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Technische Assistenzsysteme in Pflegearrangements (TAPAS)

Technische Assistenzsysteme in Pflegearrangements (TAPAS)
Projektteam:

Böhle, Knud (Projektleitung); Linda Nierling, Kolja Bopp

Förderung:

KIT

Starttermin:

2012

Endtermin:

2013

Projektpartner:

Institut für Soziologie, Medien- und Kulturwissenschaften (Prof. Dr. Michaela Pfadenhauer); IFA - Institut für Anthropomatik (Prof. Dr.-Ing. Tanja Schultz, Prof. Dr.-Ing. Rainer Stiefelhagen); IPR - Institut für Prozessrechentechnik, Automation und Robotik (Dr. Björn Hein)

Forschungsbereich:

Innovationsprozesse und Technikfolgen

Projektbeschreibung

Quelle: http://www.atelier-roer.de/Neues/Walter_Jens/walter_jens_0.html
Quelle: http://www.atelier-roer.de/Neues/Walter_Jens/walter_jens_0.html

Der künftige Bedarf von und die Anforderungen an Pflege in der prognostizierten „alternden Gesellschaft“ werden als eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung angesehen. Geht es um die zukünftige Gestaltung und Organisation von Pflege, so haben die Entwicklung und der Einsatz neuer Technologien für die häusliche und stationäre Betreuung und Pflege alter Menschen in den letzten Jahren wesentlich an Bedeutung gewonnen. Im Sinne eines „technology push“ führt diese fortgeschrittene Technologieentwicklung nicht selten dazu, dass der Technikeinsatz in der Pflege durch vorhandene Technologien oder bereits bestehende technische Innovationspfade bestimmt wird.

Dem stehen Überlegungen und Ansätze entgegen, die die Frage nach den Bedürfnissen in der Pflege an den Anfang stellen und in der sozialen Ausgestaltung von Pflege, soziale Innovationen – z. B. Einbezug von Freunden in die Pflege, häusliche Unterstützungsnetzwerke oder Mehrgenerationenprojekte – stärker in den Blick zu nehmen. Das Konzept des „Pflegearrangements“ erscheint dabei geeignet, der Technikentwicklung und Gestaltung neue Perspektiven zu eröffnen.

Das Projekt hat zum Ziel, im Dialog unterschiedlicher am KIT vertretener Disziplinen, Fragen nach dem Zusammenhang von und dem Bedarf an sozialen und technischen Innovationen im gesellschaftlichen Problemfeld Alter und Pflege zu untersuchen. Das Vorhaben stärkt die Vernetzung und Kooperation innerhalb des Kompetenzbereichs „Technik, Kultur und Gesellschaft“ und insbesondere im KIT-Schwerpunkt „Mensch und Technik“ sowie die Vernetzung und Kooperation mit den Technikwissenschaften im KIT, insbesondere dem KIT-Schwerpunkt „Anthropomatik und Robotik“.

Im Rahmen des Start-up Projekts soll der jeweils disziplinäre Stand der Forschung vorgestellt, der Forschungsbedarf präzisiert sowie leitende Fragestellungen und der konzeptionelle Bezugsrahmen entwickelt werden.

Am 27./28. September 2012 wurde im Rahmen des Projekts ein interdisziplinärer Workshop zum Thema „Technische Assistenzsysteme in Pflegearrangements“ durchgeführt (Programm).


Projektergebnisse

Besonders deutlich geworden ist in dem Projekt, dass avancierte Technologien, wie sie in der Robotik entwickelt werden, die professionelle Pflege unterstützen und verbessern können, wenn

  • die Bedürfnisse und das Wohlergehen der zu pflegenden Personen bereits bei der Entwicklung und Gestaltung zum Ausgangspunkt genommen werden,
  • der Bedarf von den Besonderheiten der pflegerischen Kernaktivität her bestimmt wird, für die durch den Einsatz technischer Gerätschaften Freiräume geschaffen werden können,
  • die stationäre ebenso wie die häusliche Pflege in ihrer Diversität und Vielschichtigkeit zur Kenntnis genommen wird,
  • die Pflegesituation nicht isoliert, sondern als zeitlich, räumlich und sozial komplexe Konstellation, d.h. als ein Arrangement begriffen wird, in das viele verschiedene Akteure zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten involviert sind.

Deutlich geworden ist überdies, dass sowohl auf der Seite der Pflegewissenschaften als auch auf der der Technikwissenschaften eine hohe Bereitschaft zum Austausch und zur Kooperation besteht, die unterschiedlichen Herangehensweisen an den Gegenstand aber vermittelt und gegenseitig übersetzt werden müssen, um eine Verständigung zu erreichen. Hierin liegt das Potential der Sozialwissenschaften, deren Perspektive es ermöglicht, die jeweiligen Handlungslogiken, spezifischen Problemsichten und Kontextbedingungen aufzudecken und dergestalt füreinander transparent zu machen. Die sozialwissenschaftliche Perspektive und die der Technikfolgenabschätzung ist überdies darauf gerichtet, scheinbare Gewissheiten (z.B. über demographische Entwicklungen, Vorstellungen über das Alter(n)) in Frage zu stellen, die Kulturabhängigkeit und den Wandel individueller und gesellschaftlicher Erwartungen aufzuzeigen und ethische Reflexionen zum komplizierten Verhältnis von Technik und Pflege anzuregen.

Publikationen

Kontakt

Dipl.-Soz. Knud Böhle, M.A.
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-22989
E-Mail