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Biomasse OUI - Innovationen für eine nachhaltige Biomassenutzung in der Oberrheinregion

Biomasse OUI - Innovationen für eine nachhaltige Biomassenutzung in der Oberrheinregion
Projektteam:

Knapp, Martin (Projektleitung); Nora Weinberger, Alexandra Pehle, Rolf Meyer, Volker Stelzer, Florian Klein

Förderung:

Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), Interreg IVb Oberrhein; Wissenschaftsoffensive der trinationalen Metropolregion Oberrhein (TMO)

Nationale Kofinanzierer:

Deutschland: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg; Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz;

Frankreich: Conseil Régional der Région Alsace;

Schweiz: Kanton Basel-Landschaft; Kanton Basel-Stadt; Schweizerische Eidgenossenschaft

Starttermin:2012
Endtermin:2015
Projektpartner:

Deutsch-Französisches Institut für Umweltforschung, Karlsruher Institut für Technologie (DE) - DFIU (Gesamtprojektleitung)

Abteilung Fernerkundung und Landschaftsinformationssysteme, Universität Freiburg (DE) - FeLis; Association pour la Surveillance et l’Étude de la Pollution Atmosphérique, Strasbourg (FR) - ASPA; Departement Umweltwissenschaften, Universität Basel (CH) - DUW; Génétique Moléculaire, Génomique, Microbiologie, Université de Strasbourg (FR) - GMGM; Gestion Territoriale de l’Eau et de l’Environnement, Ecole Nationale du Génie de l’Eau et de l’Environnement de Strasbourg (FR) - GESTE-ENGEES; Institut für Ecopreneurship, Hochschule für Life Sciences, Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), Muttenz (CH) - IEC; Institut für Umweltwissenschaften, Universität Koblenz-Landau (DE) - IfU; Laboratoire de Gestion des Risques et Environnement, Université de Haute Alsace (FR) - GRE; Laboratoire des Matériaux, Surfaces et Procédés pour la Catalyse, Université de Strasbourg (FR) - LMSPC; Laboratoire d’Hydrologie et de Géochimie de Strasbourg, Université de Strasbourg / CNRS (FR) - LHyGeS; Laboratoire Image, Ville, Environnement, CNRS / Université de Strasbourg (FR) - LIVE

Forschungsbereich:Nachhaltigkeit und Umwelt

Projektbeschreibung

Logos

Hintergrund

Biomasse ist eine erneuerbare Ressource, die einer energetischen Nutzung und einer stofflichen Nutzung zugeführt werden kann und für die aufgrund der Endlichkeit fossiler Ressourcen künftig ein deutlich höherer Bedarf erwartet wird. Insbesondere der Anbau von Energiepflanzen stellt die Gesellschaft vor neue ethische und umweltfachliche Problemstellungen und entfacht Debatten wie die TTTT-Diskussion (Teller-Tank-Trog-Tagfalter). Mit der Biomassenutzung sind folglich beträchtliche gesellschaftliche und ökologische Auswirkungen verbunden, die eine große Herausforderung mit Blick auf eine nachhaltige Entwicklung und die Vermeidung von Konkurrenzen um die Nutzung verfügbarer Flächen und Ressourcen darstellen.

Deshalb ist für eine nachhaltige Biomassenutzung ein umfassender Ansatz erforderlich, der die gesamte Wertschöpfungskette, verschiedene Nutzungsalternativen, rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, sowie die spezifische ökologische und soziale Situation vor Ort berücksichtigt. Bereits heute wird das Bioenergiepotential der Oberrheinregion (ORR) durch unterschiedliche Akteure teilweise und in unterschiedlicher Art genutzt. Es existiert derzeit allerdings weder eine konsistente Strategie zur nachhaltigen Biomassenutzung, noch ein etabliertes Netzwerk zur Umweltforschung für die gesamte Region.

Projektziele

Vor diesem Hintergrund ist die Vision des Gesamtprojekts Biomasse OUI die Etablierung der trinationalen ORR als eine der innovativsten Regionen Energie-Europas auf dem Gebiet der nachhaltigen Biomassenutzung. Das konkrete Projektziel besteht dabei in der Förderung der Biomassenutzung als erneuerbare Energie und/oder Rohstoffquelle durch die Erarbeitung einer „Roadmap für nachhaltige Biomassenutzung in der ORR“, die als Aktionsplan und strategische Leitlinie bei der Umsetzung von nachhaltigen Biomasseprojekten dienen soll.

