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Handlungsoptionen zur Vermeidung der Lebensmittelverschwendung

Handlungsoptionen zur Vermeidung der Lebensmittelverschwendung
Projektteam:

Priefer, Carmen (Projektleitung); Juliane Jörissen; Klaus-Rainer Bräutigam

Förderung:STOA
Starttermin:2012
Endtermin:2013
Forschungsbereich:

Nachhaltigkeit und Umwelt

Projektbeschreibung

Im Rahmen des STOA-Projekts „Technology Options for Feeding 10 Billion People“ im Auftrag des Europäischen Parlaments sollten Handlungsoptionen zur Verbesserung der globalen Nahrungsmittelversorgung erarbeitet werden. ITAS hat dabei zwei Teilstudien übernommen, von denen sich eine mit Strategien zur Vermeidung der Lebensmittelverschwendung befasst.

Zweck dieser Teilstudie ist es, die Resolution des Europäischen Parlaments, bezüglich einer Reduktion der Lebensmittelverschwendung um 50% bis 2025, in ihrer praktischen Umsetzung zu unterstützten. In dieser Resolution wird festgestellt, dass in Europa ein Jahr für Jahr wachsender Anteil von gesunden, essbaren Lebensmitteln entlang der Lebensmittelkette vom Erzeuger bis zum Verbraucher weggeworfen wird – manche schätzen diesen Anteil auf über 50%. Das Europäische Parlament weist darauf hin, dass sich die Lebensmittelverluste ohne vorbeugende Maßnahmen bis zum Jahr 2020 um 40% erhöhen werden. Nach einer im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführten Studie werden in den 27 Mitgliedsstaaten schätzungsweise 89 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr als Abfall entsorgt. Die Höhe der Lebensmittelverluste weist erhebliche Schwankungen zwischen den verschiedenen Ländern, den Stufen der Lebensmittelkette und den einzelnen Produktgruppen auf.

Auch wenn bisher in der EU keine belastbare Datenbasis zu Lebensmittelverlusten existiert und eine valide Abschätzung der Reduktionspotenziale daher schwierig ist, wird davon ausgegangen, dass es sich um erhebliche Mengen handelt. Die Vermeidung dieser Verschwendung ist ein wichtiger Ansatz, um die damit einhergehenden negativen ökologischen und ökonomischen Auswirkungen zu verringern und die Sicherheit der Welternährung zu verbessern.

Die hier vorgestellte Teilstudie gibt einen Überblick über die bereits vorliegenden Untersuchungen zu diesem Thema und schätzt die Verlässlichkeit vorhandener Daten zum Aufkommen an Lebensmittelabfällen in Europa anhand eigener Modellrechnungen ab. Auch die zugrundeliegenden Definitionen und ihre Unterschiede werden in der Studie behandelt. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Diskussion von Instrumenten zur Reduktion der Lebensmittelverschwendung, die in der aktuellen Debatte vorgeschlagen werden und zum Teil bereits implementiert sind. Neben persuasiven, regulatorischen und ökonomischen Ansätzen befasst sich die Studie auch mit organisatorischen Ansätzen und Vermarktungsstrategien sowie technologischen Möglichkeiten zur Veränderung des Konsumentenverhaltens und zur Reduktion von Lebensmittelabfällen im Handel und beim Endverbraucher. Dabei wird auf die Bandbreite an Initiativen, von politischen, über unternehmerische bis hin zu privat organisierten Aktivitäten eingegangen und die bisherigen Erfahrungen in den verschiedenen Ländern zusammengefasst. Ergebnis ist die Formulierung von Handlungsoptionen für den europäischen und die nationalen Gesetzgeber. Die Ergebnisse einer Umfrage zur Entstehung von Lebensmittelabfällen in Haushalten, die vom Joint Research Centre der Europäischen Kommission in Ispra in Zusammenarbeit mit der Universität Bologna und dem KIT durchgeführt wurde, sind ebenfalls in die Studie eingeflossen.

Publikationen

Kontakt

Dr. Carmen Priefer
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-23039
E-Mail