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Papier zu 3D-Druck: Technikfolgen-Abschätzung notwendig

Eine Stellungnahme der Leopoldina beleuchtet Forschungsbedarf, Potenziale und Handlungsoptionen im Umgang mit Verfahren Additiver Fertigung. Eine der Autorinnen ist Rafaela Hillerbrand, Professorin für Technikphilosophie am ITAS.
Papier zu 3D-Druck: Technikfolgen-Abschätzung notwendig
Quelle: Wissenschaftsakademien

Additive Fertigung, meist als 3D-Druck bezeichnet, wird privat, insbesondere aber auch industriell eingesetzt. Ihre Anwendungsgebiete reichen vom Bauwesen, über Medizin und Kulturgutpflege bis hin zur Lebensmittelproduktion.

Additive Fertigung vielseitig einsetzbar

Wo die vielfältigen Potenziale der Technik liegen, was ihre Verbreitung für die Gesellschaft bedeutet, woran weiter geforscht werden sollte und welche Handlungsoptionen die Politik hat, diskutiert eine Stellungnahme, die die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Zusammenarbeit mit acatech und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften herausgegeben hat. Maßgeblich für das Papier verantwortlich ist die Arbeitsgruppe „Additive Fertigung“ der Leopoldina, der die Wissenschafts- und Technikphilosophin Rafaela Hillerbrand vom ITAS angehört.

Bedarf an Begleitforschung

Während die Studie Chancen in der günstigeren und nachhaltigeren Herstellung von Produkten mit verbesserten Eigenschaften sieht, wird auch auf weiteren Forschungsbedarf hingewiesen. Da die additive Fertigung viele gesellschaftliche Bereiche berühre, sei insbesondere auch weitere Forschung zur Akzeptanz und Akzeptabilität Additiver Fertigung sowie eine begleitende Technikfolgenabschätzung notwendig.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler empfehlen darüber hinaus, intuitiv handhabbare Software zu entwickeln, um den Nutzerkreis der Verfahren zu erweitern. Auch neue Qualitätsnormen und Prüfverfahren für die Produktsicherheit seien nötig. Zusätzlich müssten Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Facharbeiterinnen und -arbeiter besser für den Umgang mit der neuen Technologie qualifiziert werden.

Bereits 2016 hatten die Akademien unter der Federführung von acatech eine Stellungnahme zur Additiven Fertigung herausgegeben, in der sie sich hauptsächlich auf die industrielle Produktion, Wertschöpfungsnetze und Geschäftsmodelle bezogen. (23.06.2020)

Bibliographische Angaben:

Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (Hg.)

Additive Fertigung. Entwicklungen, Möglichkeiten und Herausforderungen. Halle (Saale) 2020, 89 S., ISBN: 978-3-8047-3636-8.

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