Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)

2000 Revisited: Neuerscheinung zu Zukunftsvisionen

Astrofuturismus und DDR-Zukunftsvisionen auf der einen, aktuelle Technikvisionen auf der anderen Seite: Ein neuer Sammelband schlägt die Brücke zwischen der Geschichtswissenschaft und der TA und fragt, wie sich beide Disziplinen ergänzen können.
2000 Revisited: Neuerscheinung zu Zukunftsvisionen
Quelle: KIT Scientific Publishing

Die Vorstellungen über zukünftige Entwicklungen des wissenschaftlich-technischen Fortschritts sind ein wichtiger Teil der Technikfolgenabschätzung (TA). Diese Zukunftsvisionen rücken aber auch immer mehr in den Fokus anderer Disziplinen, wie etwa der Geschichtswissenschaften. Dort ist vor allem die historische Zukunftsforschung hervorzuheben, die seit einigen Jahren der Frage nach der performativen Wirkung von Zukunftsvisionen nachgeht – also, wie Ideen über die Welt von morgen das gesellschaftliche Denken und Handeln im Gestern beeinflusst haben.

Visionen der Welt von morgen im Gestern und Heute

In dem Ende 2020 veröffentlichten Sammelband „2000 Revisited. Visionen der Welt von morgen im Gestern und Heute“ treffen nun historische Analysen auf Forschungsansätze der TA. Herausgegeben haben den Band, der Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede bei der Erforschung von Technikzukünften aufzeigt, Paulina Dobroć, Doktorandin am ITAS, und Andie Rothenhäusler, Doktorand am Institut für Technikzukünfte (ITZ) des KIT.

Im Zentrum stehen insgesamt 13 Fallstudien. Im Abschnitt „Zukünfte von gestern“ liegt der Fokus auf vergangenen Zukunftsvisionen, darunter Auseinandersetzungen mit den futuristischen Visionen der Raumfahrt auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs oder mit der „Future Shock“-Diagnose von Alvin Toffler. Der Abschnitt „Zukünfte von heute“ widmet sich aktuellen Zukunftsbezügen und Visionen wie der demografischen Entwicklung, modernen Robotervisionen, aber auch der Quantified-Self-Bewegung.

Zusammenarbeit von Geistes- und Sozialwissenschaften

Eingeleitet wird der Band durch zwei Beiträge, die das methodologische Vorgehen bei der Analyse von Zukünften reflektieren. In diesen schildern Marcus Popplow und Andreas Lösch, wie sich Forschende jeweils in der Technikgeschichte und in der TA dem Thema Zukunft nähern und auf welche Grenzen sie in ihrer Analyse stoßen. In ihrer Einleitung weisen Paulina Dobroć und Andie Rothenhäusler auf die Notwendigkeit der Zusammenarbeit verschiedener geistes- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen in der Analyse der Zukunftsvisionen hin.

„2000 Revisited“ ist Anfang Dezember bei KIT Scientific Publishing erschienen und sowohl im Buchhandel als auch als digitale Open Access-Publikation verfügbar. (21.01.2020)

Bibliografische Angaben:

Dobroć, Paulina; Rothenhäusler, Andie (Hrsg.)
2000 Revisited – Visionen der Welt von morgen im Gestern und Heute. Karlsruhe: KIT Scientific Publishing, 2020, 369 S., DOI 10.5445/KSP/1000117728
(Karlsruher Studien Technik und Kultur)
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