forschungslücke zu schließen, wird in diesem Arbeitspaket eine vergleichende Untersuchung von KI-Ethikrichtlinien und gesetzlichen Regelungen, insbesondere auf europäischer Ebene, durchgeführt. Die Studie wird es ermöglichen, den Bedarf an rechtlichen Maßnahmen zu ermitteln, um die Integration ethischer Aspekte in die KI zu gewährleisten.

Nach der Bestimmung wesentlicher Werte und Prinzipien stellt sich die Frage, wie diese in einem konkreten, für eine bestimmte Anwendung entwickelten KI-System implementiert werden können. Ziel des dritten Arbeitspakets ist daher die Entwicklung eines Ansatzes zur Implementierung einer Ethik der KI in KI-Systeme und die Bewertung ihrer Anwendung in verschiedenen KI-Systemen in unterschiedlichen Anwendungskontexten. Als Fallbeispiel dient ein KI-gestützter Rettungsroboter, der zur Aufklärung und Abwehr akuter radiologischer Gefahren eingesetzt wird.

Kontakt

Désirée Martin, M.A.
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-26919
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