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Bioökonomie in Baden-Württemberg

Zur Ausgestaltung einer bio-basierten Wirtschaft in Baden-Württemberg haben Forschende des ITAS Empfehlungen formuliert, die auch auf nationaler und EU-Ebene relevant sind. Unter anderem sollten traditionelle Nutzungspfade von Biomasse gestärkt werden.
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In den letzten beiden Jahren hat sich ein ITAS-Projektteam mit der Analyse des Transformationsprozesses von einer Erdöl-basierten zu einer bio-basierten Wirtschaft befasst. Der Fokus lag dabei auf den drei baden-württembergischen Aktivitätsfeldern Biogas, Lignozellulose (holzartige Biomasse) und Mikroalgen. Ziel der Aktivitäten im Projekt „Bioökonomie in Baden-Württemberg“ war es, die Systemsicht im Themenfeld Bioökonomie zu schärfen sowie Orientierung für die weitere Gestaltung einer bio-basierten Wirtschaft zu geben, die sich am Prinzip der Nachhaltigkeit ausrichtet. Dazu wurden Visionen, Ziele und Erwartungen zur Bioökonomie analysiert, beteiligte und betroffene Akteure und deren möglichen Interessenskonflikte systematisch erfasst sowie potentielle Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft diskutiert. Auch geltende rechtliche Rahmenbedingungen und deren Folgen für die Bioökonomie hat das Forscherteam am ITAS untersucht.

Neue Handlungsoptionen

Die Forschenden haben insgesamt 13 Handlungsoptionen für die Politikgestaltung in Baden-Württemberg formuliert, die auch für die Bioökonomie-Politik auf nationaler und EU-Ebene relevant sind. Besonders wichtig sei es, dass die Bioökonomie als lernfähiges sozio-technisches System verstanden und entwickelt wird, das Anpassungen an sich verändernde Rahmenbedingungen zulässt. Zentrale Voraussetzung dafür: Die Schaffung eines kontinuierlichen gesellschaftlichen Dialogs, der Debatten über die zukünftige Ausrichtung der Land- und Forstwirtschaft aufgreift.

Ein wichtiges Ergebnis ist zudem, dass viele Aktivitäten im Feld neuartiger Biomassenutzungen stattfinden, während die Innovationspotenziale traditioneller Nutzungspfade und nicht-technischer Ansätze wenig erschlossen sind. So würden beispielsweise stoffliche Weiternutzungen von bio-basierten Produkten wie Baumaterialien oder Alltagsgegenständen aus Biokunststoff und Schnittstellen zur Kreislaufwirtschaft bisher nur unzureichend behandelt. Um die Ausrichtung der Bioökonomie am Leitbild nachhaltiger Entwicklung zu gewährleisten, sollten gestaltende Rahmenbedingungen (z. B. im Bereich des Agrarumweltrechts) im Hinblick auf Nachhaltigkeit verbessert und Möglichkeiten regionaler Politikgestaltung genutzt werden.

Die Ergebnisse wurden im Februar 2018 auf einem Workshop mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft diskutiert. Ein umfassender Endbericht steht zum Download zur Verfügung. (09.05.2018)

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