Städtische Grünflächen: Zwischen Ökologie und Alltagsnutzen
Parks, Stadtwälder und andere Grünflächen sind wichtig, um Städte gesünder, nachhaltiger und widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel zu machen. Sie bieten Raum für Erholung und soziale Begegnung, tragen zur Abkühlung der Städte während Hitzewellen bei, fördern die Artenvielfalt und wirken sich positiv auf das Wohlbefinden der Menschen aus. Doch wissen Bevölkerung und Stadtplanung diese Räume immer in gleicher Weise zu schätzen?
Ein neues, von der Baden-Württemberg Stiftung gefördertes Forschungsprojekt am ITAS befasst sich mit dieser Frage. Ausgehend von Forschungsarbeiten in Deutschland und der Republik Korea werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Perspektiven der Bevölkerung und von Fachleuten aus Stadtplanung und Verwaltung untersucht.
In der Stadtplanung werden beispielsweise ökologische Funktionen wie der Erhalt der Artenvielfalt oder die Anpassung an den Klimawandel in den Vordergrund gestellt. Die Bürgerinnen und Bürger hingegen schätzen Grünflächen häufig vor allem als Orte, an denen sie Sport treiben, Freunde treffen, sich entspannen oder die Natur in ihrem Alltag erleben können. „Diese unterschiedlichen Perspektiven zu verstehen, kann Städten dabei helfen, Grünflächen zu schaffen und zu verwalten, die sowohl ökologisch wirksam sind als auch den Bedürfnissen und Werten der Menschen entsprechen, die sie nutzen“, erklärt Projektleiterin Jaewon Son.
Das Projekt nutzt Umfragedaten aus Karlsruhe (Deutschland) und Suwon (Südkorea) sowie Interviews mit Verantwortlichen aus Planung und Verwaltung in mehreren deutschen und koreanischen Städten und untersucht, in welchen Punkten die Sichtweisen der Bevölkerung und von Fachleuten auf städtische Grünflächen übereinstimmen und wo sie voneinander abweichen. Die Ergebnisse werden Aufschluss darüber geben, wie gesellschaftliche Perspektiven besser in Entscheidungen über städtische Naturflächen einbezogen werden können. Darüber hinaus soll das Projekt einen Beitrag zur Erforschung der Rolle gesellschaftlicher Werte bei der Bewältigung von Governance-Herausforderungen leisten, die sich aus sozialen, ökologischen und technologischen Veränderungen ergeben. (12.10.2026)
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