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Endlagerforschungsplattform ENTRIA mit ITAS-Beteiligung [01.08.2013]

Die Auseinandersetzung um Fragen der nuklearen Entsorgung in Deutschland wird nicht nur durch unterschiedliche Perspektiven der politischen Parteien und die Auseinandersetzung zwischen der Anti-Atomkraft-Bewegung und der offiziellen Politik bestimmt. Auch Dissens unter Experten gehört bei einigen grundsätzlichen Fragen zur nuklearen Entsorgung zu den Merkmalen der Auseinandersetzung. Gerade für die hochradioaktiven Abfälle fällt auf, dass die standort-unabhängige interdisziplinäre Forschung noch bemerkenswerte Lücken aufweist. An dieser Stelle setzt das Projekt ENTRIA an, das vom BMBF gefördert wird und bei dem das ITAS eines der zentralen nicht-technischen Module verantwortet. Das Projekt ist im Januar dieses Jahres gestartet und läuft bis Ende 2017.

Das Akronym ENTRIA steht für „Entsorgungsoptionen für radioaktive Reststoffe. Interdisziplinäre Analysen und Entwicklung von Bewertungsgrundlagen.“ Das Projekt ist als „Forschungsplattform“ ausgelegt, d.h. neben der originären Forschung sind der Dialog mit und die Information der interessierten Öffentlichkeit von besonderer Bedeutung. Im Kern werden die drei Optionen „wartungsfreie Tiefenlagerung“, „Tiefenlagerung mit Rückholbarkeit“ und „Oberflächenlagerung“ mit ihren Vor- und Nachteilen interdisziplinär analysiert.

ITAS bearbeitet selbstständig das Arbeitspaket „Governance zwischen Wissenschaft und öffentlichem Protest“ und leitet die, einzelne Arbeitspakete übergreifenden Forschungen zum Thema „Technikfolgenabschätzung und Governance". Dabei werden neben Kernaspekten moderner Nuklearpolitik einerseits Themen moderner Wissenspolitik und Entscheidungsfindung unter Bedingungen unterschiedlicher Konfliktstrukturen und Entscheidungsblockaden bearbeitet. Andererseits werden auch Fragen der Umsetzung dieser Entwicklungen unter Bedingungen moderner Verwaltung und Regulierung diskutiert. Die „Nebenfolgen“-Diskussion ist in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung.

Fragen des internationalen Vergleichs stehen im Zentrum einer Kooperation mit dem Forschungszentrum für Umweltpolitik der FU Berlin.

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