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Nachhaltige Biomassenutzung in der Oberrheinregion

Wie lässt sich Biomasse in der Oberrheinregion als regenerativer Energieträger einsetzen? Forschende aus drei Ländern haben gemeinsam Potenziale und Anforderungen untersucht. Einen Überblick über die Ergebnisse gibt ein soeben erschienenes Buch.
Innovations for sustainable biomass utilisation in the Upper Rhine Region

Am Projekt „OUI Biomasse – Innovationen für eine nachhaltige Biomassenutzung in der Oberrheinregion“ waren insgesamt 13 Institute aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz beteiligt. Gefördert durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) haben sie alle relevanten Aspekte der Biomassewertschöpfungsketten in der Region untersucht. Zusammen mit regionalen Akteuren entstand eine Roadmap zur nachhaltigen Biomassenutzung in der Oberrheinregion.

Perspektiven der zukünftigen Biomasseproduktion und -nutzung

Ein wesentlicher Beitrag des ITAS war die Entwicklung und Analyse von Szenarien zur zukünftigen Biomassenutzung in der Oberrheinregion. Die Szenarien berücksichtigen die unterschiedlichen nationalen und europäischen Rahmenbedingungen in den Bereichen Energie-, Landwirtschafts- und Naturschutzpolitik sowie Entwicklungen der Bioenergietechnologien. Gleichzeitig gehen sie davon aus, dass der deutsche, französische und schweizerische Teil der Region bei der Gestaltung ihrer Politik gemeinsame Ziele für die Biomassenutzung verfolgen.  Die Szenarien analysieren unter anderem Veränderungen bei der Landnutzung, der Produktion land- und forstwirtschaftlicher Biomasse sowie der genutzten Biomassenutzungspfade (z.B. Biogas oder Holzverbrennung).

Die Ergebnisse zeigen, dass die Potenziale für eine Mobilisierung zusätzlicher Biomasse zur Bioenergieproduktion in der Oberrheinregion begrenzt sind, wenn negative Auswirkungen auf Ökosysteme und eine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion vermieden werden sollen. Im deutschen und französischen Teil käme dann vor allem die Nutzung von Ernterückständen, insbesondere vom Körnermaisanbau, und in der Nordwestschweiz Wirtschaftsdünger in Frage.

Herausforderung trinationale Datenbasis

Eine besondere Herausforderung des Projekts war es, Daten aus drei Ländern (in Deutschland zusätzlich noch aus zwei Bundesländern) zusammenzuführen, bei denen sich Verfügbarkeit, Definitionen und die Erhebungszeitpunkte erheblich unterscheiden.  Ähnliches galt für die die sehr unterschiedlichen nationalen politischen und gesellschaftlichen Kontexte in den drei Teilregionen, die eine intensive Aufarbeitung erforderlich machten. (08.06.2017)

Bibliographische Angaben

Schumacher, Kira; Fichtner, Wolf; Schultmann, Frank (Hrsg.)
Innovations for sustainable biomass utilisation in the Upper Rhine Region (Produktion und Energie 18). Karlsruhe: KIT Scientific Publishing 2017
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