Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)

Multikriterielle Entscheidungsunterstützung für die Nachhaltigkeitsbewertung von Energietechnologien

Projektbeschreibung

Abbildung 1
Abbildung 1

Zielsetzung

Ziel des Fokusprojekts ist die Anwendung von Methoden der multikriteriellen Entscheidungs-unterstützung (Multi-Criteria Decision Analysis – MCDA) zur Ergänzung und Weiterentwicklung bestehender methodischer Ansätze für die Nachhaltigkeitsbewertung energietechnischer Prozesse in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Zu diesem Zweck soll ein Tool zur multikriteriellen Entscheidungsunterstützung (Decision Support Tool – DST) entwickelt werden, welches unterschiedliche MCDA-Methoden berücksichtigt und auf unterschiedliche Energietechnologien angewendet werden kann.

Durch die Entwicklung und Anwendung von MCDA-Methoden ist eine integrierte, d. h. simultane Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Indikatoren im Rahmen der Nachhaltigkeitsbewertung (technischer Prozesse) möglich. Dieser integrative multidimensionale Ansatz baut auf bestehenden Ansätzen und Arbeiten zur disziplinären, eindimensionalen Bewertung am ITAS auf und führt diese weiter. Zu diesen gehören für die jeweilige Bewertungsdimension spezifische mathematische Modelle und Analysemethoden wie die Lebenszyklusanalyse, ökonomische Berechnungen und Ergebnisse aus unterschiedlichen sozialwissenschaftlichen Ansätzen.

Mit dem multikriteriellen Bewertungsansatz können bspw. die Präferenzen unterschiedlicher Stakeholder im Bewertungsprozess berücksichtigt und sichtbar gemacht werden. Um die Robustheit und die Unsicherheiten der Ergebnisse sichtbar zu machen, soll die multikriterielle Bewertung mit Sensitivitätsanalysen gekoppelt werden. Dadurch lässt sich der Einfluss der präferenziellen Gewichtung ausgewählter Eingangsgrößen und der Anzahl an untersuchten Technologieoptionen auf die Ergebnisse untersuchen.

Das Aufzeigen von Einflussgrößen auf den Entscheidungsprozess bei Einsatz multikriterieller Methoden liefert wichtige Hinweise und Informationen zur Beratung von Entscheidungsträgern in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Die Entwicklung eines mulitkriteriellen DST kann somit einen wesentlichen Beitrag zur TA leisten. Gleichzeitig ist eine Vielzahl an methodischen Herausforderungen zu berücksichtigen. Diese umfassen z. B. die Wahl der MCDA-Methode, die Identifizierung relevanter Kriterien und Stakeholder und die Darstellung der Ergebnisse.

Die geplante Einbindung des DST im Rahmen der MCDA ist in Abbildung 1 dargestellt. Das multikriterielle DST zur Nachhaltigkeitsbewertung und dessen Anwendbarkeit in partizipativen Entscheidungsprozessen soll mit den Kolleg*innen der transdisziplinären Forschung reflektiert und im Reallabor mit Stakeholdern und Bürgern getestet werden. Dazu werden ausgewählte energietechnische Prozesse, die in der Helmholtz Forschungsgemeinschaft entwickelt werden (z. B. bioliq® und unterschiedliche Energiespeicher) als Fallstudien (Case Studies) verwendet.

Arbeitspakte

Die folgenden gelisteten Arbeitspakete sind nicht als sequenziell, sondern als iterativ anzusehen.

  1. Aufarbeitung Stand der Forschung
  2. Konzeption und Entwicklung DST
  3. Anwendung DST in Use Cases
  4. Testläufe DST im Reallabor
  5. Evaluierung DST

Kontakt

Dr. Manuel Baumann
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-23215
E-Mail

Dr. Martina Haase
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-26094
E-Mail