Folgende Zielsetzungen werden hierzu im Rahmen der Wissenschaftsoffensive der Trinationalen Metropolregion Oberrhein (TMO) verfolgt:

  • Untersuchung aller relevanten Aspekte der Biomassewertschöpfungskette (Produktion, Transport, Nutzung)
  • Berücksichtigung verschiedener Entwicklungsalternativen in Szenarien
  • Analyse potentieller Auswirkungen unter Nachhaltigkeitskriterien
  • Einleitung eines lokalen Diskurses über die Vor- und Nachteile der Biomassenutzung

Gleichzeitig soll ein trinationales interdisziplinäres Netzwerk von Wissenschaftlern aus der gesamten ORR gebildet werden. Diese Arbeitsgruppe soll gemeinsam mit Politik, Industrie und den ansässigen Bürgern Umweltprobleme in ihrer Heimatregion angehen. Um dieses Netzwerk langfristig zu etablieren, wird es als „Oberrheinisches Umweltforschungsinstitut“ (OUI) institutionalisiert.

Aufgaben von ITAS

Die Kernaufgabe von ITAS im Projekt Biomasse OUI war die Erarbeitung und die Analyse von Szenarien, die mögliche Weiterentwicklungen der Biomasseproduktion und -nutzung für Bioenergie in der Oberrheinregion (ORR) bis zum Jahr 2030 beschreiben. Die explorativen Szenarien basieren auf unterschiedlichen Ausprägungen nationaler und europäischer Rahmenbedingungen in den Bereichen Energie-, Landwirtschafts- und Naturschutzpolitik sowie Entwicklungen der Bioenergietechnologien. Mit den Szenarien wurden u.a. Veränderungen bei der Landnutzung, der Produktion land- und forstwirtschaftlicher Biomasse sowie der genutzten Biomassenutzungspfade analysiert und die Ergebnisse einer Nachhaltigkeitsbewertung unterzogen.

Außerdem ermittelte und analysierte ITAS in Kooperation mit anderen Projektpartnern bereits existierende Modelle zur Erstellung einer Biomasseinventur, prüfte deren Übertragbarkeit auf die ORR und wirkte insbesondere an der flächenbezogenen Inventarisierung landwirtschaftlicher Biomasse mit. Dies bildete die Basis für Arbeiten der Projektpartner zur techno-ökonomischen Modellierung und zu Wirkungsanalysen (LCA) der Biomassenutzungen in den einzelnen Szenarien.

Aufgabe von ITAS bei der Erarbeitung der Roadmap war, die von den Partnern identifizierten und analysierten wichtigsten Akteure im Bereich Biomasse in den drei betrachteten Teilgebieten der ORR bei der Validierung der Resultate mit einzubeziehen. Die Ergebnisse dieses Schrittes wurden bei der finalen Ausarbeitung des Leitfadens für eine nachhaltigere Nutzung der Biomasse zusammen mit aktuellen Rahmenbedingungen und Nachhaltigkeitszielen in der ORR berücksichtigt.

Projekt-Webseite

Deutsch: http://www.oui-biomasse.info
Französisch: http://www.oui-biomasse.info/fr/
Englisch: http://www.oui-biomasse.info/en/

Roadmap zur nachhaltigen Biomassenutzung in der Oberrheinregion

Deutsch: http://www.oui-biomasse.info/fileadmin/pdf/Publikationen/Roadmap_OUI_DE.pdf
Französisch: http://www.oui-biomasse.info/fileadmin/pdf/Publikationen/Roadmap_OUI_FR.pdf

Wissenschaftlicher Endbericht

Schumacher, Kira (Hrsg.); Fichtner, Wolf (Hrsg.); Schultmann, Frank (Hrsg.) (2017): Innovations for sustainable biomass utilisation in the Upper Rhine Region (Produktion und Energie 18). KIT Scientific Publishing https://www.ksp.kit.edu/9783731504238

 

Externe Veröffentlichungen zum Projekt

Klein, F.
Nachhaltige Biomassenutzung in der Oberrhein-Region - Inventarisierung der disponiblen landwirtschaftlichen Biomasse ein- und zweijähriger Kulturen sowie Analyse verfügbarer Modelle und Tools und ihrer Übertragbarkeit auf die Oberrhein-Region. Masterarbeit am KIT, an der Technischen Universität München und an der Universität für Bodenkultur Wien, 2014

Knapp, M.
„Vor- und Nachteile energetischer Biomassenutzung“ und „Unterschiede in der Erhebung von Biomassepotentialen in der Region Oberrhein und Auflagen zu Ihrer Nutzung“. Videobeiträge zum Online-Dossier des Interreg-Projekts „BioCombust“, Kapitel „Energie aus Biomasse“: http://biocombust.eu. Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 2014.

Publikationen

Kontakt

Dr. Martin Knapp
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe